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Krisenpolitik: Die Bürger lassen sich blenden

Gepostet von am 27 Apr, 2014 in Europa | Keine Kommentare

Krisenpolitik: Die Bürger lassen sich blenden

Manchmal ist die Politik doch einfach zu durchschauen. Sie ist an die Macht gewählt worden und tut nun alles, um sich auch an dieser zu halten. Dazu gehört, dem Bürger keinen reinen Wein einzuschenken, sondern Durchschnittliches als positiv darzustellen und Negatives zu verschweigen. All diese Verdrehungen der Realität bekamen die Menschen im Verlaufe der nun schon Jahre andauernden Krisen vorgesetzt. Die meisten lassen sich von schönen Worten blenden.

Wer wirklich hinter die Fassade der Scheingenesung von Europa blickt, der sieht sofort, dass Frankreich taumelt, dass Spanien wankt, dass Portugal keine Besserung vorzuweisen hat und Griechenland keinesfalls dem Schuldenturm entronnen ist. Zudem geht das Schuldenmachen weiter und das lässt jede Hoffnung auf Besserung sofort im Keim ersticken. Woher kommt dann der Optimismus der Politik, will man da fragen.

Die Politik ist ein Meister im Verdrehen von Worten und in der Aufbereitung und Interpretation von Statistiken. Das ist nicht neu, wird jedoch im Krisenverlauf immer deutlicher sichtbar, wenn Realität und Wunschdenken voneinander abweichen. Ein derzeit besonders krasses Beispiel ist die Wundergenesung von Griechenland. Kaum eine Meldung in den vergangenen Wochen, die nicht lobend auf die erfolgreiche Anleiheauktion hinwies und auch der angebliche Haushalt, der auf einmal selbständig Einnahmen generiert wird oft wiederholt. Beide Punkte sollen die erfolgreiche Politik der Krisenretter darstellen.

In Wirklichkeit darf sich der Bürger von solchen Nachrichten nicht blenden lassen. Die Medien unterstützen die zu transportierende Meinung, anstatt sich der tatsächlichen Realität zu widmen. Im Falle Griechenlands ist die Auktion der Staatsanleihen eben keine Glanzleistung, weil das Volumen minimal ist und somit die Nachfrageseite beliebig gesteuert werden konnte. Zudem garantiert die EZB durch die Hintertür für die Papiere der Griechen. Die Investoren vertrauen also nicht Griechenland, wie das fälschlicherweise in den Medien wiedergegeben wird, sondern der EZB.

Auf den Punkt „Griechenland erzielt Primärüberschüsse“ lässt sich schnell eingehen. Ein Saldo, das die Verbindlichkeiten, also die Schulden des Staates nicht im vollen Umfang mit einbezieht, ist kein echtes Saldo. All diese Lobeshymnen, dass sich das kleine Land nun selbst tragen kann und Erfolge vorzuweisen hat, sind nichts weiter, als eine konstruierte Scheinwelt. Im Grunde wird hier der europäische Bürger für nicht ganz voll genommen, weil er die Hintergründe solcher positiven Meldungen nicht erkennt.

Um der Verblendung durch die Politik zu entkommen, muss man nur die einfachen Fragen stellen. Warum kommt bei einem echten Saldo, wenn man Einnahmen und Ausgaben gegeneinander aufrechnet, immer noch ein deutliches Minus heraus? Warum ist die Arbeitslosigkeit in den Krisenländern so hoch und wie wird diese abgebaut werden? Wenn die Krisenpolitik angeblich so erfolgreich ist, warum brauchen dann die Staaten immer noch frisches Geld und wieso muss die EZB durch die Hintertür helfen?

Auf all diese Fragen werden die Bürger keine klare Antwort erhalten. Diejenigen, die solche Fragen vereinzelt stellen, werden nicht gehört. Die Medien stellen solche Fragen nicht, denn sie stehen an der Seite der Politik. Die Politik wird auf die wahren Fragen auch nicht eingehen, da sie nicht glaubt, dass das Volk die Antworten verstehen würde.

Also macht sie das, was sie am besten kann. Sie verdreht die Tatsachen. Macht aus durchschnittlichen Nachrichten positive und Negatives verschweigt sie gänzlich. Es geht eben nicht um eine wirkliche Rettung in Europa, auch nicht um eine Krisenpolitik, die durchdacht ist, sondern schlicht um den Machterhalt.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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