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Die Aktionäre der Commerzbank haben in den letzten Monaten nichts zu lachen. Der Aktienkurs fällt und fällt. Täglich taucht das Papier auf den Flop Listen unter den ersten drei Plätzen auf. Immer in Rot, immer im Minus. Und das Leid hat kein Ende.

Die Commerzbank hat keine Geschäftsgrundlage, die langfristig auf Potential deuten würde. So dümpelt sie in der Finanzwelt vor sich hin, wie man die Commerzbank seit jeher kennt. Zu klein, um mit den Großen mitzuspielen und zu groß, um pleite zu gehen. Das war schon so vor 10 Jahren.

Einen kleinen Unterschied gibt es aber doch, denn man hat die chronisch defizitäre Dresdner Bank gekauft. Eigentlich hat nicht die Commerzbank die Dresdner Bank gekauft, sondern der Steuerzahler. Da die Commerzbank im Rahmen der Finanzkrise in Schieflage geriet, kaufte sich der Staat in das Finanzunternehmen ein. Es wurden knapp 10 Mrd. für die Transaktion ausgegeben. Zusammen mit zwei stillen Einlagen hat der Staat nun 18 Mrd. Euro in die zweitgrößte deutsche Bank gesteckt. Das Schlimme ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Commerzbank nur drei Milliarden Euro wert war.

Da ahnt der geehrte Leser schon etwas. Man hat die Verlustmaschine Dresdner Bank, die die Allianz in sieben Jahren nicht aufpäppeln konnte, dem größten deutschen Versicherungskonzern abgekauft, damit sich diese auf elegante Weise des Ballastes entledigen konnte. Die Allianz macht wieder hervorragende Gewinne.

Aufgebürdet wurde sie nun der Commerzbank, dem Steuerzahler also, und vorgerechnet wurde auch, wie toll nun alles werden würde. Das war im Jahre 2008.

Beim Verfassen dieser Zeilen kommt der Autor nicht umhin, immer wieder an den damaligen Finanzminister Peer Steinbrück zu denken. Dieser hatte die Transaktion ausdrücklich unterstützt und die Ausgaben gerechtfertigt. Dem verdutzten Bürger hat er die sprudelnden Einnahmen vorgerechnet, die durch die Übernahme des Finanzinstitutes in der Zukunft entstehen würden.

Der Haken an der Sache ist: Profite für die Anteile des Staates fallen nur ab, wenn die Commerzbank auch Gewinne macht. Tut sie aber nicht. Die Commerzbank macht nur Verluste. Ach der gute Herr Steinbrück, immer den Wilden gespielt, den Besserwisser herausgelassen, so bleibt er uns in Erinnerung.

Den Aktienkurs hat die Commerzbank auch mächtig verprügelt. Im Frühjahr 2011 kündigte man eine Kapitalerhöhung an. Man gibt also neue Aktien aus, nimmt frisches Geld ein und verwässert damit den wahren Wert der ursprünglichen Anteile. Die Commerzbank hat dann aus den beiden Maßnahmen zur Kapitalerhöhung 14 Mrd. Euro eingenommen. Mit diesem Geld hat sie einen Teil der Schulden an den Staat zurückgezahlt.

Es heißt in den Medien immer: Man will sich aus der Umklammerung des Staates lösen. Undank ist der Welten Lohn.

Die Besitzer von Commerzbankaktien ließen sich bereits bei der Ankündigung der Kapitalerhöhung nicht lumpen und verkauften ihre Anteile. Die Verluste der Aktie sind ein Gemisch aus schlechtem Fundament, wenig erfreulichen Aussichten und einem nichtssagenden Image.

Als würden die Gründe für ein Abstoßen der Aktien nicht genug sein, nahmen sich auch die Hedgefonds die Commerzbank Aktie vor. Gemeinsam wetteten sie auf weiter fallende Kurse, seitdem die Kapitalmaßnahme angekündigt wurde. Ein Hedgefonds kann einem gesundem Unternehmen nichts anhaben, aber hier sieht man deutlich, wie verwundbar und schwach das Unternehmen aufgestellt ist. Die Aktie ging in den Sturzflug über.

Nur die Hartgesottensten blieben dem Unternehmen treu, diese Leser können jetzt wegsehen, denn die folgenden Chartbilder sind nicht einfach zu verdauen.

Commerzbank im Sechsmonats Chart: Der Aktienkurs hat sich halbiert.

 

 

 

 

Commerzbank im Dreijahres Chart: Wer glaubt, es ginge nicht schlimmer, der sieht sich getäuscht.

 

 

 

 

Commerzbank im Fünfjahres Chart: Und nun das unrühmliche Finale.

 

 

Solche Kursverläufe laden nicht zum Einkaufen ein. Jeder Tiefpunkt wurde immer wieder unterschritten, jede Erholung verkauft.

Wie sagte ein Freund während eines Gesprächs über Aktien: Die Commerzbank Aktie ist geschenkt immer noch zu teuer.

Sieht man sich den Kursverlauf der Vergangenheit an, dann ist dies möglicherweise eine weitverbreitete Meinung unter Börsianern. Die Commerzbank Aktionäre haben es nicht leicht, denn das Leiden geht weiter.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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