Zur
News and More Übersicht geht es hier
INFORMATION:
eine aktuellere Analyse des DAXes finden Sie unter folgendem
Link: hier
DAX
- Sand
im Getriebe
Sehr
geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
sieht
man sich die Aktienmärkte an, so ist es ausgemachte
Sache, dass der DAX weiter steigen soll. Kurse über
6100, sogar bis 6400 Punkte sind bereits fest eingeplant.
Schaut man sich hingegen den DAX diese Woche (KW1) an, ist
aber mächtig Sand im Getriebe zu sehen.
Ein
Sprichwort sagt: "Man soll aufhören - solange
es Spaß macht". Das kann man in allen Lebensbereichen
anwenden. Aufhören, solange ein Spiel Spaß macht
oder aufhören mit dem Essen, solange es schmeckt. Beim
Aktienmarkt ist das nicht anders. Der Anleger sollte aufhören,
solange die Kurse noch oben sind.
Das
Jahr 2009 war ein ganz besonders gutes Jahr für die
Börsianer. Viele Aktien sind gestiegen. Verdopplungen
waren die Regel und manchmal sogar mehr. Das Depot grünte
vor sich hin und der Anleger freute sich. Nur wachsen die
Bäume nicht in den Himmel. Kein Anstieg ist unendlich.
Es ist Zeit, über einen Ausstieg nachzudenken.
Das
Jahr 2010 wird nicht mehr wie das Jahr 2009, machen
Sie sich keine Hoffnungen. Das Jahr 2010 wird bärisch.
Die Kurse werden fallen - auf breiter Front nachgeben. Das
Besondere wird sein, dass die durch die Kursgewinne verwöhnten
Anleger aus 2009 den Absturz nicht verstehen werden. Immer
wenn der Markt fällt, wird nach Nachkaufmöglichkeiten
gesucht werden. Immer wenn der Markt fällt, wird man
einen Grund finden, warum der Aktienmarkt etwas abkühlen
musste. Das sind dann immer die gleichen, die sich noch
in den Markt stürzen, während die anderen bereits
am Ausgang sind.
Es wird
spannend werden zu beobachten, wie die Kursverluste aufgenommen
werden. Denn Warnungen hört der Börsianer nicht
gern. Gründe warum der Markt fallen könnte, sind
Haare in der Suppe. Lieber wird über Kurspotential
gesprochen. Es ist erwiesen, dass positive Analysen besser
aufgenommen werden als negative. Eigentlich sollte es für
den Börsianer keinen Unterschied machen, denn er kann
auch an fallenden Kursen verdienen. Dies ist scheinbar noch
nicht ganz angekommen.
Steigende
Aktienkurse stehen für eine höhere Marktbewertung
der Unternehmen. Steigende Indizes werden als Erfolg gewertet,
sozusagen als Stärke und Wohlstand für alle.
Dass
das ein Trugschluss ist, weiß man spätestens
seit dem Platzen der dot.com Blase, in Deutschland mit dem
Ende des Börsensegments "Neuer Markt". Viele
Anleger glaubten an den immerwährenden Anstieg. Diesen
gibt es aber nicht. Wer den Ausstieg nicht geschafft hat,
sitzt noch heute auf Verlusten.
Im Moment
scheinen alle Probleme an den Börsianern abzuprallen.
Die Probleme der Menschen, der Wirtschaft, der Staaten.
Nichts kann den DAX vor weiter steigenden Kursen abhalten,
so scheint es. Egal ob leere Kassen der Kommunen, leere
Kassen des Bundes, Auftragsmangel in der Wirtschaft, kommende
Schrumpfung der Autoindustrie nach dem Ende der Abwrackprämie,
zu erwartende Steigerung der Arbeitslosen, das Ende der
Währungen Euro und Dollar oder die kommenden Staatspleiten.
Die
Realität wird den DAX schon bald einholen. Erst langsam,
dann immer schneller wird man sich die Wirklichkeit eingestehen
müssen. Denn eine Gesundung steht immer noch aus.
Solange nicht die Haushalte konsolidiert werden. Solange
nicht gespart wird. Solange die Unternehmen nicht wieder
mit mehr Eigenkapital arbeiten, solange es keine gesetzlichen
Regelungen für das Funktionieren der Finanzwirtschaft
gibt, solange die Zockerpapiere in den Bilanzen nicht ordentlich
abgeschrieben werden. Solange wird es keine Besserung geben.
Schon
bald werden die Kurse anfangen zu bröckeln. Mit Sand
im Getriebe kann der DAX nicht mehr weit kommen.
Mit
freundlichen Grüßen