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Finanzkrise: EZB mit Verzweiflungstat

Gepostet von am 6 Nov, 2014 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Finanzkrise: EZB mit Verzweiflungstat

Die EZB hat den Börsianern eine wahre Berg- und Talfahrt beschert. Zusammen mit der Eröffnung der Pressekonferenz schoss der deutsche Börsenindex um satte 150 Punkte nach oben. Man werde Geld in die Hand nehmen und kräftig einkaufen, hieß aus den Reihen der Geldhüter. Da war sie wieder, die Macht der EZB über die Finanzmärkte. Doch der Kursanstieg sollte nicht lange anhalten, denn der große Bruder des DAX aus Übersee konnte den Ankündigungen nichts abgewinnen.

Die EZB erklärte in ihrer heutigen Pressekonferenz, dass man weiter die Geldschleusen auflassen, ja sie sogar noch ein wenig weiter öffnen werde. Die Bilanz soll vergrößert werden. Mit Forderungen besicherte Anleihen kaufe man schon und den Kauf von ABS-Wertpapieren wolle man bald in die Tat umsetzen. Sowas hören die Aktionäre gern.

Ob in der Kürze der Zeit wirklich menschliche Anleger gekauft und sich am DAX-Anstieg erfreut haben, oder ob es sich nur um Handelscomputer handelte, ist unbekannt. Naheliegend ist, dass die elektronischen Marktteilnehmer um die Wette eingekauft haben. Als diese ihr Pulver verschossen hatten und Folgeeinkäufe menschlicher Anleger ausblieben, trat man den Rückzug an.

Als dann mit der Börseneröffnung in den USA auch die US-Indizes keinen Höhenflug praktizieren wollten, wurde in Frankfurt schnell klar, dass man sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte. Der DAX verlor in mehreren Schüben die ganzen zuvor gewonnenen 150 Punkte.

Vielleicht dämmert es einigen Investoren auch, dass es mit jeder neuen Aktion und mit jeder neuen Geldspritze der Europäischen Zentralbank um die europäische Krisenregion schlecht steht. Mit immer höherer Dosis versuchen die Geldhüter u.a. ein Abschwächen der Konjunktur zu vermeiden. Dass dies nicht möglich ist, versteht sich von selbst. Es handelt sich um eine reine Verzweiflungstat und auch diese Geldspritze wird die Ursachen der Schuldenkrise nicht beheben.

Die Anleger scheinen die Worte der EZB leicht positiv aufzunehmen. Es überwiegt die Hoffnung. Ob die Anleger den Geldhütern wirklich noch die Lösung der Krisen zutrauen, scheint jedoch zumindest diskussionswürdig zu sein.

Eine Erhöhung der Liquiditätsdosis ist immer mit großen Risiken verbunden. Aus diesem Grund muss die EZB in großer Not sein. Bisher konnten sich die Börsen an den Kursanstiegen erfreuen, ob das in der Zukunft so bleiben wird, ist zweifelhaft.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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