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Staatspleiten
- sie
sind nicht aufzuhalten
Sehr
geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
die
Abstraktheit der derzeitigen Marktsituation zeigte sich
am Montagmorgen. Die Märkte haben mit einem Kurssprung
im Plus eröffnet. Am Sonntag wurde dem Land Griechenland
von der EU ein Kreditrahmen von 30 Mrd. Euro zugesagt. Noch
hat Griechenland nicht nach dem Geld gefragt, aber es ist
nur eine Frage der Zeit. Der Euro hat auch zugelegt, um
dieser Stärkungmaßnahme Nachdruck zu verleihen.
Die
Lage ist klar. Das Griechenland Pleite gehen wird, ist
nicht abzuwenden. Nur weil man das Land mit mehr Geld
zukleistert, wird es nicht schuldenfreier. Das wissen alle
Beteiligten. Nur diejenigen, welche eine Rettung hören
wollen sind beeindruckt von der sonntäglichen Entscheidung.
Alle anderen, welche der Realität ins Auge sehen wissen,
dass jegliche Hilfe ausweglos ist.
So reagieren
auch die Märkte. Nach einem schnellen Start ins Plus
werden die Kurse wieder abverkauft. Eine Rettung ist nämlich
nicht möglich. Für die großen Investoren
gilt: wie kann man aus der ausweglosen Situation des
Landes noch Profite schlagen. Und da wird sich gegenseitig
geholfen, indem Spekulanten sich auf ein Land oder eine
Währung einschiessen und sich damit eine goldene Nase
verdienen. Das britische Pfund und Griechenland waren die
letzen Monate im Visier. Bald werden auch die nächsten
Pleiteländer wie Portugal, Spanien oder Italien ins
Visier der Spekulanten geraten.
Die
Politik hat der Finanzindustrie zu zuviel Macht verholfen
und nun kann sie diese nicht mehr kontrollieren. Die Möglichkeiten
der Politik, auf Krisenfälle zu reagieren, sind beschränkt.
Jede Aktion, ebenso wie die angekündigte Rettungsaktion
für Griechenland, zeigt der Finanzindustrie, welche
Art von möglicher Strategie von der Politik verfolgt
wird und die Finanzindustrie kann darauf reagieren.
Erst
waren die Finanzunternehmen pleite, gerettet wurden sie
durch die Steuerzahler. Nun ist der Staat pleite und gerettet
werden soll er wieder durch den Steuerzahler
und
wer macht dabei wieder Milliardengewinne?
Die
Finanzindustrie hat es wieder einmal geschafft, dass ihr
niemand etwas antun oder diktieren kann. Genauso wie
vor der Krise: Die Finanzindustrie ist zu groß,
um Pleite zu gehen, zu groß, um nicht zu beachtet
werden, zu groß, um zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Und wenn es mal doch mit einer Wette schief gehen sollte,
da wäre da (noch) der Steuerzahler, über den die
Politik wieder Geld für die Finanzindustrie freimachen
würde.
Nun,
der Artkiel beschäftigt sich mit dem Thema Staatspleite.
Wir erinnern uns, die Politik ändert ihre Meinung recht
schnell, erst sollte Griechenland nicht geholfen werden,
dann vielleicht und nun muss man helfen. Damit die Vergesslichkeit
nicht überhand nimmt, werden wichtige Abmachungen in
der Regel aufgeschrieben. Eine wichtige ist die NO BAIL
OUT Klausel im Maastrichtvertrag. Kein EU Land soll
einem anderen EU Land zur Hilfe verpflichtet werden können.
Sicher gibt es viele Juristen, die den originalen Text unterschiedlich
und nach Wunsch des Auftraggebers interpretieren werden,
aber die Hauptaussage ist klar: Kein EU-Land soll einem
anderen EU-Land helfen. Die Absicht ist nämlich,
dass sich ein EU-Land nicht auf die Hilfe der anderen verlassen
darf (und dementsprechend nicht auf seinen Haushalt achtet)
und zweitens eine Kettenreaktion soll mit diesem Kriterium
verhindert werden. Wenn die gesünderen EU-Länder
gezwungen werden zu helfen, dann kommt auch deren Haushaltslage
in Schwierigkeiten (Dominoeffekt) und bald ist dann keiner
mehr da, der helfen kann, denn dann ist die Mehrheit der
EU-Staaten Pleite.
Tatsächlich
werden die Länder doch gezwungen, Griechenland zu helfen,
"eine Pleite muss abgewendet werden" so
heißt es überall, "ein Schaden wäre
zu groß" ist der Tenor. Denken Sie nur an
die Milliarden, die in Griechenland (und bald auch in anderen
Ländern) investiert worden sind, diese müsste
man dann abschreiben. Welche lokale Politik in der EU
wird bei soviel "Gefahr" eine Hilfe für ein
anderes Land abschlagen können?
Dreist
ist, dass sonst immer auf Paragraphen und Gesetzen herumgeritten
wird und wenn es mal wirklich darauf ankommt, dann kümmert
sich niemand darum. Jegliche Hilfe auf Kosten der Bevölkerung
jeglichen EU-Landes ist gegen geltendes Recht.
Was
ist nun von dem Gebaren um Hilfen und Rettungen zu halten?
Nichts - rein gar nichts. Kein Land kann sich durch mehr
Geld retten. Griechenland braucht das Geld dringend,
um seine Schulden zu "rollen", dass heißt,
die benötigten Milliarden dienen nur dem Stopfen eines
Lochs, sofort wird das nächste Loch geöffnet,
was in der Regel größer ist und das Problem nur
verschiebt.
Alle
Länder rollen ihre Schulden auf einen späteren
Zeitpunkt und erhöhen in der Regel den Schuldenberg
und damit auch die Zinslast, das ist ein ungeschriebenes
Gesetz.
Staatspleiten
sind nun in aller Munde. Egal wie die Berichterstattung
erfolgt, die Lage ist wie folgt: Hilft man einem
Land, holt man sich neue Probleme ins Haus, hilft man nicht,
werden bestehende Probleme noch größer.
Es
gibt nur eine Lösung:
1. Schulden werden nicht mehr zurückgezahlt werden
und durch Pleite und Inflation ausradiert werden.
2. Ein Land muss sich danach gesund schrumpfen. Das ist
zwar schmerzhaft, aber die Realität.
Wir
erzählen nichts Neues, wenn wir auf die kommenden Staatspleiten
hinweisen, dass haben wir bereits in unsere Ausarbeitung
"THE GEAT DEPRESSION" getan. Zum Artikel gelangen
Sie hier.
Lassen
Sie sich keine rosa Wolken aufmalen, die Lage ist nicht
gut, nicht an den Finanzmärkten, nicht bei den Unternehmen
und auch nicht in den Staatskassen.
Mit
freundlichen Grüßen