Buchtipp

Jetzt ist das Geheule wieder groß. Uhhhh…die Aktien fallen. Der Crash, über den die letzten Monate geredet wurde, ist nun da und zwar ganz gewaltig. Kein Börsenstein steht mehr auf dem anderen. Alle Kurse sind nur noch rot und die Aktienkurse sinken täglich weiter. Trostlose Gesichter laufen umher und jammern über ihre Wunden.

 

Diejenigen, die nun heulen, sind auch die gleichen, die nicht zuhören wollten, als berichtet wurde, dass der Markt auf wackligen Füssen steht. Nicht hören wollten sie, daß das Wachstum kein echtes Wachstum ist, sondern nur durch Einsparungen erzielt wurde. Auch kein Gehör fand, dass die massive Liquidität  in Kürze den Börsen um die Ohren fliegen wird. Wenn die Kurse steigen, nur weil die Zentralbanken Geld zaubern, dann sollte jeder wissen, dass die Marktgesetze ausser Kraft gesetzt werden. Irgendwann implodiert der Unsinn – jetzt haben die Börsianer den Salat.

 

Lasst sie also heulen. Diejenigen, die geglaubt haben, es wird an den Märkten für immer bergauf gehen, sind nun zurück auf dem Boden der Realität. Die gierigen Börsianer wollten bei der großen Party dabei sein, nun sind sie mittendrin – nicht auf der Party, sondern mitten im Gewitter.

 

Warnende Worte haben es immer schwerer als euphorische. Das Börsenvolk will einfach nur gute Nachrichten hören, will über Fusionen und Übernahmen sowie über Bewertungen und Analysen diskutieren. Kaufempfehlungen sind heiss begehrt und Insidertipps gerne gehört. Aber dass Gefahr im Verzug ist, nein davon will der Börsianer nichts hören.  Der Überbringer der schlechten Nachricht ist entweder ein Miesmacher oder ein Verschwörer. Nur Beachtung findet er selten, denn die Käufer wollen einfach nicht hören.

 

Ende des letzten Jahre stiegen die Insiderverkäufe im S&P500 Index massiv an. Das war möglicherweise ein Indiz dafür, dass es in der Zukunft nicht mehr profitabel sein wird, auf Aktien zu setzen. Denn kein Insider, also z.B. Manager, Vorstand oder Inhaber eines Unternehmens verkauft seine Anteile, wenn die Aussichten rosig sind. Doch die Insider verkauften Ende letzten Jahres massiv, und wie man heute sieht, auch nicht zu Unrecht. Rechtzeitig konnten sie ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Manch einer würde sagen, der Markt ist doch noch zwei Monate (bis Frühjahr 2011)  gestiegen. Das wäre aber eine fälschliche Interpretation der Situation. Wenn Aktien im großen Umfang verkauft werden sollen, dann wird das nach 80% des Weges ausgeführt – das Ziel ist nicht, bei 100% des Weges verkaufen – das wollen nur unerfahrene Börsianer. Die Profis verabschieden sich nach 80% des Weges und geben ihre Anteile her, wenn die Meute, die Masse oder die Schafherde (nennen Sie sie, wie Sie wollen) noch gierig in den Markt will. Dabei erzielen die Profis  einen guten Preis, trotz der großen Pakete, die sie veräußern. Profis verkaufen, wenn der Markt steigt.

 

Jetzt hat der DAX in den letzten vier Wochen über 1000 Punkte oder über 13% verloren. Betroffen brichten n-tv & co von den Börsenplätzen der Welt. Was soll die Trauer? Als der Markt die vielen Bären gegrillt hat, wurde nicht geheult, sondern gefeiert; aber jetzt, wo  es die Bullen erwischt hat und sie aufgespiesst werden, da ist das Geschrei groß.

 

Nein liebe Börsianer, der ganze Anstieg der letzten Monate war nur durch die Druckerpresse möglich. Es wurde Geld gedruckt und Aktien wurden gekauft. Der Preis für das einzelne Wertpapier spielte dabei keine Rolle, es floss  ja immer weiter Geld nach. Es gab unzählige Warnungen, diese wurden aber ignoriert. Wer also von den Börsianern nicht hören wollte – muss wohl erst fühlen.

 

Es heisst umgangssprachlich: „Wer die  Rose liebt, muss auch ihre Dornen akzeptieren“ – für die Börse bedeutet das soviel wie „wer gewinnen will, muss auch das Risko eines Verlustes in Kauf nehmen“. Da sind nur die Verluste, vor denen immer gewarnt wurde. Es hiess „wenn der Absturz kommt, dann schnell und gewaltig“, der Absturz, den wir jetzt sehen, ist noch gewaltiger. Es scheint sogar, er ist erst der Anfang.

 

Zurück zum Börsianer. Was zum Teufel hat sie geritten, zu Beginn des Jahes noch einzusteigen? Sie haben sich noch zu Höchstkursen in den Markt gekauft. Wie oben erwähnt, die Profis haben verkauft und die Ahnungslosen haben gerne bezahlt. Es ist immer das gleiche Spiel. Die Unerfahrenen und die Kleinanleger bleiben auf den teuren Aktien sitzen. Die Börse schafft es immer wieder, den Moment der Umkehr zu vertuschen. Plötzlich ist der Markt gefallen und keiner bekommt es zunächst mit. Auch nachdem der Markt gedreht hat, machen die Börsianer keine gute Figur. Anstatt sich schnell wieder aus dem Markt zu verabschieden und den Verlust gering zu halten, wird noch nachgekauft.

 

Man kann sich den Mund fusselig reden, aber die Börsianer wollen einfach nicht hören.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

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