Indikatoren-Trading

Wieder einmal kommt eine wohl unwichtige Nachricht auf uns zu. Laut einer Umfrage der DAB Bank sehen Vermögensverwalter den DAX Ende des neuen Jahres 2011 bei 7700 Punkten. Aha. Nun lässt sich über solche Kaffeesatzleserei vorzüglich diskutieren. Was sagt diese DAX Zahl den Aktienanlegern?


Um es vorweg zu nehmen: „nichts“. Denn wissen die Anleger, ob der DAX nicht erst auf 5000 fällt? In diesem Fall würden sämtliche Stopp-Loss Auftrage ausführt werden und der DAX könnte erst am Ende des Jahres wieder steigen. Wenn dann der DAX in der Nähe von 7700 Punkten schließt, dann haben einige Vermögensverwalter recht gehabt, aber nicht die Anleger. Denn diejenigen, die investiert waren, wurden ja ausgestoppt und sind aus ihrer Position geflogen. Wann sollten die restlichen Anleger einsteigen? Als die Kurse fielen? Und zu welchem Kurs? Bereits bei 6500 oder 6000 Punkten oder gar tiefer? Das beantwortet die Umfrage nicht.


Und was würde passieren, wenn der DAX direkt weiter steigt, sagen wir auf 7800 oder gar 8500 Punkte? Sollten dann die Anleger die Finger vom Markt lassen, weil das Jahresziel von 7700 bereits erreicht wurde? Es könnte ja erst hoch gehen und dann runter, am Ende wären wir doch wieder bei 7700 Punkten.


Die Vermögensverwalter würden recht behalten, aber dass die Anleger im Jahresverlauf Blut und Wasser geschwitzt haben, würde nicht erkennbar sein. Dass diejenigen, die im Markt waren, nicht die gleichen sind, die auch am Ende des Jahres investiert sind, ist aus der Umfrage nicht ersichtlich.


All die DAX-Bewegungen innerhalb des Jahres sind ausgeblendet. Jeder, der an der Börse handelt weiß, dass das Unfug ist. Einen DAX Stand auszurufen von einem Jahresende zum nächsten ist somit sinnlos.


Was soll also die Prognose? Es soll möglicherweise eine positive Aussicht für den Aktienmarkt untermalen. Das Aktien dieses Jahr eher steigen als fallen werden. Möglicherweise können Fonds die Umfrage nutzen, um auf Kundenfang zu gehen.


Aber für den Trader, Anleger und Investor, der seine Positionen mit Bedacht wählt, der die Marktbewegung täglich beobachtet und seine Entscheidung entsprechend anpasst, dem bringt der Blick auf den Jahresendstand des DAX nichts.


Somit ist unser Rat, bleiben Sie bei Ihrer eigenen Analyse und handeln Sie den Markt, wie es sich durch den Marktverlauf ergibt. Schwingt das Börsenbarometer auf short, handeln Sie short und verkaufen Aktien. Geht der Trend weiter, bleiben Sie im Markt oder passen Sie Ihre Positionen entsprechend an.


Wo der Markt am Ende des Jahres schließt, also auf welchem DAX Stand genau, ist ganz egal. Solange Ihre Strategie aufgegangen ist und Sie Ihr Kapital vermehren konnten, war alles richtig.


In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein erfolgreiches Händchen und einen guten Start ins neue Börsenjahr 2011.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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