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Die Leser mögen uns die direkte Formulierung des Titels nachsehen, doch was gestern in den Medien zu lesen war, verschlägt dem Beobachter wieder einmal die Sprache. „“Die griechische Regierung erwartet eine tiefere Rezession im laufenden Jahr als bisher„, heisst es dort. Da bleibt einem der Mund offen stehen. Wer hat denn irgendwelchen faden Schätzungen Glauben geschenkt, wer hat nur im Ansatz angenommen, dass der wirtschaftliche Abschwung nicht drastischer ausfällt als bisher? Die Politik hat die Bürger wieder einmal hinters Licht geführt.

 

Damit ist nicht nur die Regierung von Griechenland gemeint. Gefakte Zahlen in der Vergangenheit haben zur Aufnahme in die EU geführt, möglicherweise werden gefakte Zahlen auch zum Austritt führen. Doch wesentlich ist die Schätzung, die man abgegeben hat. Erwartet wurde ein Minus von 3,9 %, tatsächlich geht man jetzt von -4,5 bis -5,3 % aus. Wer hat sich eigentlich unter diesen nie dagewesenden Umständen getraut, eine Prognose abzugeben?

 

War in dem hellenischen Land nicht die Troika aus Abgesanten von EU, EZB, IWF unterwegs und hat den Griechen eine tadellose Arbeit bei der Ankurbelung ihrer Wirtschaft ausgestellt? Waren es nicht die Gleichen, die ein Erreichen der haushaltspolitischen Sparziele in Aussicht stellten? Wurden nicht unter anderem wegen dieser Beurteilung die 12 Mrd. Euro zur Auszahlung angewiesen?

 

Und wer von den Merkels, Barosos, Junkers und Sarkozies hat den Bürgern im eigenen Land das Märchen von dem schnell wieder genesenden Herkules des Mittelmeers versprochen? Ja, den Bürger hat man wieder einmal hintergangen. Es ist wie immer, bis man das Geld des Steuerzahlers ausgegeben hat, ist die Welt in Ordnung. Man erzählt von blühenden Landschaften, von riesigen Olivenplantagen und von Bergen an Fetakäse, die die Griechen wieder in die internationale Konkurrenzfähigkeit bringen werden. Wenn man ihnen nur finanziell unter die Arme greift.

 

Dabei verschweigt man die Tatsachen. Es gibt nichts in Griechenland, dass international konkurrenzfähig ist. Es gibt keine Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung, solange man die Wirtschaft durch drastische Sparmaßnahmen erwürgt. Das Sparen ist eine gute Sache, nur muss man das auch den Bürgern ehrlich kommunizieren. Ehrlichkeit und Politik, das passt einfach nicht zusammen.

 

Natürlich ist es jetzt auch so, dass wenn die angenommenen Wachstumsraten nicht der Wirklichkeit entsprechen, dass auch Griechenland in kurzer Zeit nicht auf den Weg der Normalität finden wird und kann. Es war wieder einmal nur Makulatur. Man wollte die Märkte beruhigen, die Finanzunternehmen retten,  neues Geld aus dem EU-Rettungsfonds freimachen und dem Volk wieder einen Bären aufbinden. Das hat man mit der oben beschriebenen Griechenland-Lüge geschafft .

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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