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Das Sparen gerät in Vergessenheit

Gepostet von am 7 Jun, 2014 in Finanzkrise | Keine Kommentare

Das Sparen gerät in Vergessenheit

Denken Sie bitte mal zurück, wie das so war, als Sie noch klein waren. Damals mussten Sie sich entscheiden, ob Sie ein Eis oder Bonbons kaufen wollten. Das Taschengeld hat nur für eine Sache gereicht. Später, als Sie ein Fahrrad oder noch später ein Auto besitzen wollten, dann mussten Sie darauf hinsparen. Das war eine schöne Zeit, als das Ersparte immer mehr wurde. Heute ist das Ganze anders. Das Sparen wird kontinuierlich zu Grabe getragen und kaum jemand weint ihm eine Träne nach.

Wir müssen noch einen Schlenker in die Vergangenheit machen: Wer kennt heute noch Spardosen oder Sparschweine? Darin hat man als junger Mensch kleine Beträge reingesteckt, um zu sparen oder Oma und Opa haben mal etwas dazugegeben. Ganz besonders war der Moment, wenn die Dose voll war und man sich gemeinsam mit den Eltern auf den Weg gemacht hatte, um bei der Sparkasse den Inhalt auf das Sparbuch einzuzahlen. Das alles klingt sehr weit hergeholt.

Heute ist Sparen in Verruf gekommen. Die Zentralbanken lassen nichts unversucht, das Sparen schlecht zu machen. Diese Woche wurden die Leitzinsen in der Eurozone wieder heruntergesetzt. Damit wird des Deutschen liebstes Kind (nach dem Auto), nämlich die Lebensversicherung, noch weiter entwertet, weil diese die Renditen (im Niedrigzinsumfeld) nicht mehr erwirtschaften können.

Die Sparer, die auf Tagesgeld oder ganz klassisch auf das Sparbuch setzen, haben ebenfalls gelitten. Sie bekommen nur minimale Zinsen, die nicht einmal den Namen verdienen. In der Summe ist das natürlich ein Minusgeschäft. Dadurch, dass die Inflation höher ist als die Zinsen auf dem Sparbuch, verliert der Sparer real Geld. Der Funktion Sparen wird somit auch der letzte Funke Leben genommen. Bald wird niemand mehr über das Sparen reden, denn die junge Generation hat ihre Erlebnisse (aus dem Anfang des Artikels) nicht geteilt. Das Sparen, so wie wir die finanzielle Enthaltsamkeit kennen, stirbt gerade aus.

Dabei wird wieder von einer alternativlosen Politik gesprochen. Die Zentralbanken können angeblich nicht anders, als so zu handeln. Und natürlich hat die EZB mit der angesprochene Geldpolitik nur Gutes im Sinn. Es ist jedoch der spekulative Aktienmarkt, der von dieser Politik profitiert. Der Sparer, der nicht zockt und nichts riskiert, der wird bestraft. Das ist keine schöne Entwicklung.

Und hier erkennen wir ganz deutlich, wie sehr der gesunde Menschenverstand in unserer Zeit zu kurz kommt. Obwohl wir wissen, dass das Sparen gut ist, dass das Zurücklegen von Geld für schlechte Zeiten schon immer sinnvoll war, lassen wir uns das Sparen kaputtmachen. Es ist ja nicht so, dass die EZB, die FED oder eine andere Zentralbank Gott ist und ihr Handeln gegeben ist. Es sind Menschen wie Sie und ich, die irgendwie in diese Position gekommen sind und nun glauben, sie müssten „Gott“ spielen.

Die Bürger könnten (und sollten) sich dieser Entwicklung entgegen stellen. Nur entsteht kein Widerspruch in der Gesellschaft, weil diejenigen, die wissen, was Sparen bedeutet, immer deutlicher in die Minderheit rutschen. Diejenigen, die mit dem Sparen nicht in Berührung gekommen sind, werden sich auch nicht dafür einsetzen. Und was ist mit dem Rest? Der ist damit beschäftigt, zu konsumieren.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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