Indikatoren-Trading

Wahrscheinlich geht dieser Monat als heißester des Jahres in die Geschichte ein. Mit der Pleite der nächsten größeren Bank geht die Finanzkrise in eine neue Dimension. Mehrere Finanzunternehmen werden durch staatliche Eingriffe gerade noch gerettet.


Zunächst versucht Lehman Brothers noch neue Investoren zu finden:
Die von der Finanzmarktkrise schwer getroffene US-Investmentbank Lehman Brothers gerät auf der Suche nach neuen Geldquellen immer stärker unter Druck. Nach US-Medienberichten über gescheiterte Gespräche mit einem möglichen asiatischen Investor stürzt der Aktienkurs der viertgrößten amerikanischen Investmentbank zeitweise um 40% auf rund 8 Dollar ab. Dies ist der tiefste Stand seit zehn Jahren.


Mitte des Monat ist es dann soweit: Lehman Brothers ist bankrott. Für die Investmentbank gibt es keine Rettung mehr.


Im gleichen Atemzug wird der Rivale Merrill Lynch von der Bank of America übernommen.


Fannie Mae und Freddie Mac werden verstaatlicht, der Staat übernimmt die Kontrolle.
Die Aktienkurse stürzen um jeweils mehr als 80% ab.


US-Notenbank rettet angeschlagenen Versicherer AIG:
die US-Notenbank leiht der American International Group (AIG) bis zu 85 Milliarden Dollar und übernimmt zum Ausgleich 79,9% der AIG-Aktienanteile.


Die angeschlagene HBOS Bank wird durch Übernahme von Lloyds gerettet.


US-Bank Washington Mutual bricht zusammen. Teile der Bank werden von JP Morgan Chase übernommen.


Notverkauf: Citigroup kauft die US Bank Wachovia.


Die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs retten den belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis durch Verstaatlichung.


Rettung: Eine Gruppe deutscher Geldinstitute rettete die Münchner Immobilienbank Hypo Real Estate.


Unter dem Druck der Kreditkrise geben die zwei verbliebenen US-Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley ihren Sonderstatus auf. Sie werden zu gewöhnlichen Geschäftsbanken.


Die US -Zentralbank FED tagt und belässt ihren Leitzins bei 2%.



Auch in Deutschland ist die Bankenlandschaft im Wandel:

Für 9,8 Milliarden Euro übernimmt die Commerzbank die größere Dresdner Bank. 10.000 Arbeitsplätze werden der Fusion zum Opfer fallen. Das hätte vermutlich verhindert werden können, wenn der andere Interessent aus China zum Zuge gekommen wäre. Aber die Politik unterbindet einen Verkauf an die Chinesen.


Auch bei der Deutschen Bank tut sich etwas: die Deutsche Bank steigt bei der Postbank ein. Zunächst kauft das Institut einen 29,75-prozentigen Anteil für 2,79 Milliarden Euro. Eine baldige Mehrheitsbeteiligung wird nicht ausgeschlossen.


Die Schuldigen für die drastischen Kursverluste an den Börsen sind schnell gefunden. Sogenannte Shortseller (Leerverkäufer) sollen die Kursverluste, besonders bei Finanzaktien, beschleunigt haben. Schnell werden in verschiedenen Ländern Regularien getroffen, um dies in Zukunft zu verhindern, auch in Deutschland. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) untersagt die sogenannten Leerverkäufe von elf deutschen Finanztiteln.


In einer flammenden Rede verspricht der Finanzminister Peer Steinbrück: die Spareinlagen seien sicher.


Zu guter Letzt: die KFW-Bank. Unter dem Slogan „Dümmste Bank Deutschlands“ ist von der bundeseigenen Bank zu lesen. Diese hat, obwohl der Konkurs von Lehman Brothers schon fast besiegelt ist, eine Überweisung über 300 Millionen Euro an die US Bank getätigt. Am gleichen Tag ist Lehman Brothers Pleite und das Geld der Steuerzahler weg.


 

Die Ausarbeitung „RÜCKBLICK 2008“ besteht aus 12 Seiten.

Klicken Sie auf den jeweiligen Monat:


Seite 1: Januar

Seite 2: Februar

Seite 3: März

Seite 4: April

Seite 5: Mai

Seite 6: Juni

Seite 7: Juli

Seite 8: August

Seite 9: September

Seite 10: Oktober

Seite 11: November

Seite 12: Dezember

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr

start-trading Team

Share This