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Manchmal gibt es in der Presse einfach nichts anderes zu berichten. Wenn die USA heute (01.09.2008) auch noch geschlossen hat und keine besonderen Wirtschaftsdaten verkündet werden, dann kann sich der Trader an den vielen Berichten über die größte Bankenfusion der letzten Jahre in Deutschland satt lesen.

 

Egal welche Medium Sie öffnen – die kleine Commerzbank hat die ewig kranke Beraterbank (Dresdner) gekauft. Dafür legte sie 9,8 Milliarden auf den Tisch. Es entsteht die zweitgrößte Bank in Deutschland nach der Deutschen Bank. Das neue Paar ist zwar nun dichter dran am Branchenprimus, aber immer noch Zweiter.

 

Bis zum letzten Wochenende war die Commerzbank zu klein um zu überleben und zu groß um unterzugehen. Seit jeher wird sie deshalb als potentieller Übernahmekandidat gehandelt. Vermutlich war die Braut (Commerzbank) nicht hübsch genug, denn seit Jahren hat sich kein Prinz an sie heran gewagt.

 

Nun ist die Fusion durch. Die Korken knallen, Sekt wird ausgeschenkt und gegenseitig auf die Schultern geklopft, aber wofür ?

 

Nach Meinung aller Beteiligten soll sich die Bankenlandschaft komplett verändern. Die nächste Bank für eine Übernahme steht mit der Postbank schon in der Pipeline.

 

Aber zunächst einmal die Megafusion von der Commerzbank mit der Dresdner Bank. Großes steht zu erwarten, so sagt man aus schlecht informierten Kreisen. Der Anleger schaut gebannt. Von der Megafusion sollen angeblich alle profitieren. Die Vorstände, dass Management, die Mitarbeiter… ach ja die Mitarbeiter bekommen auch etwas, nämlich ihre Kündigung. Durch die Megafusion werden 10.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert. Natürlich wird zu dieser Meldung der entsprechende Nachsatz mitgereicht. „Zu Risiken und Nebenwirkungen …“ In der Wirtschaftsprache heißt das: Die Kündigungen werden sanft vonstatten gehen, sie werden sozial verträglich vorgenommen…. und so weiter.

 

Wir sprachen von profitieren. Die Aktionäre der Commerzbank sollen auch profitieren. Am heutigen Tag führt die Commerzbank Aktie unangefochten. An der Börse verliert sie nämlich über 10% an Wert auf 18.04 €. Intraday sah das noch schlimmer aus.

 

Also nichts war’s für die Aktionäre der Commerzbank. Diese können sich schon denken, was ihrem Unternehmen bald blühen wird. Umstrukturierungen können auf Jahre hin die Geschäfte der aufkaufenden Bank behindern. Es kommt zu Machtkämpfen und Stillstand. Die Allianz hat es in sieben Jahren nicht geschafft, ein profitables Unternehmen aus der Dresdner Bank zu machen.

 

Die Allianz strahlt auch. In jede Kamera und zu jedem Reporter. Hat sie doch ein Supergeschäft gemacht. Im Jahre 2001 für ca. 23 Milliarden Euro gekauft und nach sieben Jahren unentwegter Kapitalspritzen nun für satte 9,8 Milliarden verkauft. Bei so einem Superdeal, da darf man auch strahlen, nicht wahr?

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Ihr
start-trading Team

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