Indikatoren-Trading

Da haben die investierten Anleger am Wochenende Blut und Wasser geschwitzt. Meldungen über einen bevorstehenden Crash an den Finanzmärkten hatten die Runde gemacht. Der Jahrhundertknall sollte passieren und die Börsen weltweit einbrechen. Der Goldpreis hingegen sollte durch die Decke gehen. Es kam anders.

 

Müde und angespannt blickten die Börsianer am Montag morgen auf die Kursnotierungen. Die ganze Nacht hindurch wälzte sich der Anleger hin und her, denn er konnte keinen Schlaf finden. Die Aussichten, wie die Finanzmärkte zu Wochenbeginn eröffnen würden, waren besorgniserregend. Der tiefe Fall der Kurse weltweit, wurde erwartet, ausgelöst durch die Japan Krise. Der Crash also,  der die Welt verändert sollte, und was ist passiert? Nichts.

 

Die asiatischen Märkte hatten keine deutlichen Abschläge verzeichnet, somit wurde die Naturkatastrophe aus Sicht der Märkte zu einem japanischen Problem deklariert. Entsprechend fiel auch der Nikkei Index mit sechs Prozent besonders stark. Andere asiatische Märkte verloren nur im Rahmen.

 

Was passierte mit dem DAX?
Für die Börsianer war ein vorbörslicher Handel um 6900 Punkte mehr als erträglich. Da kann niemand klagen, denn es hätte auch viel schlimmer kommen können.

 

Der beführchtete Crash blieb also aus. Nicht nur in Deutschland, sondern auch andere Indizes in Europa gaben nur im kleinen Prozentbereich ab. Woran liegt das? Für die Märkte zählt nur der Profit, nicht das Mitleid. Aus Börsensicht/aus Sicht der Wirtschaft ist ein lästiger Konkurrent abhanden gekommen. Es ist leider so krass, wie es klingt. Wenn zwei Baumärkte sich an einer Strasse gegenüberstehen und einer der beiden brennt ab, dann ist das im ersten Moment traurig. Aber sobald der Rauch auch nur etwas schwindet, freut sich der andere, dass er nun alle Kunden mit seinen Waren beliefern kann – ein lästiger Wettbewerber ist weg.

 

Japan ist ein Exportland, ebenso wie Deutschland. Wenn also die Produktion lahmgelegt ist in Nippon, dann wird Deutschland für die nahe Zukunft mehr von dem Kuchen der Weltwirtschaft abbekommen. Wenn also die Welt nicht durch einen AtomGAU in Schutt und Asche gelegt wird, dann wird Deutschland von dem japanischen Unglück profitieren.

 

Die Börse denkt nur in Schwarz und Weiß, nur in Gewinnern und Verlierern und nur in Profit und Verlust. Die Börse ist ohne Mitgefühl.

 

Zum Goldpreis:

Am Wochenende wurden auch starke Anstiege für den Goldpreis prognostiziert. Die Flucht in den sicheren Hafen sollte die Nachfrage immens ansteigen lassen und somit den Preis pro Unze nach oben treiben. Auch das geschah nicht, es kam wieder ganz anders.

 

Der Preis klebte an 1424$/uz und es passierte im Tagesverlauf nichts. Jedenfall sah das äusserlich betrachtet so aus. Tatsächlich aber ist Gold auch ein Investionsgut und wird bei fallenden Märkten natürlich nicht verschont. Es darf nicht vergessen werden, dass es viele Spekulanten gibt, welche ihre Investition auf Kredit tätigen. Das bedeutet, wenn die Märkte verlieren, und nun die Verluste überhand nehmen, dann muss der Spekulant seine Goldanteile verkaufen. Somit gibt es immer Verkäufer an den Märkten, auch wenn von Aussen betrachtet niemand seine Goldanteile hergeben müsste. Dass der Goldpreis sein Niveau vom Freitag halten konnte, ist auch als „innere Stärke“ bewertbar.

 

Die Erwartungen der Maktteilnehmer sind wieder einmal durchkreuzt worden. Der Markt macht eben, was er will und hat das heute eindrucksvoll bewiesen. Wer bei diesem Umfeld mit Aktien hantiert und seine Schnäppchen sucht, spielt mit dem Feuer. Der kurzfristige Vorteil für Deutschland kann sich schnell in einen Nachteil verwandeln; dann nämlich, wenn die Börisaner realisieren, dass eine Exportnation Japan gute und hochwertige Rohmaterialien in enormen Mengen aus dem deutschen Mittelstand bezieht, um seine Fertiggüter zu produzieren. Diese Nachfrage wird nun ausbleiben.

 

Es ist meist an den Märkten nicht so, wie es im ersten Moment scheint, sie folgen gern dem Spruch: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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