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Kennen Sie die Nachkauf-Falle? Sie möchten sich Aktien kaufen, sagen wir 100 Stück für 50 Euro, dass wären 5000 Euro für Ihr Investment. Der Kurs entwickelt sich aber nicht so wie gewünscht und fällt. Sie entscheiden sich nachzukaufen und wollen verbilligen, damit der Einkaufskurs günstiger wird.

Sie ordern also noch einmal 100 Stück, diesmal für 35 Euro, dass sind 3500 Euro. Jetzt besitzen  Sie 200 Aktien und haben dafür in der Summe 8500 Euro ausgegeben.

Wider Erwarten und zu Ihrem Entsetzen fällt der Kurs weiter. Der Aktienkurs notiert bereits bei 25 Euro. Sie sind sich aber sicher: "das wird schon wieder", "der Kurs wird bald wieder alte Höhen erklimmen". Gestärkt mit dieser Meinung denken Sie: "billiger geht es nicht mehr". Ausserdem wollen Sie sich den wirklich "billigen" Aktienkurs zu Nutze machen, es wäre doch schade, wenn der Kurs genau an diesem Tiefstand dreht.

"Jetzt aber ordentlich in die Vollen", denken Sie sich. Es soll geklotzt und nicht gekleckert werden. Sie verkaufen andere Investments und setzten all Ihr Geld in dieses Investment. Sie denken, die Gelegenheit kommt bestimmt nicht wieder, am besten kaufen Sie noch mehr als die bisherige Anzahl, damit der Durchschnittskurs auch richtig gedrückt wird. Sie kaufen also nach, diesmal 300 Stück für 25 Euro. Die Kaufsumme beläuft sich auf 7500 Euro.

Insgesamt besitzen Sie nun 500 Aktien dieses Unternehmens zu einen Durchschnittspreis von 32 Euro. In der Summe haben Sie 16.000 Euro investiert.

Das Nachkaufen hat Ihren ursprünglichen Plan, 5000 Euro zu investieren, über den Haufen geworfen. Ihre Position ist nun so stark angeschwollen, dass Sie um 220 Prozent angewachsen ist. Die Position ist Ihnen über den Kopf gewachsen. Sie können nicht mehr logisch denken, können schlecht schlafen und Sie fragen sich, was Sie da angestellt haben. Die Aktie notiert bereits bei 22 Euro.

Durch das regelmäßige Nachkaufen sind Sie nun in der Falle. Sie haben alles auf ein Pferd gesetzt und können nur noch hoffen, warten und beten. Mit der ursprünglichen Positionsgröße wäre der Verlust "nur" 2800 Euro. Das wäre von Ihrem Investitionskapital etwas über 17% gewesen.  Nach dem Nachkaufen würden Sie nun einen Verlust von über 31% verkraften müssen.

Sie stecken bis zum Hals in dieser Aktie fest. Sie können nicht mehr aussteigen, weil der Verlust enorm sein würde, wenn Sie ihn realisieren. Der Verlust würde verheerende Folgen für Ihr Kapital haben. Da ein Ausstieg für Sie nicht in Frage kommt, bleiben Sie weiter investiert.

Was ist geschehen? Sie haben nur auf die positiven Seiten dieses Investments geschaut, sprich Sie haben sich eingeredet, dass wird schon wieder, der Kurs ist günstig usw. Tatsächlich haben Sie aber den klaren Blick verloren. Es gibt einen Grund, warum eine Aktie von 50 Euro auf 22 Euro fällt. Bestimmt hat sie zuvor noch höher notiert und Sie haben sich bei 50 Euro zu einem Kauf entschlossen. Sie haben sich blenden lassen von den Zusagen des Unternehmens in der Presse, haben sich weiter Hoffungen gemacht, obwohl es nichts zu hoffen gab. Die Firma stellt sich als Pleitefirma heraus und der Kurs fällt immer weiter.

Was hat das mit Frau Merkel zu tun? Frau Merkel steckt ebenfalls in der Nachkauf-Falle. Sie hat Griechenland geholfen, immer und immer wieder wurde Geld nachgeschossen und Bürgschaften wurden ausgestellt. Nun ist die gleiche Situation eingetreten wie im obigen Beispiel. Frau Merkel, respektive die Bundesregierung, kann aus dem Geschäft nicht mehr heraus. Sie ist schon zu dick drin und mit ihr zusammen natürlich die Banken, denen will man die Verluste ebenfalls ersparen. Deshalb steht eine Rettung ausser Frage, so heisst es immer wieder.

Tatsächlich ist das Investment "Griechenland" ein Fass ohne Boden. Es ist ein Pleitestaat, wie sich die Firma im obigen Beispiel als Pleitefirma herausgestellt hat. Lange Zeit hat man die Augen vor der Realität verschlossen. Gemeinsam mit der EU hat man sich Mut gemacht. Man hat die Risiken ausgeblendet und nun steckt man mit viel Geld im Griechenlanddesaster drin. Niemand will sich die Niederlage eingestehen.

Also versucht man Druck auszuüben "mehr sparen", "weniger Rente", "weniger Urlaub", nur dann gibt es weiter Geld – so Frau Merkel in Richtung der Schuldner. Versuchen Sie mal einem toten Pferd klarzumachen, dass es aufstehen soll. An den Griechen prallt das ab. Das ist auch richtig so, denn den Fehler hat der Investor gemacht und nicht der Pleitestaat.

Nun ist soviel Kapital in die Rettungsaktionen geflossen, dass ein Ausstieg nicht mehr in Frage kommt. Ein Austieg ist in den Augen der Bundesregierung fatal, weil dann auch die Gelder in Portugal und Irland weg sind. Diese Länder würden sofort die Gunst der Lage erkennen und auch mehr Geld fordern oder mit dem Staatsbankrott drohen.

Noch fliegt der Pleitegeier nur über Griechenland. Steigt Frau Merkel aus, dann sind sofort alle bereits überwiesenen Gelder weg. Gläubiger können die griechischen Schulden bei Frau Merkel eintreiben und Deutschland müsste zahlen (Deutschland  haftet im Pleitefall als Bürge). Bleibt sie hingegen im Griechenland Investment drin, dann muss sie weiter Geld nachschiessen, obwohl es keine Hoffnung mehr auf eine Rückzahlung gibt.

In beiden Fällen muss sie noch mehr Geld aufbringen. Entweder wenn sie Geld nachschiesst oder wenn sie die Forderungen der Gläubiger bezahlen muss.

Die Nachkauf-Falle hat zugeschnappt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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