Angebot

Der DAX steigt und steigt, die Nachfrage übertrifft das Angebot. Es gibt also mehr Käufer als Verkäufer. Für die Bullen ist das erst noch der Anfang, „denn viele Institutionelle sind ja auch noch nicht investiert“, heisst es. Mit großen Augen wird hinzugefügt: „Die müssen investieren, denn die Institutiellen unterliegen dem Performancedruck“. Klingt plausibel.

 

Die Bären sind sich sicher: „der Crash kommt bestimmt“. Alle kaufen wie blind. Das ist kein gutes Zeichen. Jeder Kurrückgang wird genutzt, um den Markt wieder zu stabilisieren und zu neuen Jahreshochs zu führen. Schlimm nur, wenn die Wirtschaftsdaten in den USA nicht überzeugen und wenn man mit ansieht, dass die Immobilienblase platzt. Das wird Auswirkungen auf die amerikanischen Konsumenten haben, welche das Rückgrat der amerikanischen Wirtschaft bilden. „Die Zeichen muss man doch erkennen“, verlautet es aus der Bärenecke.

 

Die Bullen halten von den USA kaum noch etwas, deshalb das Überspielen der amerikanischen Wirtschaftsdaten. Das Interesse liegt nun voll und ganz in Asien. Während noch vor einigen Jahren der Ausdruck „Wen interessiert, wenn in China ein Sack Reis umfällt“ in aller Munde gängig war, führt heute nichts mehr an den Chinesen vorbei. Ob das kopierte Produkte sind, Emerging Markets, also das Aufstreben der Region, oder die nicht enden wollende Nachfrage nach Rohstoffen um den asiatischen Aufschwung anzukurbeln.

 

Was heisst das nun für den deutschen Leitindex? Und vor allem für die Anleger? Die Party ist in vollem Gange. Warum also aufhören? An der Börse funktioniert das folgendermassen: eine Gemeinschaft macht Party am Stammtisch. Alle am Tisch sind glücklich, denn es wird lecker gegessen und getrunken ohne zu bezahlen. Denn bezahlen muss derjenige, der als letzter an den Tisch kommt, oder noch am Essen ist während die „Vollen“ sich schon wieder verabschieden. Also kommen neue „hungrige“ Leute an den Tisch und andere „volle“ verlassen diesen. Diese haben sich den Magen schon gefüllt. Das Spiel funktioniert einwandfrei und man hat das Gefühl: so kann es immer weiter gehen. Keiner hat ein Risiko, man kommt herein, setzt sich an den Tisch, isst & trinkt und verabschiedet sich wieder.

 

Die, die schon am Tisch sitzen, freuen sich über jeden neuen Anleger der an den Markt kommt. Der finaniziert sozusagen die Party. Dem Neuling ist eigentlich gar nicht so wohl zu Mute über seine Entscheidung. Doch nachdem die Gesellschaft am Nachbartisch dauernd am Feiern ist, konnte er das „nicht dabei sein“ nicht mehr aushalten. Also rein. Und bis jetzt hat es auch funktioniert, alle am Tisch sind glücklich und die Neuankömmlinge sind es nach kurzer Zeit auch. Niemand musste die Zeche zahlen. Es kommen ja immer mehr Neue.

 

Wie fängt sowas an? Zuerst wenn die Gesellschaft aus wenigen besteht hauen diese sich die Mägen voll. Am Anfang steigt der Markt ohne die breite Masse (Jahr: 2003). Warum auch nicht? Die Aktien sind billig. Warum sollten man auf etwas Wertvolles, etwas Günstiges die Aufmerksamkeit der anderen lenken. Also wird still und heimlich eingekauft. Niemand ruft lauthals „Gold“ wenn er beim Schürfen auf etwas gestossen ist. Nun die Gesellschaft ist zu Beginn unscheinbar, kaum jemand nimmt sie war. Nach einiger Zeit kann sich die Gruppe nicht mehr verstecken, denn der Tisch wird größer und andere im Wirtshaus bemerken die Partygäste (der DAX steigt). Immer mehr Menschen gesellen sich an den Tisch.

 

Da der Markt nun gestiegen ist und auch das Risiko zugenommen hat, könnte man skeptisch fragen: „Wer kommt denn noch an den Tisch?“ Da sind zum einen die Fonds. Diese müssen „viele Mäuler stopfen“ und sehen in so einer Party die besten Aussichten, um die Masse zu sättigen. Der Gruppenführer (Fond) bringt viele Gäste auf einmal mit und der Index steigt weiter.

 

Lieblingsgäste sind vor allem die Neulinge, welche das Spiel, die Regeln und vor allem das Risiko nicht kennen. Diese sehen, da gibt es Aktien und diese steigen. Im Kollegenkreis und im Internet werden diese und jene beworben. Der Ausblick ist hervorragend, das heisst z.B. bei Minenaktien,“… was die alles finden werden (und wollen) und was das für Profite bringt – unglaublich – …“ also rein. Der Ausblick an unserem Partytisch ist: leckeres Essen, den Magen voll hauen und grenzenlos Bier trinken und das alles ohne zu bezahlen. Warum sollte man da also nicht mitmachen wollen?

 

Aber nichts ist umsonst, sowohl an der Börse als auch an unserem Partytisch, das heisst der Wirt schreibt eifrig mit. Jedes Bier und jede Mahlzeit ist sauber notiert. Die Zeche muss bezahlt werden. Von wem – ist dem Wirt egal. Die, die noch am Tisch sitzen, müssen für die Rechnung gerade stehen.

 

Das Spiel findet irgendwann ein Ende, nur wann das genau ist, kann niemand genau voraussehen. Es gibt zwei Varianten. Die erste ist die drastische. „FEUER – es brennt“ rufen die Gäste und alle rennen gleichzeitig zum Ausgang. Dies ist der bekannte Crash an den Aktienmärkten. Manche ereichen noch die Tür bevor es zu spät ist. Manche werden überrant und bleiben liegen, und wiederum andere bekommen die drohende Gefahr zu spät mit. Die zweite Variante ist: der Glaube „dass es immer so weiter geht“, diese Gäste glauben nicht an das Ende und warten auf immer neue Gäste, doch es kommen entweder keine oder nur wenige, welche ausreichen, um alle am Tisch zu sättigen. Das sind die bekannten „es ist nur eine Korrekur“ Anleger, diese kaufen gerne nach, um ihre Verlustposition zu verbilligen. Weitere Anleger sind die sogenannten „Schnäppchenjäger“, in deren Augen ist der Kurs vom Hoch entsprechend genug gefallen und Sie greifen schnell zu, damit Sie am nächsten Anstieg partizipieren können.

 

Ob Sie in den aktuellen DAX Anstieg einsteigen, oder sich doch lieber eine Ausszeit gönnen sollten steht auf der nächsten Seite. Unsere aktuelle DAX Analyse lesen Sie hier.

 

Viel Erfolg wünscht

 

Ihr

start-trading Team

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