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Balsam
für
die Bärenseele
Sehr
geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
für
die Bären geht eine
schmerzhafte Woche zu Ende. Den Anlegern, welche auf fallende
Kurse gesetzt haben wurde übel mitgespielt. Der DAX
steigt und steigt und der Grund ist: "weil er steigt".
Doch vor lauter Bullengebrüll sollten die Bären
sich nicht verkriechen, es gibt noch Hoffnung. Etwas Balsam
für die Bärenseele.
Es
klingt verrückt: der DAX steigt, weil er steigt. Es
gab keine kursbeeinflussenden Nachrichten. Diese Woche war
ereignisarm, keine drohende Staatspleite, keine besonderen
Unternehmensmeldungen, alles ruhig. Doch die Kurse stiegen
- das animierte weitere Käufer, und weil die Kurse
dadurch weiter gestiegen sind, mussten auch die institutionellen
Anleger kaufen, da sie am Ende des Jahres Ergebnisse vorzeigen
müssen. Und weil diese kauften, zog es auch diejenigen
auf die Käuferseite, die bislang nur am Seitenrand
gestanden hatten. "Die Hausse nährt die
Hausse", wie man an der Börse sagt.
Auffallend
ist, dass dieser Anstieg eine völlig leere Hülse
ist. Normalerweise gibt es zumindest eine Geschichte, welche
verkauft wird und den Anstieg begleitet, z.B New Economy
Story, Industrielle Revolution oder der Aufbruch in das
goldene Zeitalter, egal was; ein oder mehrere Gründe
untermalen den Anstieg. Derzeit ist es aber "zero"
- Null, niente, gar nichts.
Sicherlich
kann es dem bullisch investierten Anleger egal sein, solange
die Kurse steigen, steigen sie eben und das müssen
die Bären anerkennen. Sehen Sie sich den Chart auf
der rechten Seite an, die letzten elf Handelstage sind einfach
unglaublich. Der Markt ist nur gestiegen, keine Rücksetzer,
keine Korrekturen; solch ein Verlauf ist ungesund und zeigt
die Ausnahmesituation dieser Marktlage.
Auch
die Indikatoren konnten den Bären diese Woche keine
Hilfestellung geben, da sind die Bollinger Bänder schon
am Zerreissen und z.B. Überhitzungsindikatoren wie
der RSI seit Tagen bereits am Anschlag. Wer weiss das besser
als der technische Analyst und trotzdem, der Markt ist weiter
gestiegen. Diese Woche hat wieder einmal gezeigt, in einem
verrückten Markt helfen die Indikatoren nicht weiter.
Indikatorentechnisch ist der Markt schon seit Tagen überfällig
für fallende Kurse.
Bärische
Gründe:
Die
Bären hatten eine demotivierende Woche hinter sich,
nie kam es zu einem schwachen Tag und das hat an den Nerven
gezerrt. Und doch ist die Hoffnung noch nicht verloren.
Erstens:
Diese Woche hat der DAX gerade mal 68 Punkte zugelegt, dass
ist überschaubar. Das heisst, für große
Sprünge hat den Bullen die Kraft gefehlt.
Zweitens:
Der Markt befindet sich immer noch in der Korrektur der
massiven Kursverluste zu Beginn des Jahres. Es wäre
für die Bären besser gewesen, wenn diese Korrektur
bereits bei dem 61,8% Retracement, also im Bereich 5841
Punkte, beendet gewesen wäre, ist es nun einmal aber
nicht. Nun gilt es auf das Level bei 5938 zu achten, das
ist nämlich der 76,4% ige Korrekturbereich, dieser
hat gehalten, auch wenn der DAX zwischenzeitlich bereits
bei 5989 gewesen ist - die Gewinne konnten auf Tagesbasis
nicht gehalten werden. Dazu gleich der nächste Punkt.
Drittens
in der Candlestick Theorie hat der DAX den letzten Tag dieser
Woche mit einem "Gravestone Doji" geschlossen.
Das bedeutet, die Tagesgewinne konnten von den Bullen nicht
gehalten werden und mussten komplett wieder abgegeben werden.
Somit schloss der DAX genau auf dem Kursniveau, wo er am
Freitag morgen eröffnete. Ein solches Muster ist ein
Umkehrsignal und kündigt eine Trendumkehr an.
"Gravestone"
ist ein amerikanisches Wort und bedeutet "Grabstein".
Die Bären werden jetzt vermutlich denken "Möge
dieses Umkehrmuster ein Grabstein für die Bullen werden".
Die nächste Woche wird weiteren Aufschluss geben.
Zusamenfassung:
Nimmt
man die oben genannten Gründe zusammen, dann ist die
Lage nicht hoffnungslos für die Bären.
Meist kommt die Wendung unverhofft. Den ersten Schritt haben
die Bären am Freitag nachmittag getan, es gab die ersten
Verluste für die Bullen. Nun fehlen nur noch die entsprechenden
Trendbrüche. Also weitere Verluste, die die Bullen
aus ihren Positionen drängen.
10 Tage
Ausschnitt (15min Chart)

Gleich
zu Wochenbeginn, spätestens aber ab dem Dienstagshandel
sollten folgende Marken von den Bären in Angriff genommen
und nach unten durchbrochen werden: Bruch 5934, Bruch 5906,
Bruch 5838, Zielbereich ca. 5780/5720 Punkte.
In diesem
Sinne, viel Erfolg für die Bären.
Mit
freundlichen Grüßen
Ihr
start-trading Team
(Artikel
vom 13. März 2010)
P.S. Erklärung Bulle & Bär
Wir
sprechen oft über Bullen und Bären. Dabei stehen
die Bullen für steigende Kurse und die Bären für
fallende. Vor mehreren hundert Jahren sollen in Argentinien
Schaukämpfe veranstaltet worden sein. Dabei wurden
ein Bär und ein Stier aufeinander losgelassen. Der
Bär konnte mit seiner wuchtigen Tatze den Stier mit
einem mächtigen Schlag niederwerfen, also zu Fall bringen,
daher die fallenden Kurse für den Bären. Der Bulle
hingegen konnte den Bär mit seinen starken Hörnern
in die Luft schleudern, nach oben werfen, daher die steigenden
Kurse für die Bullen.
Auch
der Kampfstil der beiden Tiere spiegelt den Kursverlauf
wieder. Der Bär holt aus und schlägt von oben
nach unten (Kurse fallen), während der Bulle kurz den
Kopf einzieht und von unten nach oben stößt (Kurse
steigen).
Teilnehmer
dieser Veranstaltungen waren bei Besuchen in Europa verwundert
über das Treiben an den Handelsplätzen. Das Verhalten
der Börsianer erinnerte sie an die Szenen von den Bullen
und Bären in der südamerikanischen Arena.
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