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So schnell kann es gehen. In der letzten Woche waren die Investoren nahe der Hoffnungslosigkeit. Doch seit gestern sieht die Börsenwelt wieder ganz anders aus. Nachdem ein Zusammenschluss mehrerer Notenbanken die Stützung des Dollars, sowie die Bereitstellung von enormen Mengen Kapital für die Finanzmärkte angekündigt hat, schiessen die Märkte in die Höhe. Ob sich dadurch das allgemeine Umfeld für Aktien gebessert hat, darf angezweifelt werden.


Der Anleger ist sich nicht sicher, ob die fallenden Kurse der letzten Wochen Anzeichen eines aufkommenden Crashs sind, aber er weiss, dass irgendwas nicht stimmt. Die Räder der weltweiten Börsen laufen seit geraumer Zeit nicht mehr rund. Es scheint überall lichterloh zu brennen. Egal ob sich der Anleger für die eine oder die andere Aktie interessiert, fallen tun sie trotzdem. Das Anlegergewissen wird beruhigt, dass per Definition ein Crash noch nicht stattgefunden habe, aber wenn der deutsche Aktienindex seit Jahresbeginn -18,5% verloren hat, dann ist das schmerzlich, egal wie man das definiert.


Während der Hausse der letzten Jahre waren günstige Kurse Kaufkurse. Ein Knick im Trend und sofort sind Großinvestoren, Fonds und Kleinanleger wieder in dem Markt eingestiegen. Heute ist die Lage ganz anders, die Aktien steigen nicht mehr, die Kurse fallen, und obwohl sie eigentlich wieder steigen sollten, geht es nur Richtung Süden. Erst kürzlich dachte der Anleger: die Kurse sind günstig, auch unter fundamentalen Gesichspunkten, doch auch das scheint nicht zu helfen. Erinnern Sie sich noch an den letzten Herbst, immerwieder wurden deutsche Aktien als „sehr günstig“ gespriesen. Davon will man heute nichts mehr wissen. Die Ansichten der Investoren haben sich radikal gewandelt. Fallende Kurse dominieren den Aktienmarkt.


Der Anleger ist sich nicht sicher, ob dieser rasente Abschwung nur eine Korrektur ist, oder der Beginn einer Kapitalflucht aus allem, was keinen Gegenwert hat (Papiergeld ist nur Papier). Er weiss, das der Dollar massiv abverkauft wird, nicht nur gegenüber dem Euro sondern gegenüber allen anderen Währungen auch. Das heisst, alle Welt will keinen Dollar mehr haben. Die ehemalige Weltleitwährung neigt sich dem Ende zu. Unternehmen ausserhalb der USA stöhnen, denn ihre Preise werden automisch teurer auf dem Weltmarkt. Über kurz oder lang werden sich diese Kosten im Ergebnis negativ auswirken. Wenn Gewinnziele nicht mehr erreicht werden können, kommt das böse Erwachen, zuerst im Unternehmen und dann an der Börse. Von dieser Seite drohen also fallende Kurse.


Der Anleger weiss, dass der Ölpreis auf ein Rekordniveau von 109 $ pro Barrell geklettert ist, und Tag für Tag weiter nach oben geht. Der hohe Ölpreis verhagelt den Unternehmen die Bilanz, Kosten für die Produktion schiessen in die Höhe, das produzierte Gut wird teurer als zuvor. Wenn Sie bei gleichbleibenden oder steigenden Kosten weniger verkaufen, dann sinken Ihre Einnahmen. Auch das geht auf Kosten des Ergebnisses des Unternehmens. Wenn Gewinnziele nicht mehr erreicht werden können, kommt das böse Erwachen, erst im Unternehmen dann an der Börse. Auch von dieser Seite drohen also fallende Kurse.


Ach ja, da war noch etwas … die Finanzkrise. Der Anleger weiss, dass fast alle Banken mit Kundengeldern gezockt haben, eigentlich unter Chance/Risiko Sicht unmögliche Geschäfte gewagt und verloren haben. Nun bekommen sie die Konsequenzen zu spüren. Zunächst müssen sie Farbe bekennen, das haben sie bereits getan, wenn auch nur zum einem Bruchteil. Mehr kommt noch mit den Zahlen zum ersten Quartal. Während der letzten Wochen blendete man gekonnt die Berichterstattung über die Finanzkrise aus. Die Bundesregierung hat clever das Augenmerk auf den Steuerskandal mit Lichtenstein gelenkt. Der Postbankchef Zumwinkel wurde geopfert und im Hintergrund wird versucht die Löcher in den Landesbanken mit Steuergeldern zu stopfen. Die Finanzkrise ist aber viel größer, als dass kleine Politiker damit zurecht kommen könnten. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass die Kapitalflucht beginnt. Dabei regiert Panik und die „Rette sich wer kann Mentalität“ ist Trumpf. Wenn also die Kapitalflucht weg von allem was mit Papier zu tun hat beginnt (Papiergeld, Derivaten, Aktien), werden mehr Aktien abgestoßen als gekauft. Auch von dieser Seite drohen fallende Kurse.


Der Anleger sieht, dass sowohl das schwarze als auch das glänzende Gold steigt. Gold hat knapp die 1000 $/uz erreicht und wird sie bald überbieten. Bei Erreichen der medienwirksamen Marke werden Medien, Analysten und alle Anderen sich auf die Berichterstattung stürzen. Im Mainstream angekommen, wird die breite Masse auf das Edelmetall aufmerksam. Anleger werden sich fragen, warum das Gold so stark steigt. So langsam begreift man, dass die Kapitalflucht Gründe hat. Das aufgeblähte Finanzsystem steht nämlich auf wackligen Füssen. Der Anleger wird verstehen, dass die Anlage in Gold einer Werterhaltung entspricht. Es schützt sein Erspartes. Angst wird dominieren und Angst treibt den Kurs. Wenn der Run auf das Gold beginnt, dann wird Geld aus alternativen Investments abgezogen, unter anderem aus Aktien, um selbst in Gold zu investieren. Auch von dieser Seite drohen fallende Kurse.


Egal ob man die Gründe vorwärts oder rückwärts interpretiert, einen Grund Aktien zu kaufen läßt sich für den Moment nicht ableiten. Da helfen auch die Börsenweisheiten nichts: „Kaufen wenn die Kanonen donnern“ oder „in das fallende Messer greifen“. In beiden Fällen werde Sie sich verletzen.


Erstes Kursziel werden 6400 Punkte sein. Sehr wahrscheinlich sind auch tiefere Kurse. Danach muß die Lage neu überdacht werden.


Wir verfolgen den Markt zeitnah und werden sowohl steigende als auch fallende Kurse analysieren. Aktuelle Signale finden Sie auf unserer Signalwand.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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