Zur
News and More Übersicht geht es hier
Trading
- mit
wie viel Kapital geht es los?
Sehr
geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
es
ist nicht zu leugnen: Trading fasziniert alle. Ob man nun
tatsächlich handelt, oder bisher nur darüber gelesen
hat, es macht keinen Unterschied. Das Lesen von Chartdaten,
die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt
das ist schon
faszinierend. Irgendwann will der angehende Trader es wissen
und sich auf das Börsenparkett wagen. Nur mit wie
viel Kapital geht es los?
So
richtig greifbare Informationen über das Thema Tradingkapital
gibt es kaum. Als Anhaltspunkt könnte man die ganzen
Demokonten nehmen, diese sind meist ordentlich mit 100.000
Euro ausgestattet. Das Gleiche gilt für Börsenspiele.
Dumm nur, dass das gar nicht der Realität entspricht.
Das durchschnittliche Tradingkonto eines Hobbytraders beträgt
3.000 - 12.000 Euro. Mehr nicht.
Mehr
braucht es auch nicht, sofern der Trader sich an striktes
Moneymanagement halten will. Es geht ja nicht darum, alles
zu setzen, sondern kontrolliert zu handeln. Verluste dürfen
nicht aus dem Ruder laufen; ein Verlust darf den Trader
nicht umhauen. Aber um Verluste geht es heute nicht, sondern
um die Höhe des Startkapitals um loszulegen.
Fasziniert
von der Börse, aber auch etwas verängstigt über
die Zockerei und den möglichen Verlust will der Tradingneuling
erst einmal vorsichtig starten und sein Tradingkonto mit
150 Euro aufladen. Damit soll es erst einmal losgehen.
Sie
haben schon richtig gelesen, sehr viele Tradinganfänger
denken an obige Summe, wenn es losgehen soll. Die erfahrenen
Trader haben bereits die Hände über dem Kopf zusammen
geschlagen, denn die Summe ist zu gering. Hier trifft
den Neuling aber keine Schuld, denn er weiß es
erst einmal nicht besser. Es ist auf jeden Fall schon mal
positiv zu bewerten, dass der Neuling nicht gleich Haus
und Hof einsetzen möchte.
Ein
Sprichwort sagt: "Es ist keine Schuld etwas nicht
zu wissen, es ist eine Schuld, es nicht zu lernen".
Somit kann der Tradinganfänger anhand des folgenden
Beispiels lernen, dass ein zu kleines Tradingkonto nicht
zum Erfolg führen kann.
Nehmen
wir folgende Daten an, um die Auswirkungen einer zu kleinen
Positionsgröße zu verdeutlichen:
Gekauft
wird ein KO-Zertifikat für 2 Euro das Stück. Im
Laufe des Trades steigt der Kurs um 10%, somit ist der Verkaufspreis
für dieses Beispiel bei 2,20 Euro. Sowohl für
den Einkauf als auch für den Verkauf werden 10 Euro
Transaktionskosten veranschlagt.
In der
unteren Tabelle ist links eine zu kleine Positionsgröße
angezeigt, auf der rechten Seite der Tabelle ist eine Positionsgröße
dargestellt, welche angemessener ist.
| Positionsgröße:
zu klein |
Positionsgröße:
angemessen |
| Startkapital:
150 Euro |
Startkapital:
2010 Euro |
Kauf:
70 Stück* 2 Euro = 140 Euro
Transaktion kosten = +10 Euro
Gesamtsumme: 150
Tradingkonto nach Einkauf = 0
|
Kauf
1000 Stück*2 Euro = 2000 Euro
Transaktion kosten = +10 Euro
Gesamtsumme: 2010
Tradingkonto nach Einkauf = 0
|
Verkauf:
70 Stück * 2,20 Euro = 154 Euro
Transaktion kosten = -10 Euro
Tradingkonto
nach Verkauf: 144 Euro
|
Verkauf
1000 * 2,20 = 2200 Euro
Transaktion kosten = -10 Euro
Tradingkonto
nach Verkauf: 2190 Euro
|
Ergebnis:
Startguthaben: 150 Euro
Nach dem Trade: 144 Euro
Verlust:
-6 Euro
|
Ergebnis:
Startguthaben: 2010 Euro
Nach dem Trade: 2190 Euro
Gewinn:
180 Euro
|
Das Ergebnis:
Trotz
des positiven Tradeverlaufs kommt der Tradingneuling nicht
zu einem positiven Ergebnis auf seinem Tradingkonto. Die
Kosten für den Kauf und Verkauf sind höher als
durch den Kurszuwachs erzielt werden kann. Dabei liegt der
Grund nicht an den Transaktionsgebühren, weil diese
mit 10 Euro angemessen und realistisch dargestellt sind,
es liegt an der zu geringen Stückzahl. Der Tradingneuling
kann nur mit 70 Stück an dem positiven Kursverlauf
seines Scheines partizipieren, dass ist zu wenig.
Sehen
wir uns das Beispiel rechts an. Hier wird mit einem angemessener
Positionsgröße gehandelt. Dabei können 1000
Stücke gekauft werden, welche an dem Kursanstieg des
KO Scheines partizipiert haben. Am Ende kann sich der Trader
aus dem Beispiel rechts über einen schönen Gewinn
freuen.
Der
Tradinganfänger kann immer dazulernen. Er lernt,
dass eine zu kleine Kapitaldecke nicht zum Erfolg führen
kann. Daher muss der angehende Trader noch etwas sparen
bis sein Tradingkonto aufgestockt werden kann. Erst dann
ist ein sinnvolles handeln möglich, vorher nicht.
Hat
man genug Kapital zusammen muss der angehende Trader sich
Gedanken um das Moneymanagement machen. Dies ist ein umfangreiches
Thema und wird in einem separaten Artikel aufgegriffen.
In Kürze: Mehr Kapital heisst nicht automatisch die
Positionsgröße aufblähen, der Trader muss
immer davon ausgehen, dass eine Position auch zum Verlust
führen kann. Daher gehört es zu seiner Pflicht
sich vorher Gedanken zu machen wie viel Verlust kann verkraftet
werden, wo liegen die Stoppkurse für seine Position
usw.? Erst dann kann die passenden Positionsgröße
gewählt werden und somit sinnvoll gehandelt werden.
Das
Startkapital ist etwas persönliches. Ein Vergleich
hingt fast immer. Der eine möchte Aktien handeln, die
kosten mehr als Hebelprodukte, der Andere möchte breit
streuen, sein Investment diversifizieren wie es in der Fachsprache
heisst, dafür ist mehr Kapital nötig. Jeder Trader
hat seine eigene Vorgehensweise.
Deshalb
sollte der Tradinganfänger auf seine Bedürfnisse
achten. Es reicht für den Anfang, wenn er sich auf
eine Taktik konzentriert. Zum Beispiel nur den DAX handeln
und KO-Scheine benutzen. Da kann man schon mit 2000-3000
Euro beginnen.
Mit
diesem Kapitalgröße lässt sich bereits übersichlich
handeln und an steigenden und an fallenden Kursen Geld verdienen.
Wir
wünschen allen Tradinganfängern ein gutes Händchen
und viel Erfolg.
Mit
freundlichen Grüßen