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Fast alle Banken haben sich verspekuliert und Kundengelder verloren. Nun sind sie auf staatliche Hilfe angewiesen. Ohne Hilfen wären schon einige Banken in Konkurs gegangen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann eine Bank nicht mehr gerettet werden kann und dann ist das Spiel aus. Ihre persönlichen Einlagen sind in Gefahr.


Die wichtige Frage ist: Welche Bank fällt zuerst? Es ist ganz egal, wie sie heißt, solange sie eine Publikumsbank ist. Sobald eine Bank die Einlagen der Kunden nicht herausgibt – denn sie hat die Kundengelder nicht im Tresor liegen – dann ist der erste Dominostein gefallen. Sofort werden alle Kunden der betroffenen Bank die Filialen stürmen; leider umsonst, weil die Türen geschlossen werden. Man kommt nicht mehr an sein Geld. Dies ist bereits in anderen Ländern zu beobachten gewesen (siehe Argentinien, Japan, England). In Deutschland sollte dieses Szenario demnach nicht überraschen. Gleichzeitig rennen nun auch die Kunden von anderen Bankhäusern los um ihre Einlagen von ihrer Bank abzuheben – das nennt man einen Bankenrun. Somit kommen auch weitere Banken in Schwierigkeiten. Der zweite Dominostein fällt.


Keine Bank hat ihre Geldeinlagen im Tresor liegen, denn nur ein Bruchteil muss als Mindestreserve vorgehalten werden – der Rest ist irgendwo auf der Welt investiert. Sollte die Bank diese Investments verkaufen wollen, um an Liquidität heranzukommen, wird man die spekulativen Papiere nicht los, oder zumindest nicht so schnell wie beabsichtigt. Derzeit bekommt eine Bank auch kein Geld von anderen Banken geliehen. Jede Bank denkt zuerst an sich selbst. Seit Monaten ist der Geldverleih zwischen den Banken eingetrocknet. Also lässt man sich mit Staatsgarantien helfen und gibt sich weiterhin gefasst. Man wahrt den Schein, als wäre alles in Ordnung. Deshalb können Sie gelegentlich folgende Worte von Bankhäusern lesen: „bei uns ist Ihr Geld sicher“ – Ist es aber nicht.


In allergrößter Not schwebt vermutlich die Commerzbank. Sie hat nichts mehr in der Hinterhand und steht somit mit dem Rücken zur Wand. Durch Spekulationen verhoben, durch Größenwahn eine Dresdner Bank Übernahme versucht. Wo sollte das hinführen? Nur durch die schnelle Hilfe der Bundesregierung konnte ein Kollaps verhindert werden. Wie schlimm die Lage ist, verdeutlicht folgender Sachverhalt. Das ganze Unternehmen Commerzbank ist vier Milliarden Euro wert (Stand Beginn 2009). Die Bundesregierung hat für die Rettung aber zehn Milliarden Euro gezahlt. Also 2,5 Mal soviel. Was eigentlich schon unglaublich ist, wird getoppt durch die Tatsache, dass die Bundesregierung die Zahlung nur für 25% der Anteile plus eine Aktie getätigt hat. Also wurde zehnmal mehr bezahlt, als der Kauf der Anteile wirklich wert ist. Man hat der Commerzbank mit richtig viel Geld unter die Arme gegriffen.


Derzeit arbeitet die Bundesregierung fieberhaft an einem Enteignungsgesetz. Es soll versucht werden, kranke (Finanz) Unternehmen in den Staatsbesitz zu übernehmen. Geplant ist, den Eigentümern nur einen Bruchteil ihrer Anteile auszuzahlen. Dabei soll der Mittelwert des Aktienkurses der letzten zwei Wochen als Basis genommen werden. Großinvestoren, welche ihre Positionen zu viel höheren Kursen aufgebaut haben, sind natürlich gegen solch eine Maßnahme. Die Verhandlungen laufen.


Die Hypo Real Estate (HRE) ist der erste Kandidat für eine Enteignung. Der Staat hat diesem Unternehmen mit 102 Milliarden geholfen – und es krankt weiter. Es besteht derzeit keine Aussicht auf Erfolg. Da der Aktienkurs von 55 Euro auf unter 2 Euro gefallen ist, besteht die Gefahr, dass andere Investoren nun die HRE feindlich übernehmen können. Dann wären die immensen Hilfen der Bundesregierung, und damit des Steuerzahlers, aus dem Fenster geworfen (wie bei der IKB Bank geschehen).


Eine Bank ist nicht Ihr Freund. Eine Bank ist ein Geschäftspartner, und dieser macht mit Ihnen nur so lange Geschäfte, solange das Geschäft profitabel für ihn ist. Wenn nicht, ist sofort Schluss. Sollte also eine Bank in Zahlungsnot geraten, werden alle Auszahlungen eingestellt. Alle Banken können jederzeit eine Auszahlung an jedem EC-Automat deaktivieren. Eine Bank kann auch einfach die Eingangstür abschließen. Dann bilden sich Schlangen von wartenden Kunden, wie man sie z.B. aus Argentinien oder aus England kennt.


Das Konstrukt der Banken ist kaputt. Jegliche Hilfe verzögert den Zusammenfall, verhindert ihn aber nicht. Es werden durch die kommenden Schließungen und Enteignungen nur eine Handvoll Banken übrig bleiben.




Die Ausarbeitung THE GREAT DEPRESSION besteht aus 11 Seiten.

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Seite 7: Schulden

Seite 8: Staatsbankrott

Seite 9: USA/Dollar

Seite 10: Wirtschaft

Seite 11: Ausblick


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team


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