Indikatoren-Trading

Der Dienstagabend brachte den Börsianern Gewissheit. Der deutsche Leitindex DAX hatte wieder unter 6000 Punkten geschlossen. Was als undenkbar galt und auf dem Weg aus der Krise gar nicht in die Überlegungen eingebunden wurde, ist doch passiert. Wie heißt es doch so richtig? Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Quelle: Deutsche Börse


Die Medien überschlagen sich jetzt mit schreckhaften Schlagzeilen. Die Nachrichten waren dementsprechend negativ. Dabei war der Titel „DAX wieder unter 6000 Punkten“ von der ARD noch der harmloseste. „Wie wichtig ist die 6000-er Marke?“ fragte die Börse Stuttgart und der Focus stellte fest „DAX fällt auf tiefsten Stand seit sieben Wochen„. Der Spiegel formulierte es etwas bildlicher: „Anleger fliehen aus den Aktienmärkten„, ebenso die FTD „DAX stürzt unter 5900 Punkte„.


Es mag vielleicht sein, dass die Medien nach dem Mund der Leute reden wollen, ja vielleicht sogar müssen, um Auflage zu generieren und um Werbeeinnahmen zu steigern. Doch vermisst wird hier eine stringente Haltung. Es wird kein Standpunkt kommuniziert, wie man zu den Aktienmärkten und den Indizes steht.


Dieselben Medien haben sich noch vor Wochen mit Superlativen übertroffen. Die Wirtschaft im In- und Ausland wurde gelobt, über Neuaufträge wurde berichtet und über viele neue Container Schiffe, die von den Reedereien geordert wurden. Der Welthandel war zurück, „die Krise ist vorbei“ schrien die Medien laut heraus. Alles wurde begleitet durch weitere gute Meldungen wie „die Arbeitslosenzahlen sinken“ und „die Aktien steigen wieder„.


Warum ist das so schlimm? Jeder kann schreiben was er will, und niemand ist gezwungen, bestimmte Nachrichten zu konsumieren, wäre ein möglicher Einwand.


Es ist deshalb schlimm, weil immer die Gleichen „vor“ den Verlusten in den Markt gelockt werden. Es wird immer wieder eine heile Welt vorgelebt, die es nicht gibt. Die großen Spieler am Markt wissen ganz genau, dass die Märke vor großen Verlusten stehen, sie müssen aber heile Welt spielen, damit die Unerfahrenen ihre Anteile kaufen.


Die Medien wissen ebenfalls, dass das derzeit gelebte Wachstum kein echtes Wachstum (hier) ist und dass z.B. die gemeldeten Arbeitslosenzahlen nur durch Statistikmanipulationen zustande kommen. Besonders bei den Arbeitslosenzahlen weiß jeder, dass sich die Struktur der Arbeitslosen geändert hat. Wenn Menschen wieder Arbeit haben, dann nur über Zeitarbeit oder durch befristete Arbeitsverträge. Damit ist niemanden geholfen, das wird aber verschwiegen.


Die Medien klären nicht auf, das wäre aber ihre eigentliche Aufgabe. Zunächst haben sie die Märkte nach oben gepusht und nun warten sie mit einer langen Liste an Gründen, Ängsten und Meinungen auf, warum die Märkte fallen. Und plötzlich ist nicht mehr von DAX 7000 Punkte die Rede sondern von DAX 5600. Schlimm ist nur, dass der Markt jetzt bereits 8% verloren hat. Diejenigen, welche bei 6300 Punkten und mehr gekauft haben, sitzen nämlich schon auf Verlusten.


Sicher, niemand kann die Märkte vorhersehen, somit versuchen alle Marktteilnehmer die Puzzelteile für sich zu interpretieren. Aber Folgendes darf von den Medien erwartet werden: „die Gefahren müssen aufgelistet werden„. Hier sollten die Medien ihre Hausaufgaben besser machen. Nicht der momentane Quotenfang ist wichtig, sondern die Authentizität der berichtenden Organisation, diese sollte eine Meinung haben und diese auch zu kommunizieren wissen.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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