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Seit Beginn des Jahres jagt an den Märkten ein Verlusttag den Nächsten, nur gelegentlich unterbrochen durch kleinere Korrekturen. Diese halten dem mächtigen Verkaufsdruck nicht stand. Unsicherheit macht sich breit unter den Anlegern, denn wie sollen sie sich inmitten der Fonds, der Chartanalysten, den Wirtschaftsdaten und den Zentralbanken verhalten?


Die ersten Nachrichten sprechen von Einstiegen der institutionellen Anleger, diese würden sich positionieren und den Markt stützen. Solche Beiträge mahnen zu Vorsicht, denn nur der, der etwas verkaufen will ruft zum „kaufen“ auf. Würden Sie wenn Sie Aktien selbst günstig einsammeln wollen, anderen Markteilnehmern davon berichten? Wahrscheinlich nicht. Als im Jahre 2003 das Ende der Kursverluste durch die New-Econony Blase begann, da hat niemand den günstigen Zeitpunkt gepriesen und die Anleger zum Aktienkauf animiert. Nachträglich hat sich gezeigt, 2003 war der Boden, danach ging es steil bergauf. Marktteilnehmer handeln immer gleich. Wenn jemand etwas kaufen möchte, ruft er zum verkaufen auf und oder verhält sich still. Natürlich verhält es sich andersherum genauso. Der Verkäufer ruft zum Kauf und unterstreicht seine Positionierung.


Die Chartanalysten sehen die Lage nüchterner, denn für sie bilden die Linien, Kerzen oder Bars alles ab, was die Markteilnehmer beschäftigt. Laut Definition beinhaltet nämlich der Chart alle Einflüsse, welche auf die Märkte und Aktien einwirken. Bezogen auf den langfristigen Chart des DAXes sehen einige Analysten ein steigendes Dreieck. Ein steigendes Dreieck löst sich bekanntlich nach oben hin auf. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis dies eintritt, der deutsche Aktienindex die Hochs bei 8100/8150 überspringt und zu neuen Höchstkursen aufbrechen wird. Ziele werden zwischen 9000 und 10000 Punkten genannt, so die Chartanalysten.


Die Wirtschaftsdaten sind eine Sache für sich, denn als Markteilnehmer bekommen Sie das Gefühl, jeder Tag wird schlimmer als der Tag zuvor. Der erste Dominostein der umgefallen ist, war die Immobilienkrise, welche nun alle weiteren Nachrichten erzwingt, so scheint es. Hinzu kommen die nicht enden wollenden schlechten Konjunkturdaten aus den USA, welche eine Rezession ankündigen. Faktisch ist die Rezession bereits im Land. Besonders für die Immobilienkrise und die Wirtschaftsdaten gilt: das war vorher schon bekannt. Besonders Handelsbilanzdefizit und Immobilienkrise sollten keine Überraschung für die Markteilnehmer im letzten Jahr gewesen sein, waren die Anzeichen doch monatelang ersichtlich.


Die europäische Zentralbank hat letzten Donnerstag (10.01.2008) die Leitzinsen unverändert bei 4% belassen. Die Amerikanische Notenbank FED ist nun am Zug. Angekündigt hat sie, dass sie alles Mögliche unternehmen werde um die Stabilität der Wirtschaft und des Finanzsystems zu wahren. Die FED denkt dabei an Zinssenkungen. Doch damit kommt das böse unheilwolle Wort „Inflation“ ins Spiel. Die einfachste Lösung ist mehr Geld in das System zu zuführen. Die Erhöhung der Geldmenge wird unwiderruflich zur Abwertung des Dollars und zur Erhöhung der Preise von Produkten und Dienstleistungen führen. Die Inflation kommt in die Gänge. Die Notenbank kann aber nur die Wirtschaft stützen (Geld hinzugeben, Zinsen senken) oder die Inflation bekämpfen (Geldmenge verringern, Zinsen erhöhen). Aus diesem Dilemma wird sie nicht rauskommen.


Der Marktteilnehmer sitzt nun zwischen den Stühlen, die obigen Markteilnehmer und deren Position ist erwähnt und bekannt. Er überlegt, ob die jetzigen Preise für Aktien nun genutzt werden müssen oder nicht. Es kribbelt in den Fingern. So günstig hat man einige DAX Werte schon lange nicht mehr gesehen, eigentlich gute Einkaufsmöglichkeiten. In verschiedenen Publikationen wird berichtet, dass der deutsche Aktienindex in der Vergangenheit doch immerwieder gestiegen ist. Also kaufen oder lieber nicht?


Wir sehen die Lage als sehr kritisch.


1. Eine Krise wie sie durch den Immobilienmarkt nun entstanden ist, braucht mehr als nur ein paar Monate, um sich zu bereinigen. Besonders die gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen Kreditnehmer – Bank, Bank – Bank, Bank – Unternehmen, Bank – Konsument sowie Unternehmen – Konsument sind nicht mal ansatzweise aufgedeckt. Noch mehr negative Nachrichten werden kommen.


2. Zum ersten Mal seit langer Zeit ist folgende Situation entstanden: die Marktteilnehmer sind ordentlich im Minus. Das heisst ihre Position welche sie zum Ende des letzten sowie zu Beginn dieses Jahres eröffnet haben, zeigt einen größeren Verlust. Das Vertrauen in die Stärke des DAXes und weiterer Indizes schwindet. Die Rahmenbedingungen lassen nicht mehr auf steigende Kurse hoffen. Der Anleger bekommt es mit der Angst zu tun. Bevor der Verlust noch größer wird, möchte er schnellstmöglich verkaufen. Dies führt dazu, das nun Marktteilnehmer, bei jeder Art von Anstieg Ihre Positionen verkaufen, um mit geringem Verlust auszusteigen. Andere Teilnehmer, welche langfristige Positionen inne haben (diese sind noch im Gewinn) werden auch versuchen ihre Gewinne zu realisieren sobald der Markt Anzeichen zur Erholung gibt. Der Verkaufsdruck wird zunehmen und einen längeren Anstieg nicht zulassen.


Spannende Wochen stehen bevor, besonders die amerikanischen Banken welche noch Leichen im Keller haben, müssen öffentlich Farbe bekennen. Folgende Termine stehen an um die Ergebnisse des vierten Quartals zu veröffentlichen.


Dienstag 15. Januar: Citigroup

Mittwoch 16. Januar: JP Morgan

Donnerstag 17. Januar: Merill Lynch

Dienstag 22. Januar: Bank of America


Von einem volatilem Handel kann ausgegangen werden. Verzögert veröffentlichen wir unsere Signale auf unserer Signalwand. Schauen Sie einfach mal vorbei.


Wir wünschen allen unseren Lesern viel Erfolg und ein glückliches Händchen.


Mit freundlichen Grüßen

Ihr
start-trading Team

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