Signalservice

Wer reibt sich dieser Tage nicht die Augen? Der Dow Jones Index  kratzt schon wieder am Jahreshoch. Der DAX hinkt zwar etwas hinterher, aber dennoch, nach dem Absturz vor wenigen Wochen sind schon wieder 600 Punkte aufgeholt worden. Wie lässt sich das in das aktuelle Umfeld einordnen?

 

Dazu muss man wissen, die Börse ist nicht rational. Kurse steigen und fallen, ohne dass man sich daraus einen Reim machen kann. Zum Beipiel meldet ein Unternehmen gute Zahlen und die Aktien des Unternehmens steigen. Daraus kann der Anleger nicht gleich schliessen, dass das an der Börse immer so ist. Bereits am nächsten Tag meldet ein anderes Unternehmen auch gute Zahlen und in diesem Fall fällt der Kurs. Die Begründung der Börsianer könnte dann sein: „die Zahlen sind zwar gut, aber die Aussicht ist schlecht“.

 

Ebenso verhält es sich derzeit an den Finanzmärkten. An vielen Stellen in der Welt kriselt es. Einige Krisen sind politischer Natur, andere ökologischer und viele wirtschaftlicher Natur. Erst gestern Abend wurde der irische Stresstest veröffentlicht, bei dem die Banken des Landes ganz schlecht abgeschnitten haben. Auch die letzte Bank (Irish Life and Permanent) muss verstaatlicht werden. Die Krisen sind allgegenwärtig, werden aber derzeit von den Investoren ausgeblendet.

 

Wie gesagt, die Investoren müssen die Krisen nicht nutzen, um Aktien zu verkaufen, eher im Gegenteil. Derzeit werden Aktien gekauft. Mit dem Absturz der Indizes vor drei Wochen bekamen viele Marktteilnehmer die Chance, sich günstig in den Markt zu kaufen.

 

Während es die ersten Tage nach dem Absturz ein unentschieden zwischen den Käufern und den Verkäufern war, mehren sich jetzt schon wieder Anzeichen, dass die Gier übernommen hat. Der DAX steigt wieder ungebremst, der Chart zeigt wieder Kurslücken (Break Away Gap) und die Stimmung  sagt: „bloss nichts verpassen“.

 

Die Gier ist ein ständiger Begleiter der Märkte und verleitet den Anleger, Risiken auszublenden.

 

Werden die Risiken irgendwann doch ersichtlich, erkennt der Anleger also die Gefahr für sein Investment, dann schlägt die Stimmung um und die Anleger wollen dann alle gleichzeitig ihre Anteile verkaufen. Wenn alle  verkaufen wollen, dann fallen die Kurse rasant. Dann spricht man von Panik.  So zum Beispiel gerade erst gesehen bei den fallenden Kursen, die durch die Japan-Krise ausgelöst wurden.

 

Auch die Panik ist ein Begleiter der Märkte.

 

Derzeit sind die Marktteilnehmer hin und hergerissen zwischen den beiden Polen (Gier und Panik). Es ist förmlich zu spüren, dass die Gier wieder das Ruder übernommen hat. Die Anleger sehen nur noch den Profit und das sollte zur Vorsicht mahnen.

 

Seien Sie also auf der Hut. Die Panik kommt genauso schnell wieder, wie sie vergangen war. Es sollte nicht überraschen, wenn der DAX bald wieder auf Talfahrt geht. Das wird dann in den Medien wieder als ein  „völlig überraschendes“ Ereignis herumgereicht. Aber auch die Medien sind Marktteilnehmer und schwanken täglich  zwischen Gier und Panik.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

Share This