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Oh la la, wie schön sich doch gestern (17.06.2011) die beiden Turteltäubchen Merkel und Sarkozy vor den Kameras präsentierten. Gut gelaunt, weil sie einen „Durchbruch“ bei der Lösung für ein zweites Griechenland-Rettungspaket erzielt haben. Und was für einen. Sarkozy hat seine Forderungen durchbekommen und Frau Merkel ihre Haltung geändert.

 

Außerdem hatte das Spitzentreffen eine symbolische Wirkung: man hat den Finanzmärkten ein Zeichen geben wollen, dass man gewillt ist, sich zu einigen. Seht her, wir können noch Lösungen erarbeiten, so der lüstern dauergrinsende Sarkozy. Die Börsen haben dann auch tatsächlich auf die Einigung reagiert und im Plus geschlossen.

 

Dabei ist die scheinbare Lösung keine Lösung. Die Haltungen waren zuvor folgendermaßen: Frankreich wollte keine Beteiligung privater Gläubiger, weil zu viel französische Banken zu viel Geld in Griechenland investiert haben. Die deutsche Haltung war völlig gegensätzlich: sie wollten eine Einbeziehung privater Gläubiger durchsetzen.

 

Wochenlang hat Frau Merkel und ihr Finanzminister Schäuble eine erneute Zahlung an Griechenland ausgeschlossen, wenn die privaten Gläubiger sich an der Hilfe nicht mitbeteiligen würden.

 

Frau Merkel hat dies in ihrer Partei und auch bei ihrem Koalitionspartner FDP so ausgedrückt. Die Nachrichten berichteten darüber und auch das Volk wurde miteinbezogen. Eine Hilfe an die Griechen wird nur mit ausdrücklicher Einbeziehung der Gläubiger stattfinden, das unterstrich die Kanzlerin vehement.

 

Anfang Juni schrieb ihr Finanzminister Schäuble sogar einen Brandbrief an seine EU-Kollegen und auch an den IWF und an die EZB. Darin wies er auf die Gefahr „einer ersten ungeordneten Zahlungsunfähigkeit in der Eurozone“ hin. Er warb in diesem Schreiben um eine gerechte Lastenverteilung einer neuen Rettungszahlung. Diese müsse unter Beteiligung privater Gläubiger stattfinden. Das war die deutsche Haltung.

 

Was ist nun aus der deutschen Haltung geworden? Sie ist umgekippt. Es ist nichts mehr zu hörn von der Einbeziehung privater Gläubiger. Jetzt heißt es offiziell: wir (Deutschland und Frankreich) wünschen eine private Beteiligung auf „auf freiwilliger Grundlage“. Dies ist ein Schlag ins Gesicht für die deutschen Bürger. Wurden die Deutschen doch wochenlang für dumm verkauft.

 

Stellen Sie sich nur mal vor: Sie sollen eine Zahlung leisten, die sowieso geleistet wird, auch wenn sie nicht bezahlen. Warum also sollten Sie ihr Geld riskieren? Frau Merkel hat hier wirklich ihre Kollegen und ihre Bürger veräppelt. Von einer Lösung kann nicht gesprochen werden. Die Bundeskanzlerin ist umgefallen, hat den Forderungen der EZB, des IWF und Frankreichs nachgegeben.

 

Niemand der privaten Investoren wird sich freiwillig an einer Zahlung beteiligen. Ausgenommen, es gibt hinten herum wieder Tricks, die hinter verschlossenen Türen vereinbart werden. Zum Beispiel: eine Bank beteiligt sich symbolisch mit 1 Mio. Euro und bekommt dafür 2 Mio. Euro Steuervorteile. Sowas etwas würde nicht ausgesprochen werden, ist aber der einzige Weg, einen Gläubiger zur Handlung zu bringen.

 

Schlimm bei diesem ganzen Theater ist, dass die Medien die gestrige Vereinbarung als Erfolg feiern, der er gar nicht ist. Man darf und muss von journalistischer Arbeit mehr erwarten können, als die Menschen mit inhaltslosem Wortgeplänkel in die Irre zu führen. Das haben die Abendnachrichten getan.

 

Frau Merkel ist umgekippt. Sie hat ihren Worten keine Taten folgen lassen. Somit waren all die Wochen ihrer so scheinbar „harten“ Haltung nur gespielt. Wieder einmal werden die Bürger die Last alleine tragen müssen.

 

Die Irreführung der Bürger scheint keine Grenzen zu kennen. Wie lange kann die Bundesregierung ihre Bürger noch verschaukeln?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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