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Nun also doch. Trotz aller Beteuerungen musste Irland aufgeben und sich von der EU und dem IWF retten lassen. Ist nun die Pleitewelle vorbei oder drohen weitere Staatspleiten?


Ähnlich wie bei der Ratifizierung des EU-Vertrages von Lissabon haben sich die Iren bis zur letzen Minute gewehrt. Tage vor den entscheidenden Verhandlungen haben Sie noch versucht, die Einmischung der EU in innere Angelegenheiten abzuwenden. Aber wenn man kein Geld mehr hat und Schulden die Tilgung erzwingen, dann hat der Schuldner nichts mehr zu wollen.


Man muss den Iren eingestehen, sie haben Mut und wollen sich nichts vorsetzen lassen. Sie haben sogar zunächst versucht, das Geld zur Rettung anzunehmen – aber zu ihren eigenen Bedingungen. Das war der letzte vergebliche Akt, bevor das Land eingeknickt ist.


Als einziges Land sind die Iren nicht willig, sich von der EU bevormunden zu lassen. Dieser Mut der Bürger, zu sagen, dass sie nicht für etwas büßen wollen, was sie nicht verschuldet haben und dafür auf die Strasse zu gehen ist lobenswert. Dabei bezieht sich die Schuldzuweisung an die Regierung, die die drei großen Banken des Landes mit Steuergeldern unterstützt und für die Bevölkerung nur Sparprogramme ankündigt.


Irland ist ein schönes Land, welches nur Landschaft, Schafe und die leckere Butter zu bieten hat. Das es vor ein paar Jahren noch als keltischer Tiger, als Wunderland der EU gegolten hat, hat sich nun als Trugschluss herausgestellt. Niemand kann längere Zeit über seine Verhältnisse leben.


Es ist also letztendlich passiert: das Land ist pleite und kann seine eigenen Schulden nicht mehr bedienen. Vor Monaten hat man noch eine Pleite eines EU Landes ausgeschlossen. Dann kam bekanntlich die Krise in Griechenland – das Land war bankrott. Eilig wurde geholfen und Griechenland vor dem Staatsbankrott gerettet.


Schnell wurde gute Laune in der EU verbreitet. „Die EU Staaten seien gut aufgestellt“ und „eine weitere Pleite wäre nicht zu erwarten“. Alle anders lautenden Meinungen wurden ignoriert oder gleich zensiert. So ist die Politik; so lange es geht, wird der Bevölkerung die Wahrheit vorenthalten. Trotz langwieriger Beteuerungen ist Irland also doch pleite. Mit 90 Mrd. Euro wurde Irland mit EU-Geldern geholfen.


Was passiert nun?

Lassen Sie sich nicht von Beteuerungen seitens der Politik in die Irre leiten. Es geht gar nicht anders, als dass weiteren Staaten in den Bankrott müssen. Die Schuldenorgie fordert ihren Tribut und die Zahl der Pleitestaaten ist noch am Anfang.


Wir schrieben Anfang 2009 in folgendem Artikel (hier):

„Ein Staatsbankrott innerhalb der EU wird kommen. Als erster großer Pleitekandidat für einen Staatsbankrott innerhalb der EU gilt Irland, England oder Italien“.


Weitere Staatspleiten sind nicht abzuwenden. Alle Staaten leben von Geld, dass sie sich nur durch Ausgabe von Staatsanleihen von Investoren holen. Diese sind aber nicht mehr bereit, Geld herzugeben, wenn dieses Geld möglicherweise nicht mehr zurückgezahlt werden kann.


Das bedeutet in anderen Worten: die Illusion, ein Staat wäre vermögend, fliegt auf. Kein Staat in Europa kann sich selbst über Wasser halten, indem er mehr einnimmt, als er ausgibt. Daher wird der Ruf nach den EU-Geldern schon bald von den nächsten Pleitekandidaten kommen.


Portugal ist der nächste Pleitekandidat, gefolgt von Spanien. England und Italien sind Schwergewichte, die nicht im Fokus der Investoren und der Medien sind (oder absichtlich nicht sein sollen). Beide Länder sind bereits restlos überschuldet. Der Pleitegeier kreist schon über vielen Nationen.


Bereits mitten in der Staatspleite sind die USA, werden aber durch ihre besondere Stellung noch als Gesprächspartner akzeptiert. Die Vereinigen Staaten habe den größten Schuldenberg von allen Staaten und werden ihren Bankrott bald erklären müssen.


Bei all diesen klaren Worten über die drohenden Staatspleiten ist man gelegentlich geneigt, noch eine Art optimistischen Schluss zu schreiben, doch je eher sich jeder Leser mit der Realität auseinandersetzt, umso geringer wird die Überraschung sein, wenn die Pleiten eintreten.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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