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Gläubiger gerettet: Griechenland darf austreten

Gepostet von am 5 Jan, 2015 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Gläubiger gerettet: Griechenland darf austreten

Im Rahmen der Finanzkrise hatten die solventen Staaten der Eurozone eine höhere Entscheidungskompetenz als andere. So wurde das kleine Griechenland in ein Sparkorsett gesteckt und zum Bedienen seiner Schulden gedrängt. Das Geld kam vom europäischen Steuerzahler und ging sogleich an die Gläubiger, welche in Griechenland investiert hatten. Jetzt, wo die Investoren aus dem Schneider sind, darf das kleine Land plötzlich aus dem europäischen Währungsverbund austreten. Das war bisher unmöglich.

Welch eine Überraschung am Wochenende. Kanzlerin Merkel und ihr Finanzminister Schäuble könnten sich einen Austritt Griechenlands aus dem Euro vorstellen. Diese Nachricht war deshalb so einschlagend, weil genau diese beiden Politiker die Griechen jahrelang nicht austreten lassen wollten. Jede Diskussion über ein Ausscheiden der Hellenen wurde im Keim erstickt. Aus Deutschland hieß es nur, die Griechen müssten drin bleiben und ihre Schulden bedienen.

Die Kehrtwende kann jedoch erklärt werden, wenn man wieder einmal hinter die Fassade blickt. Jahrelang wurden Hilfsgelder aus Europa nach Griechenland transferiert. Diese kamen nie beim Volk an, sondern wurden immer gleich zur Schuldentilgung verwendet. Immer wenn die Troika ihren Kontrollgang abgeschlossen hatte, wurden Milliarden überwiesen. Dieses Geld kam unter anderen auch aus Deutschland, um letztendlich auch deutsche Finanzinstitute unter den Gläubigern zu retten. Zudem hat die EZB, die Europäische Zentralbank, fleißig jedes Ramschpapier aus Griechenland als Sicherheit akzeptiert und trägt nun das Risiko (respektive der Steuerzahler).

Alle Szenarien haben eines gemeinsam. Die Gläubiger hatten ausreichend Zeit, sich ihrer Risiken zu entledigen. Jetzt, wo das Risiko für eine neue Finanzkrise (ausgehend aus Griechenland) angeblich gebannt ist, darf sich das kleine Land plötzlich zum Teufel scheren. In der Politik redet man nun von einer Besserung der Lage, so dass die Ansteckungsgefahr gering sei. Man will es den Griechen scheinbar einfach machen auszutreten.

Der Sinneswandel hat nichts mit Griechenland und seiner Zukunft zu tun. Es geht schlicht darum, dass die Gelder der Gläubiger aus dem Schneider sind und man nun den Patienten seinem Schicksal überlassen kann.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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