Buchtipp

Was ist nur los mit den USA? Das Land ist kaum noch wiederzuerkennen. Amerika – die Kämpfer für die Marktwirtschaft. Das Land, das die Gesetze der Marktwirtschaft so lebt wie kein anderes. Jahrzehntelang galt: Die Spielregeln für den Erfolg gibt der Markt vor. Die Starken gewinnen, die Schwachen verlieren.


Im Zuge der Rezession in den USA hat sich das Fähnchen gedreht. Plötzlich soll sich der Staat in die Belange der Wirtschaft einmischen. Die Notenbank soll doch die Zinsen im Sinne der Kapitalmärkte anpassen. Die Notenbank soll auch den Banken zur Hilfe eilen, welche in Schieflage geraten sind. Letztes Beispiel war die Eingliederung der insolventen Bear Stearns Bank zu JP Morgan, bei der die Notenbank die Strippen zog und Zusicherungen an den Käufer gemacht hat.


Wo sind nun die Gesetze der freien Marktwirtschaft? Es wäre vor Jahren undenkbar gewesen, dass sich externe Faktoren in die Belange der Wirtschaft und der Kapitalmärkte einmischen. Normalerweise verdrängen die erfolgreichen Unternehmen die unproduktiven aus dem Markt. Das bedeutet, der Markt reinigt sich selbst. Diese natürliche Funktion der Wirtschaft ist nun ausgesetzt.


Ganz aktuell laufen die Drähte heiß um die Zukunft der Hypothekenversicherer Fannie Mae und Freddy Mac. Auch hier ist der Staat und die Notenbank beteiligt. Eine bis über beide Ohren verschuldete Unternehmung soll „gerettet“ werden. Dabei hat das Unternehmen diese Notlage selbst verschuldet und müsste den Gesetzen der Wirtschaft folgen.


Der Staat spielt den Retter. Es ist nicht die Aufgabe einer Regierung, Firmen zu retten. Erstens: mit welchem Geld soll sie die Unternehmen retten? Durch den Druck von frischem Kapital durch die Druckerpresse reißt sie ein neues Loch auf. Nämlich das der Inflation. Zweitens: wenn sich der Staat als Retter hinstellt, dann werden die Unternehmen auf diese Sicherheit bauen und Ihr Risiko nicht minimieren.


Wie der Staat es auch anstellt, sobald er direkt in die Kapitalmärkte eingreift, schafft er sich Probleme an anderer Stelle. Dadurch wird, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, der Staat beschuldigt, an der Misere schuld zu sein. Nicht aber die Unternehmen, welche die eigentliche Ursache hierfür sind. Leidtragende ist die Allgemeinheit, welche durch Steuergelder einspringen muss.


Die USA trifft ihr Fehlverhalten mit der größtmöglichen Härte. Die Bankenkrise ist das Ergebnis hemmungslosen Größenwahns. Gelder von Anlegern und Sparern sind verantwortungslos vernichtet worden. Seien Sie vorsichtig, wenn jemand von „Krise ausgestanden“ spricht. Die Kette der Baustellen ist lang und nicht alle Löcher sind gestopft. Nicht nur der vermeintliche Kapitalbedarf mancher Banken ist bedenklich, die Pleitekandidaten sind ein noch viel schwerwiegenderes Problem. Lehman Brothers oder die Citigroup sind die heißesten Kandidaten für eine Insolvenz. Es sei denn, die Notenbank zaubert wieder einen Notfallplan.


Den Erfolg in der Welt hat sich die USA mit den kapitalistischen Spielregeln der Marktwirtschaft verschafft. Sie hat spielend leicht Mitarbeiter eingestellt oder auch entlassen. Sie hat riesige Gelder für Vorstandsgehälter und Abfindungspakete gezahlt. Gerechtfertigt hat sie diese Praktiken mit den Gesetzen des Marktes.


Nun geht der Weg abwärts. Plötzlich werden die Gesetze des Marktes ignoriert. Und solange das geschieht, werden sich die Notenbank, der Staat, die Unternehmen und auch die Konsumenten nicht aus dem Dilemma befreien können.


Es ist wie in der Schule. Schlechte Leistungen führen zum Wiederholen des Jahrgangs. In Amerika bleibt im Moment niemand sitzen, egal ob die Hausaufgaben gemacht worden sind oder nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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