Indikatoren-Trading

Der DAX steigt, die amerikanischen Indizes auch. Diese haben den deutschen Leitindex abgehängt, wenn man die Performance der letzten Tage betrachtet. In den USA ist zurzeit Berichtssaison. Scheinbar sprudeln die Unternehmensgewinne für die amerikanischen Unternehmen. Die Ergebnisse bei Google und Apple haben zu Freudensprüngen bei den Anlegern geführt. Nun hoffen die deutschen Anleger, dass die deutschen Unternehmen auch überraschen und sehr gute Ergebnisse vorweisen können. Das soll dem DAX zum weiteren Anstieg verhelfen.

 

Irgendwie sind die beiden letzten Handelstage geprägt von einer Euphorie. Sie ist nicht greifbar, aber doch vorhanden. Die Anleger haben es sich wieder auf der Sonnenseite der Börse gemütlich gemacht. Sie kaufen Aktien und erwarten weitere Kursgewinne.  Begleitet wird die gute Laune mit positiven Marktkommentaren.

 

Diese einhellige Meinung der Marktteilnehmer mahnt jedoch zur Vorsicht. Die Mehrheit ist sich sicher über steigende Kurse, aber die Mehrheit hat meist unrecht an der Börse. Dieses sichere Gefühl der Anleger macht die aktuelle Marktlage brisant.

 

„Die Börse kann nur hochgehen“, „die Sommerrally kann kommen“, sind nur wenige der Erwartungen der Börsianer. Doch wenn viele steigende Kurse erwarten, bedeutet das auch, dass dieselben bereits positioniert sind und sich ihre Aktien gekauft haben. Wer also soll jetzt weiter Aktien kaufen und den Index hochtreiben?

 

Wenn Unternehmen super Zahlen präsentieren, dann stellt sich die Frage, wie viel besser kann es noch werden? Können die Unternehmen den bereits schon sehr hohen Erwartungen der Analysten/des Marktes noch gerecht werden?

 

Irgendetwas ist unstimmig an dieser positiven Stimmung. Es ist wie gesagt noch ein vages Gefühl, aber so sicher, wie sich die Käufer geben, kann die Markterwartung dennoch nicht sein. Sieht man sich den DAX-Verlauf der letzten Tage an und rechnet aus, wie hoch die Tagesschwankungen waren, dann kommen folgende Werte zu Tage. Es sind fast immer mindestens 100 Punkte, die der DAX-Index zwischen seinem Tageshoch und seinem Tagestief zurücklegt. Das ist viel. In Prozenten ausgedrückt sind das mindestens 1% Schwankung, meistens aber deutlich mehr. Die Schwankungen sind deutlich zu hoch für einen angeblich so sicheren Markt.

 

 

Datum DAX Hoch DAX Tief Diff. in Punkte
Diff. in %
08.07.2011 7523 7389 134 1,8
11.07.2011 7358 7188 170 2,3
12.07.2011 7190 6996 194 2,7
13.07.2011 7280 7163 117 1,6
14.07.2011 7267 7197 70 1,0
15.07.2011 7254 7139 115 1,6
18.07.2011 7171 7089 82 1,1
19.07.2011 7236 7139 97 1,3

 

 

Wenn also die Börsianer versuchen, gute Laune zu verbreiten, dann vielleicht nur deshalb, weil sie selbst aus dem Markt aussteigen wollen. Die amerikanischen Indizes können ruhig davoneilen, das ist auch nicht schwer, denn sie werden mit gedrucktem Geld angefeuert. Solange also die Druckerpresse noch Farbe hat, wird dieses gezinkte Spiel nicht aufhören.

 

Es ist nicht alles Gold was glänzt, heisst es im Volksmund. Eine gesunde Portion Skepsis ist also angebracht. Die Stimmung ist für dieses Marktumfeld einfach zu euphorisch.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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