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Wer über die Figur Max redet, muss auch Moritz erwähnen. Ein Blick in die Welt der Literatur zeigt uns: zu Tristan gehört Isolde. Und wer auf dem Börsenparkett das Wort „Angst“ erwähnt muss auch über „Gier“ reden.


Gier ist es, was sich derzeit an den Märkten abspielt. Gepaart mit dem Bruder Hoffnung glaubt der Anleger günstige Kurse zum Einstieg nutzen zu müssen. „Der DAX hat schon soviel verloren“, „Mehr kann nicht mehr kommen“, „Seit Jahresbeginn sind das schon 20%“ sind die vorherrschenden Gedanken. Vielleicht hat man schon viel früher eingekauft und versucht nun den Einstandskurs zu verbilligen, auch das führt zu mehr Nachfrage. Der Zug soll nicht ohne den Privatanleger abfahren, also kauft er Aktien.


Vergessen werden all die schlechten Rahmendaten. Genauso wie zum Zeitpunkt unserer letzten DAX Analyse brennt es überall, und trotzdem steigen die Aktien.


Der DAX ist seit seinem Tief bei 5999 Punkten Mitte Juli ohne Lufthohlen auf über 6600 Punkte gestiegen. Den strapazierten Nerven der Börsianer reicht es schon, wenn schlechte Zahlen gemeldet werden, welche nicht so schlecht sind wie die Erwartungen. Also der Patient liegt auf der Intensivstation, aber nicht im Koma. Das reicht offensichtlich, um dann euphorisch an den Aktienmärkten zuzugreifen.


In Deutschland beginnt gerade die Diskussion über eine baldige Rezession. Wirtschaft und Politik sprechen schon über mögliche Konjunkturprogramme. Mitte der Woche (KW33) hatte das statistische Bundesamt schrumpfende Konjunkturdaten für Deutschland gemeldet. Auch aus Europa werden schlechte Wirtschaftsdaten gemeldet. Die Wirtschaft im Euroraum ist im Frühjahr erstmals geschrumpft. Unter den größten Volkswirtschaften werden gemeldet: Deutschland (-0,5%), Frankreich (-0,3%) und Italien (-0,3%).


Der Anstieg der letzten Wochen im deutschen Börsenindex DAX kann nicht begründet werden. Es gibt keine Argumente, welche die schnellen Kurssteigerungen rechtfertigen. Einzig die USA kann als Grund benannt werden. Wenn die Wallstreet steigt, dann steigen auch die europäischen Aktien. Dow und & Co steigen nämlich unaufhörlich. Unter schlechtesten Daten schießen die Indizes nach oben. Und das auch nicht in Zacken, wie es normal wäre an der Börse, sondern wie an der Schnur gezogen. Der Verdacht, dass die USA wieder einmal in den Markt eingreift um den Börsen unter die Arme zu greifen, erhärtet sich von Tag zu Tag. Verantwortlich für die Marktmanipulation ist das sogenannte Plunge Protection Team.


Während die Inflation weltweit rasant steigt, verliert der Goldpreis drastisch. Gold müsste als Schutz vor Inflation steigen, tut es aber nicht. Dies ist ein weiteres Beispiel, wie in einen normalen Marktverlauf eingegriffen wird.


Zurück zu unserem DAX. Unter schwierigsten Bedingungen versuchen nun die Anleger, berauscht durch ihre Gier, die anscheinend günstigen Kurse zum Einstieg zu nutzen. Die Medien tun ihr Bestes, dass dieses Rauschgefühl auch Bestand hat. Dass die Gefahren weitaus größer sind als die Chancen, bleibt unerwähnt.


Was wäre die Börse ohne Gier? Es muss und wird immer einen Antrieb geben, warum Anleger Aktien kaufen – ob es Sinn macht oder nicht. An den Finanzmärkten wechseln sich Gier und Angst ab. Bald ist wieder die Angst dran.


Wir werden auf unserer Signalwand die Bewegungen der Indizes rechtzeitig analysieren.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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