Buchtipp

Der DAX ist auf ein neues Jahreshoch gesprungen. Somit ist nun fast jeder Berichterstatter zum Superbullen mutiert. Sie können jeden beliebigen Bericht vom Handelsparkett lesen: es herrscht überall Partylaune. Die warmen Worte über die tollen Zukunftsaussichten der Aktienmärkte werden Sie zu Freudentränen rühren. Die Beschreibungen malen blühende Landschaften und das neue Zauberwort heißt „Jahresendralley“. Die Märkte sollen weiter steigen. Ist dies wirklich der Fall? Können die Kurse von nun an nur noch steigen?


Zunächst bleibt festzuhalten: der DAX ist weiter gestiegen als von uns analysiert. Unsere Hauptanalyse hat sich als falsch herausgestellt. Wir haben eine Umkehr bereits früher erwartet. Diese ist nicht eingetroffen.


Trotzdem ist das Rückschlagspotential nicht vom Tisch. Die Frage bleibt, wann dieser einsetzt. Während der lang anhaltenden Seitwärtsbewegung im DAX konnte die Marktsituation analysiert und ein Ausblick gegeben werden. Wir schrieben in unserem Artikel „DAX – Die Zermürbungsphase dauert an“ folgenden Marktausblick:


Die zweite Möglichkeit: der Markt wird noch einmal auf ein neues Jahreshoch gehievt. Dies würde viele Marktteilnehmer in den Markt strömen lassen, da dies als trendbestätigend für weiter steigende Kurse gedeutet würde. Zur Überraschung aller bricht der Markt daraufhin massiv ein. Es wird dann von einem Fehlausbruch die Rede sein.


Genau die obige Prognose ist bisher eingetreten. Der Markt hat sich für den schmerzhafteren Weg entschieden, denn die Illusion ist nun perfekt. Jedes Investment im aktuellen Marktumfeld birgt enorme Gefahren. Das gilt sowohl für die Bären als auch für die Bullen.


Was ist denn der Antrieb für den Anstieg?

Die geldpolitische Lockerung der Liquidität (quantitative easing) durch die US-Notenbank FED ist der Motor allen Übels. Das muss so klar gesagt werden, weil diese Aktion einem Pokerspieler gleichkommt, der immer wieder Asse aus dem Ärmel zaubert. Wenn ein Teilnehmer (Wirtschaftsmacht) mehr Asse ins Spiel führt als erlaubt sind, dann wird das Spiel dadurch zerstört. Die Spielregeln werden ausser Kraft gesetzt, besser noch: zum eigenen Vorteil ignoriert. Genau das macht die USA derzeit, sie zerstört die Weltwirtschaftsgemeinschaft.


Auch wenn die Finanzmärkte durch die geldpolitische Lockerung angefeuert werden, eigentlich müsste man treffender sagen: angezündet werden, führt das am Ende zum bitteren Ende für alle.


Die USA manipuliert das Wirtschaftsgefüge im Zusammenspiel aller Nationen. In naher Zukunft wird einem anderen Spielteilnehmer der Geduldsfaden reißen und er wird aufstehen und dabei den Spieltisch umwerfen. Alles Geld wäre für alle Wirtschaftsteilnehmer verloren (Ende des Dollars als Weltleitwährung, Ende des Papiergeldsystems).


Während im Pokerspiel eine Manipulation geheim vonstatten geht, ist das gezinkte Spiel der USA allen anderen Spielteilnehmern bekannt, nur reagiert bisher keiner. Warum? Der Grund ist einfach, es bestehen zu viele Abhängigkeiten unter den Spielteilnehmern (Wirtschaftsnationen). Würde Spieler A (z.B. China) die USA auffliegen lassen, dann müssten sie selbst Nachteile in Kauf nehmen. Also macht man noch so lang mit, wie es geht. Noch einmal zur Erinnerung: alle Wirtschaftsnationen wissen über den Umstand der Manipulation Bescheid. Nur wagt es keiner, den ersten Schritt zu machen und den Schurken beim Namen zu nennen.


Warum machen die Amerikaner das; warum riskieren sie, dass die ganze Welt Schaden nehmen kann? Die USA weiß, dass die ehemalige große Nation am Ende ist, sie macht sich derzeit nur noch weiter kaputt und zieht andere Nationen mit in den Abgrund. Ganz nach dem Motto: Wenn wir schon untergehen, dann sollen die anderen mitbluten.


Wie ist nun der Spagat zwischen dem falschen Spiel der FED/USA und dem aktuellen Anstieg der Finanzmärkte zu deuten?

Die Kurse steigen nur aus dem einen Grund: weil immer mehr Geld nachkommt. Ein kleines fiktives Beispiel: Wenn die Märkte 100 Euro haben, und eine Aktie kostet 20 Euro, dann können 5 Stück dieser Aktie gekauft werden. Wenn aber dem Markt 1000 Euro bereitgestellt werden, dann können schon 50 Stück gekauft werden. Auch die haben in der Vergangenheit nicht gereicht und man hat 10000 Euro bereitgestellt, dann konnten 500 Aktien gekauft werden. Und weil das „quantitative easing“ so weitergeht, wie bereits von der FED mit Hinweis auf das schwierige Umfeld angekündigt wurde, dann werden unsere Leser verstehen, warum die Märkte so irrational steigen. Es wird unendlich viel Geld bereitgestellt. Allein in unserem einfachen Beispiel wurde die Nachfrage der Märkte von 5 Aktien auf 500 erhöht. Das entspricht 10.000%. Die Dimensionen, mit denen Zentralbanken die Märkte fluten, sind enorm.


Es gibt natürlich nichts geschenkt, nicht an den Märkten und nicht im Leben. Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Man kann z.B. zügiger Auto fahren, um schneller das Ziel zu erreichen, das kostet aber mehr Kraftstoff und muss bezahlt werden. Wie gesagt, es gibt nichts umsonst.


Ebenso ist es in dem aktuellen Fall der unbegrenzten Liquidität für die Märkte. Das Zuführen von Unmengen von neuem Papiergeld schadet dem Wert der eigenen Währung. Die USA und deren Zentralbank FED werden durch diese Marktmanipulation die bisherige Weltleitwährung Dollar vernichten.


Mit dem Überspringen des bisherigen Jahreshochs bei 6386 Punkten gilt unter den meisten Marktteilnehmern ein Sinken der Aktienkurse als ausgeschlossen. Die Bullenherde will es nun wissen und stampft jede gegenteilige Meinung nieder. Am Ende hat immer der Markt Recht.


Wir werden sehen, ob die Mehrheit der Anleger nicht wieder überrascht wird. Jeder große Anstieg ohne Fundament brach wieder zusammen. Die Euphorie erinnert an die Zeit der unendlichen Gier des Neuen Marktes. Als fallende Kurse ausgeschlossen waren und der Markt trotzdem ungebremst in die Tiefe stürzte. Wenn die äußert bullischen Marktkommentare beginnen, von einem Fehlsignal, von einem Falsebreak oder auch von einem Fehlausbruch zu berichten, dann können Sie sicher sein, dass die obige Markteinschätzung (Möglichkeit 2) sich durchgesetzt hat.


Bis dahin viel Erfolg an der Börse und geben Sie Obacht.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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