Signalservice

Der Monat Mai bricht wieder an und einer der bekanntesten Börsenweisheiten besagt: „sell in may and go away“ , was soviel heißt wie: „verkaufe deine Aktien im Mai und halt dich fern „


Diese Börsenweisheit kommt gerade richtig, denn die Stimmung der Börsenteilnehmer hat sich merklich aufgehellt. Die amerikanischen Indizes und auch der DAX steigen seit Tagen ohne nennenswerte Rücksetzer. Anleger, welche sich über den Anstieg wundern, werden belächelt. „Es steigt doch“ ist die einhellige Meinung. Kursziele von 7000 Punkten und mehr werden diskutiert.


Ausgeblendet werden die Fakten:
Die amerikanische Wirtschaft ist in einer Rezession. Die amerikanische Bevölkerung sitzt auf Schulden welche sie nicht mehr bezahlen kann. Unternehmen entlassen massenweise Mitarbeiter, um kurzfristig ihre Bilanzen zu retten. Aber Unternehmen wachsen durch Investitionen, nicht durch Kürzungen. Das Verbrauchervertrauen in den USA ist auf einen Rekordtiefstand gefallen. Mit 62,3 Punkten im April ist es so schwach wie im Jahre 1982. Der Arbeitsmarkt folgt etwas verspätet. Die enormen Entlassungen in der Finanzbranche sprechen für sich. Alle Großbanken wollen Mitarbeiter in vierstelliger Höhe entlassen. International spricht man von ca. 60.000 Mitarbeiten, welche aufgrund der Finanzkrise weltweit entlassen werden sollen. In den US Unternehmen sieht es nicht anders aus. Aktuellste Ankündigung ist die geplante Entlassung von 3.500 Mitarbeitern bei General Motors.


Man braucht gar nicht so weit zu schauen, um zu sehen, dass die Probleme auch vor der Haustür bestehen. In Deutschland ist der ifo Geschäftsklimaindex deutlich gesunken. Im April lag der Wert bei 102,4 Punkten von zuvor 104,8. Auch bei den Geschäftserwartungen hat sich die Lage eingetrübt. Deutsche Großunternehmen haben die Streichung von 40.000 Stellen angekündigt. Dies wird sich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Die Finanzkrise kostet den Steuerzahler Milliarden und fehlt somit an anderer Stelle.


Das Thema Gewinnwarnungen beschäftigt die Anleger während der letzten Monate. Wir haben einen kleinen Auszug an Firmen zusammengestellt welche innerhalb der letzten beiden Monate eine Gewinnwarnung ausgesprochen haben:


Michelin Deutsche Bank (versteckte) Fedex
Air Berlin J.C. Penny Credit Suisse
UPS Heidelberger Druckmaschinen General Electric
West LB Wachovia Bank HSBC Bank
Escada Canon RWE
Ricoh IDS Scheer Sony Ericsson
Siemens Pioneer Nippon Steel


Alles was Rang und Namen hat ist vertreten. Weitere werden folgen.


Steigende Preise für Rohstoffe, Rekordpreise für Nahrungsmittel, steigende Inflation und der hohe Ölpreis sprechen nicht für freundliche Aussichten am Aktienmarkt.


Und trotzdem steigen die Indizes. So richtig verstehen tut das niemand, aber der Anleger möchte dabei sein und springt auf den Zug auf. Dadurch verbrennt sich der Anleger regelmäßig die Finger, weil der Blick in die Vergangenheit sehr kurz ausfällt. Die Fehler und die Verluste, die man schon einmal gemacht hat, werden einfach ausgeblendet.


Wir sehen die Sache, wieder einmal, als kritisch. Es gibt keinen Grund warum Aktien steigen sollten. Das Niveau um 7000/7200 Punkte wird für den deutschen Leitindex DAX unüberwindbar sein. Spätestens dort sollte wieder Fahrt nach unten aufgenommen werden und dann verlieren wieder einmal die Falschen.


Um auf die Börsenweisheit noch einmal zurückzukommen („sell in may and go away“): Es ist nie falsch, auch mal von der Seitenlinie das Geschehen zu beobachten. Es braucht Geduld und Disziplin, um nicht jede Bewegung mitzumachen. Der Anleger kann sich in Ruhe Gedanken über den Marktzustand machen und sich dann entsprechend positionieren.


Wir verfolgen den Markt zeitnah und werden sowohl steigende als auch fallende Kurse analysieren. Aktuelle Signale finden Sie auf unserer Signalwand.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

Share This