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Der arme Bürger weiß gar nicht, ob er über die aktuelle Situation lachen oder weinen soll? Ihm wird nämlich allerhand zugemutet. Das schöne Land an der Ostküste Europas, auch genant Hellas, soll gerettet werden.


Dabei wird eine europäische Lösung bevorzugt, so heißt es, aber wenn es nicht anders geht, würde Deutschland eine Rettung auch selbst stemmen.


Jetzt fällt dem mündigen Bürger zunächst auf, dass vor ein paar Wochen das Credo der Politiker ganz anders gesprochen hat, nämlich „Deutschland und die EU werden Griechenland nicht retten„, „das Land soll sparen und sich selbst helfen“ oder „Wo kommen wir hin, wenn der deutsche Steuerzahler die Schulden der Griechen bezahlt„?


Die Politik redet den Wählern nach dem Mund. Es zeigt sich zum wiederholten Mal, den Politkern sollte man nicht vertrauen, denn sie stehen nicht zu ihrem Wort.


Es kam, wie es kommen musste:

Am Morgen des 10. Februar sind die Nachrichten voll mit einer bevorstehenden Rettungsaktion für Griechenland. Und auf einmal ist der Tenor ein ganz anderer. „Man muss die Griechen unterstützen„, „Ein Staatsbankrott wäre schlecht für alle“ oder „eine Rettung wäre zum Wohle Aller“ usw. lässt sich lesen.


Somit sollte auch der Letzte überzeugt sein, dass zumeist das Gegenteil von dem was die Politik so von sich gibt, dass Richtige ist. Über soviel Dreistigkeit der Politik kann der Bürger nur lachen.


Der Bürger muss immer sparen:

Es ist offensichtlich so, dass immer wenn gespart werden muss, der Bürger in der Pflicht ist. Wenn es ums Ausgeben geht aber nicht. Wenn es um Zockerei im Spielcasino der Banken geht und die Banken mit Investmentbanking Milliarden gewinnen, dann bekommen die Aktionäre und der Vorstand etwas vom Kuchen. Einige Angestellten erhalten große Bonuszahlungen. Der Bürger geht im Gewinnfall leer aus.


Geht die Zockerei schief, ist der brav zahlende Bürger der erste Ansprechpartner. Er soll den Karren aus dem Dreck holen. Und was sehr wichtig ist, es ist zum Wohle Aller. Unterschwellig ist der Bürger der Schuldige, wenn er die Lasten nicht tragen möchte. Denn wenn er nicht mit seinen Geldern hilft, dann nehmen alle Schaden und der Bürger hat das Leid verursacht.


Läuft da nicht etwas verkehrt?


Derjenige der sich verhoben hat, der der sich verspekuliert hat sollte die Verantwortung übernehmen, alles andere ist eine Verdrehung der Tatsachen. Überall auf der Welt wird der fleißige Bürger zur Kasse gebeten, wenn die Kassen leer sind, „es muss gespart werden“ so heißt es. Wo sind die Leute, die die Misere verursacht haben?


Dabei ist die Finanzsituation der Griechen nicht neu, wo sind diejenigen, die bereits Jahre vorher auf die Situation hinweisen sollten? Wo sind die EU-Behörden, welche die Daten aus Griechenland kontrollieren sollten? Plötzlich weiß es jeder ganz genau, die Griechen haben eine desaströse Haushaltslage, die Mitgliedschaft in die EU wurde mit falschen Zahlen erschummelt. Aber wenn das so ist, muss die Abteilung die die Daten verifiziert hat komplett zurücktreten, die haben geschlafen, warum redet man nicht darüber?


Und wenn wir schon beim Thema sind: für die Banken gilt das Gleiche. Wie kommt es, dass so viele Giftpapiere überhaupt gekauft werden konnten? Wo war die Abteilung für Risikomanagement? Wer hat diese Geschäfte durchgewunken? War es der Vorstand? Wenn ja, warum hat der Aufsichtsrat nicht eingegriffen? In jedem Schulunterricht wird gelehrt, der Vorstand leitet ein Unternehmen, der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand. So sollte es sein, und wenn also falsche Übernahmen getätigt wurden, wenn also eine Bank in die falsche Richtung gedriftet ist, warum ist der Aufsichtsrat nicht eingeschritten? Das ist seine Aufgabe. Und wenn man heute von Schieflage von Unternehmen spricht, dann müssten alle Aufsichtsräte entlassen werden, welche nicht etwas dagegen unternommen haben. Warum wird darüber nicht gesprochen?


Die Kette kann beliebig weiter gespannt werden, eine Schieflage kommt nicht über Nacht, daher die Frage wo sind die Wirtschaftsprüfer? Warum haben diese nicht rechtzeitig gewarnt? Auch die Wirtschaftsprüfer haben ihre Schuld an der aktuellen Situation der Unternehmen.


Sie sehen, der arbeitende Bürger ist nicht der Verursacher der Schieflage, er ist nicht der Schuldige, er ist aber leider derjenige der das Dilemma ausbaden muss. Die wirklich Verantwortlichen werden von den Medien gar nicht benannt. Und das ist nicht in Ordnung.


Bezogen auf die Gelder, die für eine Staatenrettung aufgebracht werden müssen wird es schizophren, wenn noch gestern geklagt wird, dass enorme Kosten auf den deutschen Staat zukommen, weil ein Verfassungsgericht die Neuberechnung der Harz-IV Sätze angeordnet hat und heute mit einer Selbstverständlichkeit über eine Rettung eines EU-Nachbarlandes gesprochen wird. Also gestern war kein Geld in der Kasse und heute reicht es um ein ganzes Land zu retten? Es scheint so, als gäbe es immer nur für bestimmte Gruppen kein Geld, für wenige Andere aber grenzenlos.


Offen gesprochen, in den Staatskassen ist gar kein Geld mehr. Ob Frau Merkel und Herr Schäuble nun noch tiefer in die leere Tasche greifen oder nicht und den deutschen Schuldenstand erhöhen, es macht für die Regierenden keinen Unterschied. Nachdem nun die Banken gerettet wurden (durch Hilfen für HRE, für die Landesbanken, die Verstaatlichung der Commerzbank usw.), die Autoindustrie gestützt wurde (Hilfen für Opel, künstliche Nachfrage durch die Abwrackprämie) oder Hilfen für die Pharmaindustrie (Großbestellungen wegen angeblichere Schweinegrippe), dann kann man auch anderen Staaten (z.B. Griechenland) helfen. Wie gesagt, es macht keinen Unterschied mehr – für die Regierenden nicht – aber für die Bürger sehr wohl, denn diese müssen die Misere ausbaden.


Irgendwann wird nämlich abgerechnet, entweder muss enorm gespart werden, was bei diesen Summen nicht mehr möglich ist oder die Schulden werden durch neues Geld (neue Währung) zunächst verwässert und später durch eine Hyperinflation völlig entwertet.


Dabei werden zwar die Schulden des Staates durch die Inflation bezahlbar, die Bevölkerung zahlt aber die Zeche, weil das Vermögen der Bürger durch die Inflation auch seinen Wert verliert.


Das ist der Teil, bei dem den Bürgern die Tränen kommen, denn es ist zum Weinen, dass so mit dem mühsam erarbeiteten Groschen der Bevölkerung umgegangen wird.


Es zeichnet sich ab, warum letzten Winter Deutschland gleich 14 neue Gelddruckmaschinen bestellt hat. Es wird nämlich fleißig Geld gedruckt. Die Pressemeldung des Unternehmens, dass die Geräte produziert, ist unter folgender URL zu lesen:


Wir dürfen gespannt sein, welche Länder nach den Helenen noch mit frisch gedrucktem Geld gerettet werden (müssen).


Mit freundlichen Grüßen


Ihr

start-trading Team

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