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Der neunte Tag in Folge im Plus, der DAX steigt und steigt. Außer Verwunderung bleibt nicht viel übrig. Der Anstieg des deutschen Leitindexes ist nicht zu erklären und irgendwie ist es auch unheimlich.

Es ist, als zöge der DAX den Anleger in seinen Bann. Eigentlich möchte er nicht auf steigende Kurse setzen, aber der Markt steigt und diese Tatsache verleitet. Dabei sein ist bekanntlich alles, schnell rein bevor der DAX 6000 – 7000 oder mehr Punkte erreicht.


Irgendwie kommt dem Anleger das bekannt vor. Ende der neunziger Jahre wurde zunächst noch investiert. Seriöse Unternehmen wurden ausgewählt, in gesunde Unternehmen investiert. Eine MAN oder eine BASF wurden ins Depot gelegt. Doch dann kam der Neue Markt. Kleine, flexible Unternehmen legten täglich um 10% oder gar mehr Prozent zu. Das nicht nur an einem Tag, sondern die ganze Woche über. Und die „stabilen“ Werte MAN und BASF? Mal 1% hier mal 0,5% da.


Der Anleger wurde unruhig. Mit den Unternehmen aus dem Neuen Markt konnte er nichts anfangen. Neue Produkte, neue Ideen – Vieles klang nach Fantasie. Unternehmensgewinne machten sie auch keine. Irgendwie konnte es nicht sein, dass diese Aktien steigen – aber sie stiegen doch. Je deutlicher die Übertreibung an den Märkten war, umso schneller stiegen die Indizes und die Aktien.


Man konnte zugucken und nichts verdienen oder mitmachen bei dem Technologie Hype. Wer nicht mitmachte stand an der Außenlinie, spielte nicht in der ersten 11, hatte keinen Mut zu investieren oder keinen Mumm in den Knochen.


Warnenden Worte wurden überhört. Der berühmte Fernsehmoderator Friedhelm Busch konnte nur den Kopf schütteln. In seinen Einblendungen auf n-tv warnte er vor Gier und die Kurse stiegen, er warnte vor Übertreibung und die Kurse sprangen.


Die Nachbarn haben eigentlich keine Ahnung von Unternehmensbewertung und Aktienanalyse, aber Plus haben sie trotzdem gemacht. Nicht zu glauben, aber wahr. Als dann auch noch ein neues Auto vor der Tür stand war es auch um die „zurückhaltenden“ Anleger geschehen.


Für den „zurückhaltenden“ Anleger wurde der Druck zu groß. Mit Mann und Maus sprang man in das Bad der Neuer-Markt Menge. Alles stieg, egal welche Aktie man kaufte. Auch die neu emittierten Aktien verzeichneten Rekordanstiege direkt vom ersten Tage an. Deshalb waren Neuemissionen heiß begehrt. Für die täglichen Zuteilungen wurden sogar Oma, Opa und die Katze angemeldet, nur um einige der begehrten Aktien zu erhaschen.


Die Banken sahen enormes Potential. Fast alle Aktien standen auf kaufen und wenn das nicht genug war, dann auf „stark-kaufen“, also strong-buy.


Im Jahre 1999 war man irgendwie im Olymp angekommen. Nie wieder würden Aktien fallen. „Seht her, es steigt doch!“ – und die ewigen Nörgler sollen halt weiter nörgeln. Jeder Rücksetzer war eine Kaufgelegenheit; es gab nur Kaufkurse. Die Kurse stiegen und stiegen, der Anleger investierte weiter. Anlegerherz, was willst du mehr?


Im Juli 2009 kann sich der Anleger auch keine fallenden Kurse mehr vorstellen. Seit März ist der DAX bereits 43% gestiegen. Allein die letzten 9 Tage um 15%. Anlegerherz, was willst du mehr?


Ohne Klingeln und ohne lauten Knall entwich damals die Luft aus der Technologieblase. Aktien verloren unvorstellbar an Wert. Aktien welche zuvor über 100 Euro kosteten, wurden zu Pennystocks. Enormes Vermögen wurde vernichtet. Viele Anleger verloren Hab und Gut. Ist es bald wieder soweit?


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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