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Verfolgt man die aktuelle Presse bezüglich der Anhebung des amerikanischen Schuldenlimits, so fällt auf, dass trotz allen Schreckensmeldungen alle Verfasser davon ausgehen, dass das Limit rechtzeitig angehoben wird. Es wird völlig ausgeschlossen, dass die USA ihre Schulden nicht mehr bedient. Und das könnte gefährlich werden.

Es sind nämlich zwei Paar Schuhe, ob die USA ihre internen Abläufe, ihre Bediensteten, ihre Parks und ihre öffentlichen Stellen nicht bezahlen und aufrecht erhalten kann, oder, und hier wird es schmerzhaft, ihre Schulden an die Anleihebesitzer nicht bezahlen kann. Die USA würde also ihre Gläubiger nicht mehr bedienen.

Während im ersten Falle die kleinen Leute betroffen sind, was, wie wir bereits an Europas Schuldenkrise gesehen haben, billigend in Kauf genommen wird, sieht es im zweiten Fall viel dramatischer aus. Wenn die großen Investoren ihr Geld nicht wiederbekommen, dann hört der Spaß schnell auf.

Niemand weiß genau, was genau passieren würde, wenn die USA ihre Schulden nicht mehr bezahlt und der Staatsbankrott eintritt. Die Sorge vor dem Unerklärlichen ist einfach zu groß. Also verhält sich der Erwachsene, wie es sonst bei Kleinkindern zu beobachten ist. Er hält sich die Augen einfach zu und sieht nicht hin. Es wird einfach ausgeblendet.

Klar ist, dass die USA bei einem Eintritt einer Pleite die Bestnote „AAA“ ihrer Kreditwürdigkeit verlieren würde. Das wäre schmerzhaft genug für die USA und mit möglicherweise weitreichenden Auswirkungen begleitet.

Bisher steigen amerikanische und andere Börsenindizes ungeachtet aller Diskussionen um das Schuldenlimit. Die Anleger kaufen Aktien und die anderen Investoren Anleihen. Die Finanzmärkte verhalten sich bisher ganz normal.

Noch wird erwartet, dass sich Republikaner und Demokraten in letzter Minute einigen werden, und darin liegt die Gefahr. An einen Zahlungsausfall glaubt niemand. Es wird kategorisch ausgeschlossen, dass das größte Land der Erde, die ehemalige Wirtschaftsmacht USA, seine Schulden nicht mehr begleichen kann.

Etwas einseitig ist die Berichterstattung bezüglich der Haltung der Republikaner. Diese verweigern sich einer erneuten Erhöhung des Schuldenlimits. Die Kommentare sehen darin eine Blockadehaltung und zeigen auf die Verweigerer. Genau genommen verteidigen diese aber die Grundidee, dass eine Schuldenobergrenze – wie der Name schon sagt – ein Limit ist. Und anstatt noch weiter Schulden anzuhäufen, wollen diese lieber sparen. Das wird in den Medien so aber nicht wiedergegeben.

Verschiedene Berichte erwähnen kurz die Möglichkeit, dass möglicherweise keine Einigung bis zum Stichtag gefunden werden könnte, verweisen dann aber schnell auf die Vergangenheit. Es habe schon einmal den Fall gegeben, dass zum Stichtag kein Konsens gefunden wurde, doch innerhalb weniger Wochen wurde dann doch eine Einigung erzielt. Danach kehrte die Normalität wieder ein.

Dass es vielleicht doch zu einem "NO-WAY-BACK", einem "nicht wieder zurück zur Normalität" kommen könnte, gilt als unwahrscheinlich und wird daher nicht thematisiert.

Bisher sind sich die Medien, welche immer wieder vor der drohenden Staatspleite warnen, einig. Beim Lesen der verschiedenen Beiträge steht mehr oder minder immer dasselbe darin. Die Abgeordneten haben wenig Zeit, sie müssen sich einigen oder es droht sonst die Staatspleite. Das Ganze wird mit einem reißerischen Titel garniert und dann freigegeben.

Alle Berichte eint ein nicht bedachter wichtiger Punkt: Eine wirkliche Pleite wird kategorisch ausgeschlossen. Was aber, wenn doch die unerwartete Pleite eintritt? Es könnte doch vielleicht so sein, wie es an den Finanzmärkten seit Jahrhunderten üblich ist: Die Mehrheit liegt mit ihrer Annahme falsch. Wir dürfen gespannt sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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