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Einen etwas hilflosen Eindruck hinterlassen die Börsen dieser Tage. Kraftlos zwischen Not und Elend wird gehandelt. Zum einen wollen die Börsianer steigende Kurse sehen, die sich partout nicht einstellen wollen. Das sieht dann so aus, dass nach wenigen Tagen mühevollen Anstiegs ein starker Verlusttag kommt und die Kursgewinne zunichte macht. Zum anderen will  der Markt aber auch nicht fallen. Zu sehr sind die Anleger gewillt, jede Schwäche zu kaufen. Was bleibt, ist ein Null zu Null aus der Fussballersprache, dass nicht nur torlos, sondern auch fad anzusehen ist.

 

Die abwartende Haltung der Marktteilnehmer, welche erst kürzlich mit der europäischen Schuldenkrise gerechtfertigt wurde, wird jetzt aktuell mit der Schuldenkrise der USA begründet. Sollten sich die Abgeordneten der demokratischen und der republikanischen Partei nicht einigen können, droht der Weltmacht ein Staatsbankrott. Während also die Amerikaner die ganze Welt in Atem halten, ob sich nun eine Staatspleite abwenden lässt oder nicht, versuchen sich die Börsianer mit belanglosem Geplänkel.

 

Sollten die Börsen nicht bereits ins Bodenlose gefallen sein, wenn sich die Konjunktur abkühlt und die Aussichten wenig erfreulich sind? Denn das ist der Fall, wenn man die USA und Europa betrachtet. Das Gegenteil ist der Fall in Asien, dort wächst die Wirtschaft zu stark. Die Asiaten versuchen zu bremsen, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern.

 

Also bremsen die Wirtschaften der Welt gleichzeitig die Konjunktur. Die einen (USA & Europa), weil sie müssen; die dortige Wirtschaft gibt einfach nicht mehr her (das gilt auch für Deutschland – die Vorläuferindikatoren zeigen bereits eine Abkühlung an). Die anderen (China, Asien), weil sie wollen. Nüchtern betrachtet, lädt dieser Sachverhalt nicht zum Aktienkauf ein, doch zeigen sich die Käufer davon bisher unbeeindruckt.

 

Ein weiteres Unentschieden ist die Flutung der Märkte. Während Amerika und Europa massiv Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen, indem sie amerikanische und europäische Anleihen monetisieren und zusätzlich den Leitzins gering halten, sieht man eine umgekehrte Vorgehensweise in China und Asien allgemein. Dort werden die Leitzinsen erhöht und zusätzlich die Mindestreserven der Banken erhöht, um die Liquidität zu verknappen.

 

Da es für die Anleger keine einheitliche Richtung gibt, halten sich auch die Käufer und Verkäufer die Waage. Seit bereits drei Monaten schon kommt der DAX nicht vom Fleck. Er verharrt bei 7500 Punkten auf der Oberseite und 7000 Punkte auf der Unterseite. Ebenso der marktbreite amerikanische Index S&P 500, dieser pendelt zwischen 1360 Punkten auf der Oberseite und 1260 Punkten auf der Unterseite.

 

Das lustlose Hin und Her wird wohl mit einer Entscheidung im amerikanischen Schuldendrama zu neuem Leben erweckt werden. Entweder heben die Amerikaner das Schuldenlimit an, dann könnte eine Erleichterungsralley beginnen oder sie tun es nicht, dann würde ein Crash folgen. Bis dahin bleiben die Börsen richtungslos.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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