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Apple: Rekordgewinn mit Beigeschmack

Gepostet von am 28 Jan, 2015 in Wirtschaft | Keine Kommentare

Apple: Rekordgewinn mit Beigeschmack

In den Medien überschlagen sich die Meldungen über den Rekordgewinn des IT-Riesen Apple aus den USA. Noch nie hat ein Unternehmen in einem Quartal 18 Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaften können. Die Zahl ist beeindruckend. Auch die Aktionäre sind entzückt. Nicht berichtet wird jedoch, ob auch genügend Steuern bezahlt, Mitarbeiter entsprechend belohnt und Zulieferer nicht ausgepresst wurden. Wie sonst kann soviel Geld in einem Quartal zusammenkommen?

Wenn ein einzelnes Unternehmen 18 Milliarden Dollar in nur drei Monaten (Oktober bis Dezember 2014) verdienen kann, dann kommt unweigerlich die Frage auf, ob das noch mit rechten Dingen zugeht. Kann soviel Geld wirklich verdient werden, indem ganz normale Waren an die Kunden verkauft werden? Oder werden vielleicht die Mitarbeiter zu gering bezahlt und Steuern durch verschiedene Modelle gespart?

Im ersten Fall würde der Gewinn über den krummen Rücken der Mitarbeiter erwirtschaftet werden. Zahlt man den Arbeitern und Angestellten wenig(er), dann bleibt natürlich mehr Gewinn übrig. Das gleiche gilt auch für das faire Bezahlen von Zulieferern und Produzenten. Kann man den Zulieferern schmerzhafte Rabatte aufdrücken, dann bleibt ebenfalls mehr für den Konzern übrig.

Und da sind natürlich auch die verschiedenen Steuersparmodelle, die von vielen Konzernen genutzt werden. Dabei ist folgende Vorgehensweise üblich. Es wird ein Unternehmen (wenige oder kaum vorhandene Mitarbeiter) gegründet, welches als Zwischenunternehmen zwischen dem Hersteller und dem Vertreiber fungiert. Das neugegründete Unternehmen ist gewöhnlich in einem Land angesiedelt, wo man keine oder kaum Steuern zahlt. Dieses Unternehmen kauft die produzierten Waren zu günstigen Preisen auf und verkauft sie innerhalb des Konzerns weiter. Die Differenz zwischen dem Ankaufs- und dem Verkaufspreis ist dann der große Gewinn. Da diese eben in einem Land mit wenig Steuerlast erwirtschaftet wurde, kann der Konzern einen Großteil seins Gewinns behalten.

Im Falle, dass die Gewinne durch Steuerschlupflöcher angeschwollen sind, wurden die Rekordgewinne zu Lasten der Allgemeinheit eingefahren. Dem Staat fehlen dann diese Steuereinnahmen von den (vielen) Konzernen, um damit z. B. Bildung und Infrastruktur zu bezahlen.

Diejenigen Unternehmen, die das Geld haben, werden leider nicht entsprechend ihren Möglichkeiten zur Kasse gebeten. Selbstverständlich haben Konzerne Lobbyisten, die den Politikern jede Einschränkung ihrer Sparmöglichkeiten rechtzeitig ausreden.

Apple sitzt derzeit auf einem Barvermögen von ca. 178 Milliarden Dollar und weiß gar nicht, was es damit machen soll. Es wäre für die Allgemeinheit sinnvoller, wenn sich soviel Geld nicht in einem Unternehmen konzentrieren würde.

Sofern der Rekordgewinn mit Muskelkraft, Gehirn und Schweiß erwirtschaftet wurde, wenn Mitarbeiter und Zulieferer fair bezahlt und wenn Steuern in angemessener Höhe in Relation zum Gewinn gezahlt wurden, dann ist dem Unternehmen für diese Leistung zu gratulieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

 

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