Buchtipp

Dieser Tage erinnern sich viele Menschen an den Anfang der Finanzkrise anno 2008. Damals ging Lehman Brothers pleite und ein Aufschrei durch die Welt. Das Finanzsystem war am Wanken, alles konnte zusammenbrechen, und unser Erspartes war nur 15 min davon entfernt, in Rauch aufzugehen. Eine Finanzkrise wie damals sollte es nie wieder geben.

 

In der Not war sich jeder erst einmal selbst der Nächste, das ist natürlich: in Panik haben Menschen ihr Geld von den Banken abgezogen. Versicherungen wurden gekündigt und Goldmünzen gekauft. Jeden Moment konnte es zu spät sein. Rette sich wer kann, lautete die Devise. Erst als Bundeskanzlerin und Finanzminister vor die Fernsehkameras traten und eine Garantie für die Bankeinlagen aussprachen, beruhigten sich die Gemüter ein wenig.

 

Die Politik hat im Affekt auch gleich gehandelt und die Banken gerettet. Es war zum Wohle Aller. Es gab keine Alternativen, die Finanzunternehmen durften nicht pleitegehen, denn man hatte Angst vor den Konsequenzen. Ohne die Bürger zu fragen machte man Geld locker, was der Staat nicht hatte, dadurch stieg die Verschuldung der Staaten. Am Ende waren die Banken gerettet und die Staaten verschuldet.

 

Dass im Finanzsystem alles nur auf Vertrauen basiert, war  zwar lange bekannt aber nicht verstanden. Nur der Schlag auf den Hinterkopf (die Pleite von Lehman) rief ein Erwachen bei Mensch und Politik hervor. Bundeskanzlerin Frau Merkel und der damalige (wichtigtuende) Finanzminister Peer Steinbrück, traten hervor und verkündeten: „So etwas darf nie wieder passieren„. „Nie wieder dürfen wir uns so in die Abhängigkeit der Finanzwirtschaft begeben„.

 

Wer nach diesen euphorischen Worten gehofft hatte, es würden Taten folgen, der sah sich getäuscht.

 

Drei Jahre nach der damaligen Finanzkrise steht die Welt schon wieder am Abgrund. Wenn Griechenland nicht gerettet wird, dann kann das enorme Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Wenn eine Ratingagentur eine Staatspleite feststellt, dann müssen die Banken und Versicherungen ihre Verluste buchen und würden dadurch in Schieflage geraten, diese würden wiederum andere Banken (haben sich gegenseitig versichert) mit in den Abgrund ziehen. Die Auswirkungen könnten immens sein und erheblichen Schaden anrichten, so wird uns das gebetsmühlenartig eingetrichtert.

 

Deshalb lautet die Devise bei  der Politik:  wir müssen den Griechen helfen. Es ist zum Wohle aller Bürger und es gibt keine Alternative. Am Ende sind die Banken erneut gerettet und die Staaten noch tiefer verschuldet.

 

Die Drohung, dass eine Hilfe unausweichlich ist, ist ein übliches Muster und wurde 2008 auch schon angewendet. Die Politik feierte damals ihre Erfolge, welche keine waren. Die Politik hat nichts zwischen 2008 und 2011 verändert, damit die Abhängigkeit des Staates und seiner Bürger von der Finanzwirtschaft geringer wird. Direkt nach der Lehman Pleite war das wesentliche Ziel der Politik die Eigenkapitalquoten der Banken heraufzusetzen. Die Banken sollten nicht mehr so schnell in Schieflage geraten. Außerdem sollten sie durch höheres Eigenkapital besser an den Kosten einer Pleite beteiligt werden können. Dieses Ziel wurde gründlich verfehlt.

 

Die Politik schweigt heute zum Thema Eigenkapital. Die Bankenlobby hat wieder gute Arbeit geleistet und die Diskussion um Eigenkapital ist vergessen. Die Besuche des Herrn Ackermann bei der Bundeskanzlerin Frau Merkel werden ihr Übriges getan haben.

 

Die Banken zocken weiter wie bisher, denn pleite können sie nicht gehen, da vom Staat eine (unausgesprochene) Rettung garantiert ist. Nur der Bürger, der muss für jede Schandtat der Finanzindustrie geradestehen.

 

Egal ob damals (2008) die Banken gerettet wurden oder heute die Staaten (2011) – tatsächlich werden wieder die Banken gerettet. Griechenland ist hier aber nur der Platzhalter. In beiden Fällen kann der Bürger gar nichts dafür. Die Banken müssten ihrem selbstverschuldeten Schicksal überlassen werden. Wann haftet endlich derjenige, der auch das Risiko billigend in Kauf genommen hat? Es ist Zeit für ein Umdenken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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