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Das Besondere an einem Crash ist, dass durch ihn die Marktteilnehmer erneuert werden. Die eine Gruppe der Börsianer erleidet sehr viele Verluste, bis hin zum Totalverlust. Diese Akteure müssen sich daher vom Börsenparkett verabschieden. Wenn also der Markt später wieder einmal steigen sollte, dann sind das nicht mehr dieselben Aktionäre, die verloren haben. Es sind neue.

 

Es ist ein Fakt, dass sich Börsencrashs ca. alle 10 Jahre wiederholen. In diesem Zeitraum kommen viele neue Marktteilnehmer an die Börse, die hoffnungsvoll nach Gewinnen Ausschau halten. Sie haben bisher nie einen Crash miterlebt und können sich den Hintergrund warnender Worte, meist älterer Börsianer, nicht vorstellen. Sie können sich stark fallende Kurse einfach nicht vorstellen. Für diese Generation Marktteilnehmer bedeutet eine Schwächeperiode immer Kaufkurse. Aktien werden gekauft, wenn sie fallen. Zusätzlich ist es so, dass meist das letzte Viertel der 10 Jahresperiode gute Börsenzeiten sind, das untermauert die Kaufbereitschaft der Börsianer, wenn Kurse beginnen zu fallen.

 

Die wenigen, die einen Crash in der Vergangenheit überlebt haben und noch dabei sind, haben sich rechtzeitig aus dem Markt entfernt. Sie wissen, wie ein Absturz abläuft. Die Kurse fallen, erst langsam und dann immer stärker. Dabei gibt es für kaum jemanden ein Entrinnen. Die Kurse fallen unbarmherzig und brutal. Es ist eine schmerzhafte Zeit, wenn man in Aktien investiert ist.

 

Für die Unerfahreneren ist es besonders schwierig, da sie hier mit einem Marktumfeld konfrontiert sind, das sie nicht kennen und auch nicht für möglich halten. Durch den Glauben an immer steigende Kurse bleiben sie investiert (die Kurse erholen sich schon bald wieder) und wenn die Preise noch weiter in den Keller gefallen sind, dann  kaufen sie baldmöglichst nach (noch tiefer geht es nicht mehr) und verbilligen.

 

Wenn dann der Irrsinn überhand nimmt, gibt es auch einige Hartgesottene, die dann auch noch auf Kredit versuchen, ihren in weitere Ferne gerückten Einkaufskurs zu verbilligen.

 

Auf jeden Fall sind diese Akteure nun bei fallenden Kursen bis zum Hals investiert. Dies führt dazu,das jeder Punktverlust besonders schwer lastet. Es ist ein großer Unterschied, ob Sie 50 Aktien zu 60Euro besitzen und diese Aktie 5 Euro verliert, das wären dann 250 Euro Verlust. Oder ob der Aktionär durch das Nachkaufen/Verbilligen nun 200 Aktien besitzt. Dann schlagen 5 Euro Verlust mit 1000 Euro Verlust zu Buche.

 

Die nie enden wollenden Kurseinbrüche führen zu immer größeren Verlusten, bis zu dem Moment, an dem der Druck nicht mehr ausgehalten wird. Es wird alles hingeschmissen. Man hat genug Verluste erlitten, verteufelt die Börse und zieht sich für Jahre oder für immer vom Aktienmarkt zurück.

 

Es gibt zwei Wege des Hinschmeißens. Der erste Weg sieht aus wie oben beschrieben. Der Aktionär hört nach eigener Entscheidung auf, mit Aktien/Wertpapieren zu handeln. Der zweite Weg ist, wenn der Aktionär aufhören muss. Diejenigen nämlich, die mit Kredit gehandelt haben, können nicht mehr genug Sicherheiten vorweisen, da die Gesamtsumme des Depots den Wert des Kredits übersteigt. Dann fragt der Broker kurz nach, ob Sie Geld nachschiessen wollen (und können) und wenn das nicht geht, schließt der Broker die Positionen automatisch.

 

Für die derzeitige Generation (bitte nicht verwechseln mit der Lebensgeneration, das Börsianer-Leben hat nur 10 Jahre), die sich am Aktienmarkt tummelt, ist die Überraschung jetzt groß, wenn die Aktienmärkte einbrechen und sich auf einmal nicht mehr erholen. Sie haben einfach keine Erklärung dafür.

 

Dieser Tage haben wir wieder so eine Phase an den Börsen. Die 10 Jahre nach dem Platzen der Technologieblase sind abgelaufen. Ganze drei Jahre lang mussten die Börsianer damals fallende Kurse ertragen. Ausgehend von diesem Jahr sollten die Kurse also noch eine Weile fallen, bis sich auch die letzten der heutigen Marktteilnehmer vom Parkett verabschiedet haben.

 

Ein Crash ist immer ein Zurückführen der Erwartungen an die Märkte. Es regnet kein Geld an der Börse, sondern es muss hart verdient werden. Gerüchte sind absichtlich gestreut und kein Zufall. Meinungen dienen immer denjenigen, die sie verbreiten, sie sind nicht zum Wohle aller. Wer einige wenige Grundpfeiler des Börsenhandels verinnerlicht hat, der wird auch diesen Crash überleben.

 

Seien Sie nicht gierig, das hat an der Börse noch nie genutzt. Seien Sie nicht überhastet, es wird auch morgen noch gehandelt. Schützen Sie Ihr Kapital, denn es ist Ihr Lebenselexier – ohne Kapital kein Trading. Seien Sie geduldig, es gibt immer Gelegenheiten zum Handeln. Oft hilft das Beobachten der Kursbewegungen, um eine Marktsituation besser einzuschätzen zu können. Ein ruhiges und distanziertes Verhältnis zur Börse hat sich in der Vergangenheit als sehr nützlich erwiesen.

 

Wir wünschen allen unseren Lesern eine wenig turbulente Zeit in dieser außergewöhnlichen Marktphase.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

 

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