Indikatoren-Trading

Die Börse hat es wieder einmal ganz anders gemacht, als die Anleger von ihr erwartet haben. Eigentlich waren die Kursverluste zu Beginn des Jahres eine ideale Vorlage für weitere Kursverluste. Doch es kam anders, diejenigen welche auf fallende Kurse gesetzt haben, haben Verluste erlitten. Dabei war es kein Investment, welches 50/50 hätte ausgehen können, nein, die Bären hatten zu keiner Zeit eine Chance. Das Börsenspiel der letzten Monate wurde mit gezinkten Karten gespielt.


Die FED (die amerikanische Zentralbank) ist hier das Übel, welches den Bären mit seinen Möglichkeiten das Fell über die Ohren gezogen hat. Die FED kann über die ihr wohl gesonnen Banken Einfluss auf die Aktienkurse nehmen. Wie von unsichtbarer Hand steigen die Kurse, besonders die Eröffnung ist dabei wichtig. Bevor die Markteilnehmer auch nur an Aktienverkäufe denken können, werden die Kurse hoch gepusht und die Verkäufer schauen verdutzt in die Röhre. Short Investoren werden aus ihren Positionen gedrängt und übrig bleiben saftig grüne Pluszeichen für die Bullengemeinde. Schauen Sie sich nur mal die Kurse der amerikanischen Indizes an, wann kamen die Kurszuwächse für den Tagesgewinn zu Stande? Genau, zu Beginn der Sitzung. Das ist kein Zufall, sondern Absicht. Eine Korrektur konnte zu keinem Zeitpunkt eingeleitet werden.


Die FED herrscht über das Geld. Das heißt, sie kann soviel davon produzieren wie sie will. Die FED ist ein Institut der USA. Dieses Institut kauft seit geraumer Zeit die US-Staatsanleihen auf, welche vom amerikanischen Staat ausgegeben werden. In der Fachsprache wird das „monetisieren“ genannt. Sie merken schon, dieses betrügerische Spiel heißt „linke Tasche, rechte Tasche“. Der amerikanische Staat hat kein Geld, zaubert aber welches, indem sein eigenes Institut die amerikanischen Anleihen kauft. Mit diesem Trick können die USA viel Geld erschaffen und mangels Alternativen fließt dieses Geld direkt in den Aktienmarkt. Die Kurse steigen, schauen Sie sich nur die Kursverläufe des Dow Jones, Nasdaq oder S&P im Jahresverlauf an, ein Anstieg ohne Gleichen!


Die FED hat auch die Hoheit über die Leitzinsen. Wenn diese die Zinsen senkt, dann können sich Banken zu symbolisch günstigen Zinsen mit soviel Geld eindecken, wie sie wollen. Seit Monaten steht der Leitzins in den USA in einer Spanne bei 0-0,25%, also bei nichts. Mit zinslosem Kredit werden die US Banken überhäuft und diese wissen gar nicht wohin damit, soviel Bedarf gibt es gar nicht am Markt, also was machen die Banken? Sie nehmen das Geld und investieren am Aktienmarkt im Eigenhandel. Es wird selbst investiert, Aktien hoch gelobt, Kaufempfehlungen ausgesprochen, die Märkte nach oben gezogen. Da alle Banken das Gleiche machen, führt das zu enormen Kursteigerungen in Aktien und Indizes. Schauen Sie sich noch einmal die Kursentwicklung der bedeutendsten Indizes des letzen Jahres an und sehen Sie sich auch die Bilanzen der Banken an. Die Milliardenprofite kommen aus dem Eigenhandel, nicht über die klassische Bankdienstleitung.


Die FED sitzt in New York, Dort wo das Herz aller Börsen schlägt – die Wallstreet. Sie kennen den bekannten Spruch: „wenn die Wallstreet hustet, bekommt der DAX eine Erkältung“. Nun, andersherum funktioniert diese Abhängigkeit ebenso. Wenn die Kurse an der Wallstreet steigen, dann hat das eine Signalwirkung, für die Kurse an den Märkten weltweit. Die anderen Börsen ziehen mit nach oben, sobald die Wallstreet die Richtung vorgibt. Deshalb berichten die US Medien gerne äußert optimistisch vom Börsenparkett, die Wallstreet muss als Zentrum des Geldvermehrens dargestellt werden, die Kurse müssen steigen und auch der letzte Zweifler überzeugt werden. Die Wirkung wurde nicht verfehlt. Der DAX kam gelegentlich ins Grübeln, ob die massiven Anstiege rechtens seien, doch immer wenn Unklarheit über die weitere Richtung herrschte, kam der große Bruder aus den USA zur Hilfe. Am Nachmittag, sofort zur Eröffnung, fingen dort die Kurse an zu steigen und zogen den DAX mit nach oben. Sehen Sie sich die Kursverläufe am Nachmittag im DAX an, der Kursverlauf spricht für sich.


Die USA hat auch eine Signalwirkung, wenn sie Konjunkturdaten ausgibt. Diese sind fast täglich vorhanden und werden in der Regel am frühen Nachmittag veröffentlicht, um 14:30 und dann noch mal nach Börseneröffnung an der Wallstreet um 16:00 Uhr. Die Zahlen, welche hier geliefert werden sind völlig undurchsichtig und nicht transparent. Trotzdem schauen alle Anleger weltweit gebannt auf diese, wenn sie herausgegeben werden.


Am Ende des ersten Quartals wird zum Beispiel gemeldet: „die amerikanische Wirtschaft wächst um 6%“, dann jauchzen die Börsen und die Kurse springen in die Höhe, tatsächlich ist diese Zahl aber nur eine errechnete Fiktion. Denn die Zahl wird in den USA „englisch: anual“ dargestellt, also aufs Jahr hochgerechnet. Das heißt die Wirtschaft ist im ersten Quartal nur um 1,5% gewachsen, die statistische Behörde geht davon aus (und das ist in den USA legal) dass die Wirtschaft auch in den folgenden Quartalen wächst.


Was für jeden normalen Bürger völliger Blödsinn ist, lenkt weltweit Börsenmärkte und entscheidet über Erfolg und Misserfolg vieler Investments. Die Märkte werden für den Moment stimuliert und schlagen panisch in die eine oder andere Richtung aus. Doch irgendwann müssen auch die amerikanischen Behörden der Wirklichkeit ins Auge sehen, dass heist, spätestens wenn die nächsten Zahlen gemeldet werden, erkennt man den Irrsinn der ersten Meldung. Dann kommt es klammheimlich zu einer Revidierung. Verfolgen Sie die Meldungen aus den USA, regelmäßig werden Wirtschaftsdaten nachträglich geändert. Es liegt nahe, dass die amerikaschen Institutionen ihre Macht als Richtungsgeber für die Weltfinanz ausnutzen könnten, indem sie die gemeldeten Zahlen dem anpassen, was von den Märkten gewollt wird oder die die Markterwartungen sogar übertrifft. In letzter Zeit haben sich „überraschend gute“ Zahlen gehäuft, sehen Sie sich nur die Meldungen der letzten 12 Monate an. Die Worte „überraschend gut“ und „unerwartet gut“ finden sich in fast allen Meldungen.


Die Macht eines Landes oder einer Institution auf die Finanzmärkte führt niemals zu einem Erfolg, kurzfristig werden die Kurse getrieben und die Anlegerschaft in Euphorie versetzt, aber tatsächlich haben nur wenige Anleger etwas davon. Die Mehrheit schaut nur zu. Es weiß bis heute immer noch niemand, wer im DAX zu den Gewinnern zählt, nur eines ist klar, die Banken machen hervorragende Gewinne im Eigenhandel.


Die aktuelle Börsenlage ist völlig losgelöst von dem Normalen. Wenn der Irrsinn seinen Weg einschlägt und der Weg nur nach oben heißt, dann können auch Analysen diese nicht entkräften, viele Analysen von verschiedenen Häusern wurden in den letzten Wochen über den Haufen geworfen. Auch unsere DAX Analyse aus dem Februar 2010 hat sich als falsch herausgestellt. Mit dem Erklimmen eines neuen Jahreshochs ist die Analyse nicht mehr gültig.


Zurzeit sind die Anleger durcheinander und irren planlos herum. Die Anleger, welche auf fallende Kurse setzen möchten trauen sich nicht und warten, diejenigen, welche auf steigende Kurse setzen wollen warten auf den Rücksetzer, dieser kommt aber nicht. Und wenn der Druck nicht mehr auszuhalten ist, dann kommt der Moment auf den die Banken jetzt hinarbeiten. Alle Anleger werden auf einmal genau das Gleiche tun wollen, nämlich Aktien kaufen. Diejenigen, welche auf fallende Kurse setzen wollten, geben resigniert auf und kaufen Aktien, egal zu welchem Preis. Diejenigen Anleger, welche bullisch eingestellt sind, aber auf den Kursrücksetzer gewartet haben, geben auch auf und gehen mit geballter Kraft in den Markt und ordern Aktien, egal zu welchem Preis. Beide Parteien wollen gleichzeitig in den Markt.


Wenn dieser außergewöhnliche Zeitpunkt gekommen ist, haben es die Großen wieder einmal geschafft und fressen die Kleinen, zu Höchstpreisen können die Großen ihre in den letzten Monaten gehorteten Aktien an die Kleinen verkaufen.


Und hier endet dann die Geschichte der immer steigenden Kurse, solche ungewöhnlichen Kursverläufe ereignen sich alle zehn Jahre, der letzte fand im Jahre 1999/2000 statt.


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

Share This