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Schuldenkrise
- Griechenland
ist überall
Sehr
geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
das
arme Griechenland muss für "das" Pleiteland
überhaupt herhalten. Es wird geschimpft, verunglimpft
und gewitzelt, was das Zeug hält. Es wird eingedroschen
auf ein Land, welches das Pech hatte, als erstes aufzufliegen.
Denn
im Prinzip sitzen alle im gleichen Boot. Alle Länder
sind ein Griechenland für sich, nur fliegt die
Schuldenorgie bei den anderen Ländern nur zu einem
späteren Zeitpunkt auf. Bis dahin gewöhnen sich
die Bürger aller Nationen an die dauernden Krisenmeldungen,
damit es dann nicht so sehr auffällt.
Alle
Bürger sind dem süßen Duft des Konsums verfallen,
ein neues Auto auf Kredit, ein neuer Fernseher auf Kredit;
sogar in den Urlaub kann man auf Kredit fliegen. Die Banken
haben es den Bürgen auch einfach gemacht, ja sie sogar
verleitet. Ihre Großeltern haben schon immer richtigerweise
gesagt "Kind - kauf dir nur was, was du dir auch
leisten kannst" - wie Recht sie damit hatten.
Die
Finanzunternehmen hatten aber ein Geschäft gewittert
und verkauften weltweit u.a. Immobilien an Menschen, welche
sie sich nicht leisten konnten. Immobilen zum größten
Teil auf Kredit zu kaufen, ist der größte Unfug,
der getätigt werden kann. Es macht gar keinen Sinn,
dass sich Menschen mit dem Mehrfachen ihres Jahresgehalts
verschulden. Die Banken wussten die Sehnsucht der Menschen
zu bedienen. "Warum Miete zahlen, zahlen Sie für
Ihr eigenes Heim" oder "Wir geben Ihnen
das Geld und Sie können Ihr eigenes Dach über
den Kopf haben". Die Banken wissen nämlich,
dass die Sehnsucht nach einer eigenen Immobilie ein tief
gehegter Wunsch ist.
Die
Schuldenkrise greift um sich:
Jegliche Art von Schulden muss irgendwann bezahlt werden.
Manchmal kann man den Zeitpunkt hinauszögern, indem
man neue Schulden aufnimmt, um die alten zu bezahlen, aber
irgendwann kann man sich vor der Realität nicht mehr
verstecken. Der Moment der Abrechnung ist gekommen.
Nun
sind ALLE verschuldet:
Mit "ALLE" ist die ganze Welt gemeint. Schauen
Sie sich die Kredit- / Immobiliensituation weltweit an,
überall das Gleiche. In dem einen Land weniger ausgeprägt,
in dem anderen Land mehr. Die Leute haben sich entweder
mit einem Kauf einer Immobilie, eines Autos selbst verschuldet
oder zuviel auf Pump konsumiert oder haben gar so wenig
Einkommen, dass sie gar nichts ausgeben können. Wie
auch immer, es gibt kein frisches Geld mehr, um die Schuldenorgie
weiter zu finanzieren.
Verschuldet
sind nun die Bürger durch die vielen Kredite, verschuldet
sind auch die Unternehmen, weil sie hauptsächlich mit
Fremdkapital arbeiten, also geliehenem Geld und nicht mit
eigenem, verschuldet sind die Zentralbanken, weil sie die
wertlosen Wertpapiere ankaufen gegen Geld, was sie drucken,
verschuldet sind letztlich auch die Staaten (Staatsdefizit,
Bankenrettung) - Alle sind verschuldet.
Beim
Bürger sparen ist keine Lösung mehr. Erstens kann
er nicht mehr sparen, denn die Abgabenlast ist bereits zu
hoch, zweitens kann der Bürger nicht akzeptieren, dass
er für die Schulden gerade stehen muss, welche er nicht
zu verantworten hat. Warum muss der Bürger Banken retten?
Warum Unternehmen? Und warum den Staat, wenn die Regierenden
die Pleite verursacht haben?
Das Resultat sind Ausschreitungen, wie man sie zur Zeit
in Griechenland sehen kann. Die Leute realisieren, dass
sie bisher an der Nase herumgeführt wurden. Das nichts
von dem stimmt, was ihnen gesagt wurde. Die Wut der Leute
kennt keine Grenzen. Auch hier gilt, wer heute auf Griechenland
zeigt, sollte sich nicht wundern, wenn die Einschläge
bald näher kommen, denn ALLE SIND VERSCHULDET.
Somit
ist der Kreislauf bereits in Gang gesetzt und ist auch für
alle Länder gleich. Eine Pleite lässt sich nicht
verhindern (siehe auch Artikel: Staatspleiten).
Anhand
des Rettungspakets für Griechenland kann man die ausweglose
Lage gut verdeutlichen. Nur unter großen Mühen
konnten sich die Euro-Länder durchringen, Kredite zur
Verfügung zustellen, denn eigentlich will man das nicht.
Jedes Land weiß, das Geld kommt nicht zurück.
Also warum hat man geholfen? Um ein Signal an die Märkte
zu senden. Man wollte zeigen, seht her, in der EU geht kein
Land Pleite, wir stehen für einander ein. Nur hat das
niemanden beeindruckt; die Risikoaufschläge der von
der Pleite bedrohten Länder sind enorm und haben keinen
Deut nachgelassen. Die Investoren lassen sich nicht veräppeln.
Man
braucht nicht studiert zu haben, um die "Täuschung"
der Griechenlandrettung zu durchschauen. Das Land braucht
dringend Geld, um seine Raten für seine Schulden zu
bezahlen. Was macht also die Griechenlandhilfe? Sie gibt
noch mehr Kredite. Damit kann Griechenland zwar dieses eine
Mal seine Raten bezahlen, hat aber immer noch riesige Schulden
am Hals und wird spätestens bei der nächsten Rate
wieder Geld benötigen. Das Schuldenproblem ist nicht
gelöst.
Wie
geht es weiter?
Die Investoren haben sich schon die nächsten Pleiteländer
auserkoren und kreisen bereits über Portugal und Spanien.
Italien und England sind auf der Warteliste.
Es wäre
falsch, mit dem Finger auf Griechenland zu zeigen. Die populistische
Berichterstattung über faule Griechen und frühe
Verrentung entspricht nicht den Tatsachen. Fakt ist aber,
dass die Länder des Mittelmeerraums die Güter
gekauft haben, welche den Wohlstand der mitteleuropäischen
Länder repräsentierten. Der Konsum der Mittelmeerländer
brachte die Einnahmen für z.B. den Export von Vizeweltmeister
Deutschland. Somit haben sich die Schulden dieser Länder
erhöht, während die Einnahmen der Exporteure stiegen.
Heute mit dem bösen Finger auf die guten Kunden von
gestern zu zeigen ist falsch.
Die
Schuldenkrise ist wie sie ist. Da alle Länder auf Pump
leben, werden auch alle ihr persönliches Griechenland
erleben. Manche früher, manche später.
Mit
freundlichen Grüßen