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Chartformationen sind nicht immer eindeutig. Jeder Analyst hat seine eigene Sicht der Dinge. Doch über manche Formationen herrscht Einklang. Da wäre zum Beispiel das Dreieck.


Das Dreieck ist in seiner Form selbsterklärend. Im Falle von steigenden Kursen ist eine Phase des Kursanstiegs vorausgegangen, danach stagnieren die Kurse. Der Index (oder Aktie) kommt nicht mehr weiter. Es kristallisiert sich ein Niveau heraus, bei dem die Verkaufsbereitschaft der Marktteilnehmer überwiegt. Im Chartbild ist das dann eine gerade Linie, die horizontal verläuft.


Die Verkäufer sind aber auch nicht stark genug, um die Kurse zu drücken, beziehungsweise eine Trendumkehr zu erzwingen. Tatsächlich kommt es nicht zu neuen Tiefs, sondern die Kurse versuchen sich an der Widerstandsmarke; kommen dann etwas zurück, versuchen wieder, diese Marke zu erklimmen, kommen erneut zurück usw. Die Rückschläge von der Widerstandslinie werden immer kleiner. Die Tiefs steigen also an. Dies führt dann zu dem unteren Schenkel der Dreiecksformation. Dieser ist eine Linie, die diagonal eingezeichnet wird und ansteigend von unten links nach oben rechts verläuft.


Man spricht von einem aufsteigenden Dreieck, wenn die Kurse auf der diagonalen Linie stetig steigen. Im Umkehrfall, also bei fallenden Kursen, dreht man das Dreieck um. Die Widerstandslinie ist dann wieder horizontal und zeigt den Level an, bei dem die Kurse nicht weiter fallen. Die diagonale Linie ist dann von oben links nach unten rechts zu ziehen. Man erhält dann das fallende Dreieck.


Im Tageschart des deutschen Börsenindex DAX hat sich Anfang Februar 2010 bis Anfang Oktober 2010 ein steigendes Dreiecksmuster entwickelt.


Das Chartbild sieht wie folgt aus:


Das Treffende an den Dreiecksformationen ist ihre Eigenart, darauf basierende Kursprognosen erstellen zu können. Die Charttechnik sagt hierzu: man zeichne die beiden Linien (horizontal und diagonal) für ein Dreieck ein und nehme die größte Stelle, an der die beiden Linien auseinander sind. Dort wird der Wert definiert, wie weit der Anstieg vom Beginn der diagonalen Linie bis zur Widerstandslinie verlaufen ist. Bei einem Index sind das die zurückgelegten Punkte, bei einer Aktie der Weg ausgedrückt in einer Währungseinheit.


An dem Moment, wo der Ausbruch über die Widerstandslinie stattgefunden hat, wird der zurückgelegte Wert dann auf die Widerstandslinie gesetzt. In der obigen Grafik sind das ca. 900 Punkte als Spanne im Dreieck. Der Ausbruch erfolgte bei 6300 Punkten. Auf die 6300 Punkte werden die ca. 900 Punkte addiert. Als Zielwert für den DAX Anstieg konnte also bereits Anfang Oktober ein Wert von 7200 Punkten angepeilt werden.


Für Dreiecke gilt: es kann mit den gegebenen Informationen ein guter Zielwert prognostiziert werden. Charttechnik ist kein Geheimnis, da die meisten Anleger über diese Art der Kursprognose Kenntnisse haben, steigt oder fällt der Index dann auch recht zügig in die eine oder andere Richtung, bis der Zielwert ungefähr erreicht wird.


Das Dreieck eignet sich hervorragend, um mit den gegebenen Mitteln ein Kursziel zu prognostizieren.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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