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Selten hat man den Angstschweiß der Börsianer so gesehen wie derzeit. Jeder Schritt, jeder Gedanke ist eine Abwägung zwischen Not oder Elend. Von einer Investitionsentscheidung keine Spur. Die Sorge geht um, dass der Markt abstürzt, da will man nicht dabei sein. Die letzten Handelstage zeigen es deutlich, die Börsen sind aus den Fugen geraten, es herrscht Panik.

 

Die Börse ist eigentlich ein Ort an dem Geschäfte getätigt werden, Wertpapiere werden gekauft und verkauft, Gewinne und Verluste wechseln sich ab. Die Unternehmen bekommen Kapital und die Anleger partizipieren am Wohl und Leid der jeweiligen Aktiengesellschaft. So soll es sein.

 

Doch so ist es schon lange nicht mehr. Der deutsche Börsenindex DAX zum Beispiel soll die 30 größten Unternehmen aus Deutschland repräsentieren. Aber um Unternehmen geht es diesen Wochen gar nicht mehr. Wann haben Sie das letzte Mal von Unternehmensdaten gehört, die Kurse bewegen?

 

Heute geht es hauptsächlich um die Schuldenkrise. Einige Tage fallen die Kurse der Banken, weil eine mögliche Pleite nahe ist, am nächsten Tag steigen die Kurse der Banken, weil eine mögliche Rettung beschlossen ist. Doch was ein Unternehmen macht, welche neuen Produkte es entwickelt, oder wie es sich am Markt aufstellt, darum geht es heute an der Börse nicht mehr. Die Börse verdient ihren Namen nicht.

 

Da verspricht ein Land, es werde in den nächsten fünf Jahren sparen und die Börsen sind entzückt. Was ist das für ein Unfug? Was soll ein Ertrinkender denn sonst antworten als „er werde eisern sparen„. Nur so bekommt er doch die rettende Hand gereicht. Ob er wirklich spart oder etwas in den kommenden Jahren dazwischen kommt, ist gar nicht abzusehen. Das liegt noch in weiter Ferne.

 

Dass an der Börse angetäuscht wird, mal ein Gerücht das andere abwechselt, gelegentlich auch mal einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt werden, das ist natürlich und normal. Aber am Ende einer Periode gibt es eine Struktur an der Börse, bei der Aktien mittel- bis langfristig steigen, basierend auf der Entwicklung des jeweiligen Unternehmens. Davon ist nichts mehr zu merken.

 

Das mahnt zur Vorsicht. Die Börse ist zu einem Markt der Ahnungslosen verkommen. Mal steigen die Kurse wild, um am nächsten Tag rasant zu fallen. Kaum jemand kann sich noch getrost positionieren. Es gibt keinen mehr, der investiert, keinen der eine Strategie anwenden kann. Es geht nur noch um zocken und abgezockt werden.

 

Es gibt immer wieder solche Phasen an den Finanzmärkten, an denen die Planlosigkeit die Anleger übermannt. Es herrscht Angst, weil eine Basis für eine Spekulation nicht mehr gegeben ist. Mit Börse und Börsenanlage hat das aktuelle Handeln an den Finanzmärkten nichts mehr zu tun.

 

Wo Schatten ist, da ist auch Licht. Immer wenn das Durcheinander an den Börsen groß genug ist, dann kommt ein reinigendes Gewitter. Ein Crash oder eine Phase von fallenden Kursen. Diese spült all die Zocker, die Störenfriede der Märkte, die alte Generation aus den Börsensälen. Dann erst kann eine neue Zeit der Investition und der Anlage an den Märkten beginnen.

 

Die dunklen Wolken sind bereits da, das Gewitter steht noch aus.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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