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An der Börse gibt es immer Geschichten. Manche sind wahr und viele oftmals nur Gerüchte. Um also Kurse zu bewegen, muss es Dinge geben, die an die Anleger verkauft werden können. Das könnten zum Beispiel hervorragende Wachstumsaussichten für Konjunktur und Wirtschaft sein. Die Aussichten für verschiedene Unternehmen könnten positiv sein oder eine Branche kann besonders beachtet werden und dadurch die Aktienkurse dieser Unternehmen ansteigen lassen. Zu jedem Börsenanstieg gehört ein Impuls. Irgendeine Story begleitet die Aufwärtsphase. Im Moment steigen die Aktienmärkte aber auch ohne eine Geschichte, die zum Kauf animieren könnte. Warum steigt der Markt trotzdem?

 

Es ist schwerer, in eine Phase von steigenden Kursen mahnende Worte zu platzieren. Es ist für jeden Autor einfacher, auf der Welle der Euphorie mitzuschwimmen. Trotzdem kann sich jeder aufgrund der vorliegenden Puzzleteile  selbst ein Bild der aktuellen Marktlage machen. Ein Ergebnis könnte sein, dass der plötzliche Anstieg der letzten Tage „angeschoben“ ist. Eine Art Unnatürlichkeit begleitet den Anstieg der Indizes. Dem Anleger darf getrost unwohl sein.

 

Die Unnatürlichkeit der Marktbewegung äußert sich dann auch in der Analyse der vorliegenden Chartmuster. Die Fehlsignale häufen sich, es kommt vermehrt zu Fehltrades. Linien, die der Trader einzeichnet, werden wertlos, sie verlieren in diesem Markt an Bedeutung. Für Indikatoren gilt das Gleiche. Indikatoren stehen auf Maximalwerten und führen doch nicht zu Abkühlungen.

 

Um am Markt dauerhaft Kursanstiege etablieren zu können, muss der Ausblick entsprechend sein. Der ist aber im Moment trüb. Da wäre zum Einen die Schuldenkrise in Europa. Das griechische Parlament hat zwar für das Sparpaket gestimmt, aber die Sorgen der Griechen bleiben die Gleichen. Solange Griechenland die Hauptrolle in diesem Schuldenkrimi spielt, werden die anderen Darsteller wie Portugal, Italien und Spanien nicht beachtet. Ist Ihnen aufgefallen, dass niemand über die anderen Problemländer berichtet? Wo sind die hin? Im Erdboden verschwunden? Der Ausblick ist also nicht berauschend und kann nicht der Grund für steigende Kurse sein. Da wären zum Anderen auch noch die Amerikaner. Diese drehen gerade selbst einen eigenen Schuldenkrimi, in den Hauptrollen die Demokraten und die Republikaner. Wenn diese sich nicht auf eine Erhöhung der Schuldenobergrenze einigen, dann soll Anfang August in den USA angeblich das Licht ausgehen. Wenn die Schuldenobergrenze nicht erhöht wird, tritt der Zahlungsausfall der USA ein. Die amerikanischen Anleger haben also auch keinen Grund, unter diesen Umstanden Aktien zu kaufen.

 

Dann muss es möglicherweise die Konjunktur sein, die die Kurse treibt. Aber auch aus dieser Richtung gibt es nichts Verwertbares zu berichten. Während in den USA die Konjunkturzahlen von vorneherein schlecht sind und auch waren, ist es in Deutschland etwas anderes. Da konnte man im letzten Jahr starke Zahlen präsentieren, diese haben sich aber bereits sichtlich abgekühlt. Für die nächsten Monate sieht es für die Wirtschaft in Deutschland nicht mehr gut aus. Die zeitverzögerten Zahlen werden dann eine Abschwächung untermalen. Die konjunkturellen Aussichten können also auch keinen Ansturm auf die Aktienmärkte ausgelöst haben.

 

Was also ist es? Was treibt die Investoren, wie wild Aktien zu kaufen? Es gibt keinen Grund. Es gibt keine Geschichte. Es ist an den Märkten so: Aktien  können auch ohne Grund steigen oder fallen, doch wenn Aktienmärkte steigen ohne eine Begleitende „Story“, dann ist die Gefahr groß, dass etwas an dem Anstieg nicht stimmt. Es bleibt ein ungutes Gefühl zurück, das sich nicht leugnen lässt.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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