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Nasdaq: Rückkaufprogramme erzwingen den Anstieg

Gepostet von am 19 Feb, 2014 in Börse | Keine Kommentare

Nasdaq: Rückkaufprogramme erzwingen den Anstieg

Verwundert reiben sich die Anleger die Augen, wenn der amerikanische Technologieindex Nasdaq von einem Hoch zum nächsten eilt. Dieser Index steigt viel schneller als die anderen Indizes und ist nie bereit, etwas von seinem Kursplus abzugeben. Dieser unnachgiebige Drang nach oben ist kein Ausdruck von Stärke, sondern hat seinen Grund. Manche würden die Ursache gar als Manipulation bezeichnen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Plattenproduzent und haben neue CDs auf den Markt gebracht. Wenn Sie nun selbst hingehen und anfangen in Läden und Onlineshops ihre eigenen CDs zu kaufen, dann wäre das verwunderlich. Nicht wenige würden das als Betrug bezeichnen, denn Sie erhöhen künstlich die Nachfrage nach ihrem Produkt und steigern so die Absatzzahlen deutlich. Sie merken bestimmt schon den Zusammenhang.

Wenn Unternehmen hingehen und ihre eigenen Aktien zurückkaufen, dann stehen sie auf der Nachfrageseite und erhöhen diese. In der Folge treibt das kaufende Unternehmen die Preise für seine eigenen Aktien. Das machen dann viele Aktiengesellschaften gleichzeitig und folglich bleibt dem Nasdaq nichts anderes übrig, als sich diesem Nachfragedruck geschlagen zu geben. Der Index wird nach oben getrieben.

Dabei geht es in der Regel um mindestens einstellige Milliardensummen. Anfang des Jahres hat allein Apple mitgeteilt, dass es für 14 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft hat. Andere Unternehmen staffeln ihren Einkauf und kaufen in mehreren Tranchen. Yahoo hat gemeldet, dass seine letzte Kaufaktion einen Wert von knapp 5 Milliarden Dollar hatte. Das sind riesige Summen, über die es sich wundern lässt. Es ist ja nicht so, dass die Aktienkurse im Keller und damit besonders günstig sind.

Die Kettenreaktion ist zunächst positiv. Man selbst kauft Aktien und steigert den Kurs. Jeder neue Kauf zu einem höheren Preis lässt die schon vorher gekauften Aktien im Wert steigen. Es kommt zu einer Nachfrage-Preis-Spirale. Das fühlt sich für alle Beteiligten erst einmal gut an und erklärt, warum der Nasdaq einfach nicht zur Ruhe kommt.

Die Verkäufer an der Börse haben gar keine Chance, sich gegen diese Geldmassen zu wehren. Die Nachfrage nach Aktien hört anscheinend niemals auf. Also erklimmt der Nasdaq ein Hoch nach dem nächsten. Auffällig ist, dass der Index immer ganz vorne ist, wenn die Kurse steigen. Er markiert immer als Erster neue Hochs, während andere Indizes noch keine Hochs erzielen konnten. Das unterstreicht die genannte These.

Eigene Aktien zu kaufen ist eine künstliche Nachfrage nach Wertpapieren, die den Markt verzerrt. Der Kurs von Apple wäre nicht dort, wo er jetzt ist, wenn die Rückkaufprogramme nicht wären. Das gilt für viele Unternehmen und damit auch für den Stand der Börsenindizes. Viele Aktienkurse sind zu hoch, würde man die Rückkäufe ausblenden.

Unternehmen sollten mit der Spekulation am Finanzmarkt nichts zu tun haben. Sie sollten das Geld lieber für Investitionen aufwenden, neue Produkte entwickeln oder andere sinnvolle Dinge damit machen. Die Unternehmen denken da anders. Sie betreiben lieber Kurspflege und lassen sich für steigende Aktienkurse feiern.

Billiges Geld hat nicht nur die Börsianer benebelt, sondern auch die Vorstände der Unternehmen. Sie wissen nicht mehr, wohin mit dem Geld, also stecken sie es in Rückkaufprogramme und treiben damit die Indizes.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

start-trading Team

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