Buchtipp

Der große Bruder hilft dem kleineren, der reiche Onkel hilft den ärmeren Familienmitgliedern. Das wohlhabendere Land hilft dem bedürftigeren Land. Das ist das Gesetz der Gemeinschaft. Wenn also die EU-Gemeinschaft Geld braucht, dann muss die Bundesrepublik helfen. Doch die Gefahr wächst, dass auch die Bundesrepublik in Finanznot gerät, und was passiert dann? Wer rettet dann Deutschland?

 

Die Zeichen mehren sich, dass die Schuldenkrise in eine neue Runde geht. Bisher wurden durch die aktuelleren Nachrichten aus Japan und vom Krieg aus Libyen wenig Neuigkeiten über klamme Staaten gemeldet. Auch wenn die Medien nicht gerne  darüber sprechen wollen, die Schuldenkrise verschärft sich gerade. Die Ratingagenturen haben in den letzten Wochen vermehrt Abstufungen vorgenommen. Diese zeigen, dass trotz der vielen Beteuerungen über Sparvorhaben, es keines der Pleiteländer schafft, auf die Beine zu kommen. Es ist eher das Gegenteil der Fall, sie verschulden sich immer weiter. Darauf reagieren die Ratingagenturen und senken den Daumen noch weiter nach unten als bisher.

 

Es begann mit einem Knaller am 07. März. Die Ratingagentur Moody’s verkündete:  sie hege „große Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Griechenlands„. Als Resultat ihrer Analyse senkte sie die Bonität der Helenen gleich um drei Stufen, von Ba1 auf B1. Wer jetzt in Griechenlandanleihen investiert, der legt sein Geld in Zockerpapiere an – was extrem spekulativ ist. Besonders bei Griechenland ist die ausweglose Lage eines Pleitekandidaten deutlich zu erkennen. Es hilft nichts, jegliches Bemühen verzögert die Staatspleite lediglich, aber verhindert sie nicht.

 

Ebenfalls am 07. März senkte die Ratingagentur Fitch den Ausblick für das EU-Land Spanien. Von zuvor „stabil“ auf nun „negativ“. Es heisst, die Spanier mühen sich ganz ordentlich, aber die Risiken lauern im Bankensektor, welche bisher nicht gelöst wurden.  Auch wenn die Medien sich zurückhalten, über das Thema Bankensektor zu sprechen; es ist Realität, dass in den Bilanzen der Finanzunternehmen Giftpapiere in Milliardenhöhe lauern, die jederzeit explodieren können. Dieses Risiko darf nicht verschwiegen werden und wird durch die Analyse von Fitch wieder ins Blickfeld der Investoren gerückt.

 

Drei Tage später am 10. März veröffentlichte auch die Ratingagentur Moody’s eine Neubewertung der Bonität Spaniens. Sie stuft die Kreditwürdigkeit um eine Note ab, von Aa1 auf Aa2. Der Ausblick bleibt „negativ“.  Es steht nicht gut um die Spanier, das spiegeln die Bewertungen der Ratingagenturen wieder. Man darf aber auch nicht vergessen, die Spanier haben es krachen lassen, als „in Villariba gefeiert wurde“ und nun bekommen sie die Quittung. Sie kommen aus dem Schuldensumpf nicht mehr raus.

 

Am 16.03.2011 veröffentlichte die Ratingagentur Moody’s eine Neubewertung des Mittelmeerstaates Portugal. Die Kreditwürdigkeit wird gleich um zwei Stufen auf A3 gesenkt und der Ausblick als „negativ“ bewertet. Natürlich formuliert sie es mit anderen – neutraleren – Worten, aber ausdrücken will sie Folgendes: „dass Portugal unter der Schuldenlast zusammenbrechen werde und es sehr wahrscheinlich ist, dass Portugal seine Sparziele nicht erreichen wird“. Was somit heisst, „glaubt ihnen nicht“, wenn die Regierung anderes verlautbaren lässt. Der aktuelle Stand ist folgender: Portugal braucht dringend den Schutz des EU-Rettungschirms und wird dies die nächsten Tage auch offiziell anmelden.

 

Nun sind die Ratingagenturen wieder einmal spät dran, nämlich erst, nachdem das Kind in den bekannten Brunnen gefallen ist, aber nicht zu spät. Es reicht noch, um später einmal sagen zu können, seht her: wir haben es euch ja gesagt, dass es schlecht um einige Länder steht. Eigentlich hätten alle drei großen Ratingagenturen dafür sorgen müssen, dass die Länder zuvor gar nicht erst soviel an günstiges Geld kommen konnten. Nun, nachdem sie jetzt im Schuldensumpf sitzen, ist es ein Leichtes zu behaupten, sie kämen da nicht mehr raus.

 

Die negativen Bewertungen haben als Folge, dass die Länder mehr Zinsen aufbringen müssen, damit ihnen jemand Geld leiht. Also wird noch mehr Geld benötigt, welches sie nicht haben. Über die Staatsverschuldung und dass diese nicht zu verhindert ist, schrieben wir bereits ausführlich in unserem Artikel, „Staatspleiten – weitere werden folgen„, den Sie hier nachlesen können: hier.

 

Da auch die EU weiss, dass die Lage in den Pleitestaaten brandgefährlich ist, hat sie schon mal vorsorglich den Euro-Rettungschirm erweitert. Es passiert gerade, was nicht passieren durfte. Alle Länder der EU vergrößern durch die Hilfsmaßnahmen nun ihre Schulden und werden dadurch selbst zum Problemfall. Genau das wurde eigentlich im Maastrichtvertrag ausgeschlossen, doch in der Not ist Papier geduldig. Die EU ignoriert ihre eigenen Regeln.

 

Die Pleitestaaten, die sogenannten PIIGS (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) haben bereits kein Geld mehr, und die Länder, die noch Geld haben, wie zum Beispiel Deutschland, werden gerade dazu gebracht, bald auch keines mehr zu haben. Wenn in der Zukunft auch die Bundesrepublik in Finanznot geraten sollte, wer rettet dann Deutschland?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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