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Argentinien bietet dem Kapital die Stirn

Gepostet von am 31 Jul, 2014 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Argentinien bietet dem Kapital die Stirn

War das mal wieder eine dramatische Nacht. Bis zuletzt hatte man zwischen dem argentinischen Staat und dem beiden amerikanischen Hedgefonds verhandelt. Man wollte eine Einigung erzielen, um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Es wurde jedoch keine Einigung erzielt. Argentinien ist stark geblieben und braucht keine Angst vor einer Pleite haben. Es macht alles richtig und wiedersetzt sich den Gläubigern. Ein positives Zeichen.

Argentinien hat bis zur allerletzten Minute Haltung bewahrt und ist nicht eingeknickt. Das war bei der Dominanz des Großapitals, den Investoren und der richterlichen Beschlüsse gar nicht einfach. Dennoch, Gläubiger tragen bei jedem Investment auch Risiken und müssen daher auf ihren Verlusten sitzenbleiben, wenn ihr Investment nicht aufgeht.

Endlich hat das südamerikanische Land sich getraut, was Europa seit Jahren nicht schafft. Es hat den Investoren die Stirn geboten. Die beiden amerikansichen Hedgefonds hatten in argentinische Staatsanleihen investiert, weil sie große Rendite wollten. Nicht seit gestern weiss man, dass Argentinien nicht der beste Schuldner ist. Damit soll ausgedrückt werden, die beiden Hedgefonds wussten über die Risiken Bescheid. Sie selbst wollten in argentinische Staatsanleihen investieren.

Durch einen Schuldenschnitt wollte Argentinien nur noch 30% der ursprünglich vereinbarten Rückzahlung leisten. Bis dahin läuft alles ganz normal. Aber die Geierfonds (wie man die beiden Hedgefonds auch nennt) wollten 100% Auszahlung und darüber ist der Streit entbrannt. Und weil das Geschäft auf US-Dollar basiert, dürfen sich auch US-Gerichte einschalten.

Liebe Leser, bei  der Berichterstattung um Zahlungsausfall und Staatspleite wird der Fokus immer wieder auf den Falschen gelenkt. Alle blicken auf den Staat Argentinien. Alle wollen wissen, ob Argentinien sich einigt. Dabei ist das der falsche Blickwinkel. Die richtige Sicht der Dinge ist, dass ein Investor investiert hat, damit ein bewusstes Risiko eingeangen ist, und verloren hat. Daher müsste in den Medien vielmehr die Hedgefonds gebremst werden.

Wo kommen denn Bürger und Staat hin, wenn Finanzinvestoren ihr Risiko durch den Steuerzahler tragen lassen? Nein, es darf nicht soweit kommen. Dieses Thema ist auch bei den derzeit laufenden Verhandlungen zu amerikanisch-europäischen Freihandelsabkommen ein Thema. Still und heimlich wird hier versucht zu Papier zu bringen, dass Investoren in der Zukunft Staaten verklagen dürfen, weil deren Gesetze ihnen mögliche Gewinne verhagelt haben. Es ist kaum zu glauben, jedoch wahr.

Umso mehr ist es ein deutliches Zeichen des argentinschen Staates, dass er sich der Drohung eines Zahlungsausfalls nicht gebeugt hat und stark geblieben ist. Der Schaden für das Land wäre deutlich größer, wenn es nachgegeben hätte, denn dann wäre eine Lawine von neuen Forderungen die Folge gewesen. Argentinien hat alles richtig gemacht.

Bleiben Sie über die Geschehnisse informiert auf www.krisenblick.de.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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