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Niemand will mehr Aktien kaufen. So kann man sich den Absturz der Aktienkurse erklären – der Verkaufsdruck nimmt nicht ab. Das Angebot trifft auf nur wenig Nachfrage, so fallen die Kurse immer weiter. Niemand redet mehr von neuen Hochs oder von Sommerrallys, die auf die Anleger warten. Jeder versucht noch die eigene Haut zu retten, denn ohne Aktien lebt es sich bedeutend ruhiger.

 

Die Anleger müssen nicht heulen, nur weil jetzt die Kurse fallen. Jeder Aktionär entscheidet selbst, ob er ein Investment eingeht oder nicht. Wer die letzten Wochen keine Aktien mehr im Depot hatte, wer sich rechtzeitig aus der Börsenwelt zurückziehen konnte, der verbringt diese Tage ganz wunderbar. Die roten Zahlen in den Top und Flop Listen stören ihn nicht. Die fallenden Kurse auf der Parkettkamera erwecken seine Neugier, verursachen aber keinen Schaden. Diese Anleger haben sogar den enormen Vorteil, dass während die Anteilscheine billiger werden, das Cash Kapital in voller Höhe zur Verfügung steht.

 

Am 06. Juli 2011, also genau 2 Tage vor dem Beginn dieses Crashs bei einem DAX Stand von 7450 Punkten schrieben wir in unserem Artikel „Was glauben Sie?“ Folgendes:

 

Long in den Markt zu gehen, also Aktien zu kaufen, bedeutet das Risiko im aktuellen Marktumfeld auf die eigenen Schultern zu nehmen. Wollen Sie das wirklich? Wollen Sie mit einem Batzen Aktien dastehen, wenn die Finanzmärkte crashen? Warum tun Sie sich das an?

 

Jetzt wäre es wohl wieder an der Zeit, über Angst und Gier zu schreiben; dass sich die Börsianer immer zwischen diesen beiden Polen hin und her bewegen; dass sie geblendet waren von den Hoffnungen, die geschürt wurden. Dass ihnen Träume eines nie enden wollenden Börsenanstiegs verkauft wurden. Denn die Börse sollte nach einer nur kurzen Atempause wieder auf neue Höhen steigen. So hat man die Anleger animiert, Aktien zu kaufen.

 

Doch wer kauft? Jemand anderes oder Sie selbst? Wer führt den Auftrag aus und ordert die Wertpapiere? Es ist Zeit, inne zu halten. Nach einem Kursverlust von über 2200 Punkten im DAX sollte der Trader, der Anleger, der Investor sich selbst hinterfragen, was ihn geritten hat? Und warum wurde noch long investiert, als es bereits lichterloh brannte? Warum wurde sofort nachgekauft, sobald die Börse einen Tag mal nicht im Minus schloss?

 

Fragen über Fragen, die nur der Betroffene selbst beantworten kann. Denn wer jetzt im Markt herumirrt, der hat einen hochroten Kopf und schwört sich, niemals wieder Aktien anzufassen. Gleichzeitig wird gebetet, dass die Kurse wenigstens bis zum Einstand steigen, damit man die Wertpapiere noch ohne Verlust loswerden kann.

 

Alle anderen Anleger, die sich von einem Aktienengagement rechtzeitig getrennt haben und nun den Kurseinbruch aus der Distanz beobachten können, dürfen sich freuen. Werden die Aktien doch jeden Tag billiger.

 

An stürmischen Tagen/Wochen sollte man die Segel streichen und dem Markt den Rücken kehren, denn es lebt sich bedeutend ruhiger, wenn man im Moment keine Aktien im Depot hat.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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