Zur
News and More Übersicht geht es hier
Trading
- Geduld
muss man haben
Sehr
geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,
haben
Sie Ihren Kindern einmal etwas versprochen? Wir gehen Eis
essen? Wir kaufen dies und jenes? Sobald Sie einem Kind
dieses Versprechen gegeben haben, kennt das Kind keine Ruhe.
Es hibbelt herum, kaut auf den Fingern, schaut dauernd auf
die Uhr und will wissen, wann es losgeht.
Die
Börse und damit auch der Chart versprechen dem Trader
Gewinne über Gewinne, der Trader soll nur schnell einsteigen.
Wenn nicht, verpasse er die Chance seines Lebens. Wenn der
Trader ohne Position da steht, dann geht in ihm das Gleiche
vor wie bei dem unruhigen Kind.
Für
den Trader gibt es nur zwei Richtungen, entweder der Markt
steigt mit ihm oder der Markt fällt mit ihm, aber nichts
dazwischen. Der Trader sieht dauernd Chancen, womöglich
in verschiedenen Zeitfenstern und unterschiedlichen Basiswerten.
Hauptsache rein in den Markt.
Wo ist
die
Geduld
- wo ist die Ruhe? Langsam - möchte man sagen, der
Markt läuft einem Trader nicht weg, es gibt dauernd
Möglichkeiten. Aber das geht dem Trader zum einen Ohr
rein und zum anderen wieder raus. Der Trader ist seinem
inneren Druck ausgeliefert. Dieser sagt, der Chart eröffnet
dir Chancen und du wartest etwa?
Den
verlockenden Rufen der Börse kann der wenig erfahrene
Trader nicht widerstehen. Er redet sich ein, dass Chancen
vorhanden sind und er diese Chancen nutzen muss. Ungeduld
und die Hoffnung auf Gewinne lassen ihn dem Drang nachgeben.
Dies führt dazu, dass der Trader wie von dritter Hand
gesteuert, sich dem automatischen Ordermechanismus hingibt.
Im Kopf ist er sich seiner Sache gar nicht so sicher,
aber seine Hand bewegt sich bereits mit der Maus: Browser
öffnen, Brokerwebseite aufrufen, Order eingegeben,
Position eröffnen. Dieser Automatismus überkommt
viele Börsenteilnehmer. Der Trader kann es deutlich
fühlen, wie sich der Automatismus in Bewegung setzt,
ohne den Trader zu fragen und er hat nur ein Ziel. Den Trader
in den Markt führen.
Dabei
ist es kein Problem, eine Position einzugehen, wenn man
sich seine Position reichlich überlegt hat und somit
über sein Handeln im Klaren ist. Aber in der Wirklichkeit
ist sich der Trader unklar über die zukünftige
Marktentwicklung. Er hechtet ungeduldig in den Markt, weil
jede Bewegung in seinen Augen gehandelt werden soll - ja
sogar muss. Dabei verspielt er nur sein Tradingkapital.
Durch die Unklarheit über sein Handeln ist der Trader
daher auch fast immer auf der falschen Richtung unterwegs.
Der Trader ist short und der Markt steigt, der Trader ist
long und der Markt fällt.
Wichtige
Regeln, welche sich der Trader auferlegt hat, verlieren
durch die Ungeduld ihren Nutzen. Ein Beispiel: Der
Trader hat eine Position eröffnet, Richtung short -
also auf fallende Kurse - er hat seinen Stop-loss gesetzt
und verfolgt in Ruhe den Markt.
Der
Markt ist dem Trader nicht wohl gesonnen und stoppt dessen
Position aus. Eigentlich nichts Aufregendes, aber bei den
meisten Tradern beginnt sich nach dem Ausstoppen wieder
der selbstautomatische Mechanismus in Gang zu setzen. Der
Trader ist sich seiner Sache immer noch ganz sicher "der
Markt muss fallen". Und tatsächlich: der Markt
scheint nicht weiter zu steigen, der Trader ist ausgestoppt
und gleich wird die große Bewegung nach unten einsetzen,
denkt dieser. Der Trader weiss um seine Chance und deshalb
muss er nun sofort dabei sein. Die Ungeduld übermannt
ihn wieder.
Der
Trader eröffnet sofort wieder eine Position. Gleicher
Schein und ungefähr das Niveau, auf dem er ausgestoppt
wurde. Wenn das sofortige Wiedereröffnen einer Position
nicht sein einziger Fehler war, dann hat er auch bestimmt
die Anzahl der Scheine erhöht.
Der
Markt scheint nur auf den Trader gewartet zu haben, wenige
Minuten nach dem Einstieg geht es weiter in die "falsche
Richtung" und der Trader wird schon wieder ausgestoppt.
Wenn jetzt nichts Externes passiert, kann sich diese Vorgehensweise
fortsetzen, bis kein Geld mehr da ist oder der Schmerz über
den Verlust zu groß wird.
Auf
jeden Fall hat sich der Trader schwer geschädigt. Denn
sobald die zweite Position aus Ungeduld eröffnet wurde,
wurde die erste Stop-Loss Order über den Haufen geworfen.
Denn der Stop-Loss der ersten Order sollte vor größeren
Verlusten schützen, stattdessen eröffnet der Trader
gleich wieder eine neue Position und setzt einen neuen noch
tieferen Stop-Loss. Damit vergrößert er die Verluste
nur.
Wo
bleibt die Geduld. Wo ist die Ruhe? Warum hat der Trader
nicht geduldig auf seine nächste Gelegenheit gewartet?
Der Markt gibt Signale, wenn es nicht mehr in die eine oder
andere Richtung geht. Erst dann lohnt sicht der Einstieg
für den Trader.
Die
Kunst ist, auf den richtigen Moment zu warten. Geduld zu
haben ist etwas Schwieriges im Leben des Traders und deshalb
kann es nicht jeder.
Warten,
warten und wieder warten ist die Devise. Es schult das Auge,
wenn man den Chart verfolgt, ohne eine offene Position zu
haben. Warten, bis der richtige Moment erreicht ist,
darauf muss hin gearbeitet werden. Schauen Sie zum Beispiel
auf unsere Signalwand (klicken Sie: hier),
die Signale sind selten, aber sie sind mit Bedacht und Geduld
gewählt.
Der
Druck, mit dem der Trader kämpfen muss, ist selbstgemacht.
Jeder Trader weiss, dass es die Börse schon seit Jahrhunderten
gibt und dass die Börse auch morgen noch Chancen bereithalten
wird. Nur warum bis morgen warten, wenn man auch heute schon
reich werden kann, so denkt der unerfahrene Trader.
Ähnlich
unserem Artikel über die Emotionen des Traders (klicken
Sie: hier), hat es auch
bei dem Thema "Geduld" der Trader es selbst in
der Hand seine Fehler abzustellen. Jeder Trader kann sich
die Geduld beim Trading antrainieren, er muss es nur wollen.
Mit
freundlichen Grüßen