Zur
News and More Übersicht geht es hier
DAX:
Bullengulasch oder Bärenfrikassee?
Sehr
geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
selten
waren die Anleger so durcheinander wie in diesen Tagen.
Es sieht so aus, als hätten sie die Orientierung verloren
und das kann man bei diesem Markt wohl auch. Die Kurse scheinen
gar nicht zu dem Umfeld der Krisen zu passen, denn der Markt
macht, was er will. Es gehört zwar zu der Grunddisziplin
eines Marktes, dass dieser die Anleger an der Nase herumführt,
aber so konfus wie diesmal war es selten.
Im folgenden
Teil werden beide Lager ihre Standpunkte äußern
und die Marklage aus ihrer Sicht darstellen. Die Bären
stehen für fallende Kurse, die Bullen für steigende.
Aber
der Reihe nach:
Die
Bären sehen den Anstieg der letzten Wochen als
Korrektur der Abwärtslinie von Januar bis Anfang Februar.
Bei Kursen um 5840 Punkte sollte der Index drehen und sich
wieder gen Süden machen. Das tat er aber nicht und
schoss stattdessen über das Ziel hinaus, bis auf 5894
Punkte.
Nun
sind die Bären nervös, denn die Investoren, die
auf fallende Kurse setzten, sitzen vermutlich auf Verlusten.
Die Indikatoren zeigen einen völlig überhitzten
DAX Motor und trotzdem verliert der Index kaum einen Punkt.
Derzeit ist jedes Interview bullisch (neues Jahreshoch wird
erwartet), die Nachrichtenlage ist euphorisch (USA bald
wieder in alter Stärke, Griechenland ist gerettet)
und die brennende technische Frage ist offen, ob das 61,8%
Retracement nun abgehakt sei.
Besonders
zu der technischen Überlegung, ob das Retracement Level
hinter sich gelassen wurde, setzt der Bärengemeinschaft
zu. Dabei besteht die Unklarheit darüber, ab wie viel
Punkten "drüber" denn nachhaltig ist? Sind
20 Punkte noch ok, aber 50 nicht? Oder ist es ein Peak,
der nicht als Übertritt gewertet werden kann? Wie auch
immer - die Phantasie der Analysten ist hier groß
und fördert natürlich das Durcheinander. Eine
Umkehr bei 61,8% der vorherigen Abwärtsbewegung hat
sich in der Vergangenheit als wichtig erwiesen, wenn der
Plan von fallenden Kursen aufrecht erhalten werden soll.
Die
Bullen dagegen sind euphorisch. Die Kurse steigen und
steigen als gäbe es kein Morgen mehr. Investoren, welche
auf steigende Kurse setzten sehen im Chartbild eine inverse
Schulter Kopf-Schulter Formation (Zeitraum Ende Januar bis
Ende Februar). Die Kurse konnten also nur steigen, so die
einhellige Meinung. Solch eine optimistische Beurteilung
lässt sich natürlich nach über 350 Punkten
Kursgewinn im DAX auch leicht erkennen. Nun soll es weiter
nach Norden gehen und ein Angriff auf die Jahreshochs seien
nur eine Frage der Zeit.
Die
Bären warnen vor den geringen Umsätzen im
DAX, ein Anstieg ohne Volumen ist auf Luft gebaut, der Markt
kann also gar nicht weitersteigen, wenn die breite Masse
nicht mitmacht. Die Lage der Unternehmen rechtfertigt keinen
weiteren Anstieg, dass Thema Staatsbrankrott ist all gegenwärtig
und trotzdem greifen die Anleger nach Aktien und ziehen
den DAX höher und höher. Das bringt die Bären
zur Weißglut.
Die
Bullen sind gelassen, wenn der Markt steigt, dann steigt
er eben, ob mit Umsatz oder nicht, offensichtlich sind mehr
Käufer am Markt als Verkäufer und deshalb ziehen
die Kurse an. Wen interessiert dabei die Diskussion um Staatsbankrotte
und schlechte Unternehmensmeldungen. Ein Anleger sollte
sich nicht gegen die einhellige Meinung stellen, so die
Bullen, denn der Tenor ist, wie bereits zu Anfang erwähnt,
positiv.
Die
Bären werden zermürbt. Tag für Tag schwinden
die Kräfte und langsam weicht die Überzeugung,
dass die Kurse jemals wieder fallen werden. Bei jedem noch
so kleinen Kursrücksetzer stehen Käufer bereit
und lassen den DAX nicht weiter sinken.
Die
Bullen geraten in Ekstase. Kaum ein Tag vergeht ohne
Pluszeichen, allein die letzte Woche hatte nur positive
Kerzen zu bieten. Die Märkte kennen nur eine Richtung
und diese zeigt nach Norden. Verluste scheinen unmöglich.
Die
Bären hatten niemals damit gerechnet, dass die
Kurse auch über den Bereich von 5840 Punkten ansteigen
könnten, doch der DAX tat es trotzdem.
Die
Bullen glauben derzeit nicht, dass die Kurse auch unter
5750 Punkte fallen können, denn dann würde es
flott abwärts gehen. Wir werden sehen was der DAX daraus
macht.
Nun
ist es an der Zeit für den Showdown. Die Märkte
stehen unmittelbar davor. Beide Lager geben alles. In dieser
Woche sollte eine entscheidende größere Bewegung
die Richtung für die nächste Zeit vorgeben. Entweder
es gibt Bullengulasch oder Bärenfrikassee. Eine Mahlzeit
kommt auf jeden Fall auf den Tisch.
Wir
lassen und nicht beirren und bleiben bei unserer Einschätzung,
dass die Kurse massiv nachgeben werden. Es ist üblich,
dass zum Ende von starken Bewegungen (Anstieg vom März
2009 bis März 2010), die Markteilnehmer zur Übertreibung
neigen und die Marktlage von Orientierungslosigkeit geprägt
ist. Unsere aktuelle DAX-Analyse lesen Sie hier.
Mahlzeit.
Mit
freundlichen Grüßen