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Die Börsen sind eine Sache für sich. Diejenigen, die von dieser Sucht befallen sind, kommen meist nie wieder davon los. Und diejenigen, die das Treiben auf dem Parkett beobachten, halten die Teilnehmer für verrückt. Ganz unrecht haben die Beobachter nicht, denn wonach sich Aktienkurse richten, ist meist vollkommener Irrsinn.

 

Verfolgt der Interessent die Marktberichte, dann steht da zum Beispiel darin: der Markt steigt, weil „der Chef der US-Notenbank Ben Bernanke Hoffnung macht, das die US-Wirtschaft ohne stimulierende Maßnahmen wachsen wird„. Einen Handelstag zuvor war der Markt gefallen, da hiess die Begründung noch: „Was wird er FED Chef wohl sagen?„.

 

Wenn Konjunkturzahlen zu vermelden sind, dann wird wieder eifrig in der Gerüchteküche gerührt. Wie werden die Zahlen ausfallen, wird im Vorfeld gefragt. Die Unsicherheit lässt die Aktienkurse fallen, denn Unsicherheit ist ja bekanntlich Gift für die Finanzmärkte. Dann werden die Zahlen gemeldet und sie sind schlecht, und sofort rauscht der Markt in die Tiefe. Das ist aber nur für wenige Sekunden so, denn dann wendet sich das Blatt: die Zahlen sind zwar schlecht, aber nicht so schlecht wie vorhergesagt. Also steigen die Kurse wieder und alle, die ausgestiegen sind, wollen nun wieder einsteigen in den schon angerollten Börsenzug.

 

Oft wird am Markt diskutiert, ob es eine neue Runde einer geldpolitischen Lockerung geben wird, dem so genannten QE3. Kursieren die Hoffnungen am Markt, dass die Notenpresse wieder angeworfen wird, dann steigen die Indizes. Dies bedeutet, dass mehr Geld vorhanden sein wird, welches in die Aktienmärkte fließen kann. Schwinden die Hoffnungen, weil die amerikanische Notenbank doch keine Signale in diese Richtung aussendet, dann fallen die Indizes auch wieder.

 

In diesem undurchsichtigen Hin und Her bewegen sich die Börsen. Dadurch, dass es an der Börse keine gesicherten Informationen gibt, kann jeden Tag aufs Neue ein Cocktail aus Gerüchten gemixt werden. Manchmal stellen sich die Gerüchte als fundiert heraus, und oftmals als haltlos. Egal, wie die Interpretation am Markt ausfällt, Recht hat immer der Markt.

 

Das wiederum bedeutet im Umkehrschluss, dass der Aktionär, der Trader oder der Chartanalyst im Unrecht sind, wenn sie den Markt nicht entsprechend richtig analysiert haben. Das ist zwar in der Realität ein Trugschluss, aber die meisten Börsianer nehmen es persönlich und suchen den Fehler bei sich.

 

Und das führt zu der menschlichen Reaktion, dass jeder Marktteilnehmer versucht, den Fehler bei sich abzustellen. Jeden Tag aufs Neue probiert sich der Börsianer zu verbessern, eine genauere Chartanaylse zu erstellen und einen besseren Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg zu finden.

 

Dieses Streben nach einer Verbesserung der Analyse- und Tradingfähigkeit ist es, was die Spannung an den Börsen ausmacht. Jeden Tag aufs Neue werden die Karten neu gemischt und die Würfel neu geworfen. Jeder Akteur bekommt aufs Neue die Gelegenheit zu zeigen, dass er gut ist und dem Markt ein  Schnäppchen schlagen kann.

 

Es sind die vielen Unbekannten, die die Spannung hervorrufen. Keiner weiss, wie Daten interpretiert werden, wie Käufe und Verkäufe tatsächlich einzuordnen sind und wie Strategien erfolgreich angewandt werden können. Tag für Tag gibt jeder sein Bestes. Das Kräftemessen  unter den Börsianern führt zu der seit Hunderten von Jahren nie endenden Spannung an den Börsen.

 

Wir wünschen unseren Lesern ebenfalls spannende Börsentage.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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