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Heute haben viele DAX Unternehmen ihre Zahlen bekanntgegeben. Durchweg positive Ergebnisse wurden von  Siemens, BMW, Henkel, Allianz, Linde und Fresenius Medical Care gemeldet. Meist wurden die erwarteten Zahlen übertroffen und die Prognosen für das Folgejahr angehoben. Die Geschäfte brummen also, doch was machen die Aktienkurse? Diese geben nach und notieren im Minus.

 

Sicherlich ist eine direkt Korrelation zwischen Aktienkurs und den Unternehmensnachrichten nicht vorhanden. Ein gutes Ergebnis muss nicht direkt zu Kurssteigerungen im Aktienkurs führen. Ebenso kann eine Aktie eines Unternehmens, welches schwache Zahlen meldet, im Plus notieren, weil vielleicht die Zukunftsaussichten besser geworden sind.

 

Wichtig ist aber, wie sich die Zahlen auf die Stimmung der Anleger auswirken. Eigentlich beeindruckende Zahlen verpuffen am Markt. Die guten Zahlen stützen den Markt nicht mehr. Der Markt ist in den letzten Wochen besonders stark  gestiegen, die Anleger wirken ausgepowert. Diejenigen Anleger, die während der Osama-Euphorie gekauft haben, haben erst einmal ein Minusgeschäft gemacht, denn deren Kurse notieren im negativen Terrain. Der Markt will nicht weiter hoch.

 

Still ist es währenddessen um Griechenland geworden, obwohl es derzeit bei den Helenen heiss her geht. Dieser Tage wird über eine Umschuldung oder einen Schuldenschnitt verhandelt. Die EU möchte das zwar nicht, die Investoren der Griechenland-Papiere  auch nicht, aber der Markt zeigt keine Gnade und wird einen Schuldenschnitt erwirken. Griechenland kann seine Schulden nicht bedienen, also ist es besser, die Gläubiger verhandeln und bekommen 40% ihres Kapitals und verzichten auf 60%, als auf eine 100% Zahlung zu pochen. Denn wenn Griechenland den Staatsbankrott eingestehen muss, dann bekommen die Investoren erst einmal gar nichts.

 

Eine kurze Nebenbemerkung: auch wenn die Investoren erst einmal entsetzt sind, dass sie an den Kosten für die Rettung des Landes beteiligt werden, die Lage ist dennoch nicht so dramatisch für den einzelnen Gläubiger. Besonders die Banken wittern ein neues Geschäft, denn bei jeglicher Art von Restrukturierung können und wollen sie die Hand aufhalten. Die Banken würden sich für ihren Rat bezahlen lassen und daran verdienen.

 

Der Börsen scheinen nur auf weiter fallende Kurse zu warten. Ob der Ausgang der Verhandlungen in Griechenland als Vorwand genommen wird, wer weiss? Oder liegt es an dem saisonalen Zeitpunkt? Es ist nämlich Mai und ein legenderer Börsenspruch lautet „sell in may and go away„. Die Sommermonate sollen nicht die besten für weitere Kursgewinne sein, deshalb verkaufen Anleger ihre Anteile im Mai – so sagt man jedenfalls bezugnehmend auf diese Börsenregel.

 

Die einen Anleger wollen nicht weiter kaufen (Markt bereits zu hoch) – die anderen Anleger können nicht kaufen (bereits investiert). Für den Markt also eine Patt-Situation.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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