Buchtipp

Macht Geld glücklich? Die treffendste Antwort lautet: "Geld macht nicht glücklich, aber es vereinfacht das Leben ungemein". So hat wohl auch der Notenbankchef Ben Shalom Bernanke gedacht, als er den Job als erster Mann der FED übernommen hat. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass wenn er an die Macht kommt, er die Märkte mit Geld überschwemmen wird. Er kam, um zu fluten.

Er hat die große Depression von 1929 erforscht und kam zu folgendem Ergebnis. Der Grund für die massive Armut und den tiefen  Einbruch der Wirtschaft war die schnelle Kappung der Liquidität. Hätten die Verantwortlichen damals nicht auf die Sparbremse getreten, dann hätte sich die Wirtschaft schneller erholen können. Seiner Meinung nach müsste man im Notfall Geld aus dem Hubschrauber werfen und an die Menschen verteilen, je mehr, desto besser. Die Leute würden das Geld ausgeben und die Wirtschaft wieder ankurbeln. Diese Aussage brachte ihm den Spitznamen "Helicopter Ben" ein.

Jetzt ist Ben Bernanke seit dem 1. Februar 2006 der Chef der amerikanischen Notenbank FED. Während der Zeit der Immobilienkrise, der Bankenkrise und auch der Wirtschaftskrise der USA hat er die Leitzinsen auf fast null gesenkt. Das war im Dezember 2008.  Seitdem rühren sich die Leitzinsen nicht vom Fleck. Die Märkte werden mit Liquidität versorgt. Dadurch stiegen in der Vergangenheit die Aktien und die Rohstoffe. Einfach weil-  die Investoren nicht wussten, wohin mit dem Geld. Die nächste Blase ist damit schon wieder erkennbar.

Die Immobilienblase ist ein Resultat seines Vorgängers Greenspan. Dieser hatte ebenfalls die Leitzinsen massiv gesenkt, seinerzeit jedoch, um auf das Platzen der dot.com Blase am Aktienmarkt zu reagieren. Mit der frei gewordenen Liquidität passierte Folgendes: verängstigt durch den Crash mieden die Anleger die Aktienmärkte und investierten in Immobilien. Der Grundstein für die Immobilienblase wurde gelegt und blies sich auf, bis sie platzte.

Geld allein macht nicht glücklich. Das muss eigentlich auch Ben Bernanke wissen. Allein durch das Drucken von Dollars kann kein zartes Pflänzchen wachsen, geschweige denn irgendwann einmal blühen. Es braucht Zeit, Wasser und viel Liebe. Davon ist in den USA allerdings nichts zu spüren. Auch wenn Ben immer wieder betont, er sehe zaghafte Ansätze einer Erholung, glaubt ihm das heute keiner mehr. In seiner letzten Rede vom 7. Juni wurde er etwas deutlicher und sprach von "die Wirtschaft wächst langsamer als erwartet". Das ist ein Eingeständnis einer falschen Politik, die er betreibt.

Obendrein sah er auch noch belämmert aus, was seine Hoffnungslosigkeit ausdrückte. Wir haben in vielen Artikeln darauf hingewiesen: Niemand kann ein Problem durch Drucken von Geld lösen. Man kann dadurch die Probleme ein wenig kaschieren, den Knall herausschieben und Zeit schinden, aber es wird durch das Drucken von Geld nie ein Fundament errichtet werden können, auf dem eine stabile Wirtschaftserholung beginnen kann.

Im Rahmen des Quantitative Easing 2 wurden für 600 Mrd. Dollar amerikanische Staatsanleihen gekauft. Also Geld gedruckt und gegen Schuldscheine eingetauscht. Dieses Programm läuft Ende Juni aus. Wenn kein neues Programm (QE3) aufgelegt wird, gehen wohl die Lichter in den USA aus. Es gibt dann keine neuen Impulse mehr.

Die Arbeitslosigkeit ist bei knapp 10%. In der Privatwirtschaft wurden im Mai lediglich 38.000 neue Stellen geschaffen, erwartet wurden jedoch 190.000. Das ist enttäuschend. Der amerikanische Häusermarkt liegt immer noch ohne jede Aussicht auf Besserung am Boden. Der viel beachtete Case-Shiller-Index, der die Hauspreise in 20 amerikanischen Städten misst, fiel im März im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf ein Achtjahrestief. Zu sehr wurde mit den Immobilien gezockt, das braucht noch viel mehr Zeit, bis sich eine Stabilisierung abzeichnet. Der Stolz der Amerikaner, der Konsum, schwächelt ebenso; das Conference Board meldete für das Verbrauchervertrauen im Mai einen Indexwert von 60,8 Punkten nach zuvor 66,0 Punkten.  Das Konsumklima hat sich stark eingetrübt. Die Konsumausgaben werden deshalb stark beachtet, weil sie zu zwei Dritteln zum amerikanischen BIP beitragen. Und auch das Institute for Supply Management, das den Einkaufsmanagerindex  für das verarbeitende Gewerbe ermittelt, meldet für den Monat Mai einen starken Rückgang auf 53,5 Punkte von zuvor 60,4 Punkten.

Wo man hinsieht, alles liegt brach in den USA. Man kann die Augen verschließen, man kann sich von den Medien blenden lassen, aber an der tatsächlichen Lage ändert das nichts. Die USA ist pleite. Sie hat keine produzierende Wirtschaft (wird heute alles in Asien gefertigt), keine gebildeten Bürger (die guten Schulen gibt es nur gegen viel Geld, was sich die Mehrheit nicht leisten kann) und es gibt keine Sozialabsicherung (jeder muss selbst sehen, wo er bleibt). Das sind Fakten, mit denen sich das Land auseinander setzen muss.

Weil die Politik diese wichtigen Dinge nicht angehen mag, haben sich nun die Ratingagenturen eingeschaltet (S&P und Moody's) und drohen der USA, ihr die Bestnote wegzunehmen, wenn nicht endlich eine Lösung gefunden wird, um die ausufernden Schulden in den Griff zu bekommen. Das Land hat über 14 Billionen US Dollar Schulden und jährlich kommen 1,5 Billionen hinzu. Soviel beträgt das Budgetdefizit.

Er kam, um zu fluten heißt dieser Artikel. Der Chef der Notenbank FED Ben Bernanke kam, öffnete die Geldschleusen und sieht nun ein Land ertrinken.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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